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Posts Tagged ‘Urgemeinde’

Was Du glaubst bestimmt Dein Leben.

Was Du glaubst entscheidet darüber, durch welche Brille du auf alles schaust. Je nachdem, was für ein Konglomerat an Überzeugungen, blau, rot, grün, rot, braun, schwarz (nicht politisch gemeint) oder bunt – es färbt deinen Blick auf die Welt und auch auf dein persönliches Leben. Insofern ist das was wir glauben, von allergrößter Bedeutung sowohl für uns als Wesen, die ein sinnhaftes Leben führen möchten, als auch für unsere Mitmenschen, die mit uns umgehen.

Meine alte Brille

Ich habe verschiedene Glaubenssysteme ausprobiert, habe mir im Grunde genommen ein eigenes Weltbild zurecht gezimmert, das sich überall bedient hat und sich das heraus pickte, was wahr erschien. Da ich vielfältig interessiert war, grundsätzlich sowohl an Religionen und Philosophien, als auch an nihilistischen Denkern, sowie Erleuchteten, Gurus, Meistern und Geistheilern, ebenfalls an allem Wissenschaftlichen, das in mein Weltbild zu passen schien, war das Spektrum sehr breit und bunt. Jesus war zwar immer mein am meisten geliebter „Guru“, doch ich glaubte nicht an den persönlichen Jesus, der heute noch lebt und mir nahe kommen möchte, sondern an einen unpersönlichen Gott

So musste sich Jesus in meinem Glaubens-Konglomerat mit einem Platz unter vielen begnügen. Mir war nicht die Notwendigkeit bewusst, Ihm mein Leben zu übergeben und ich war der Meinung, bereits Hingabe an meine Art von Gott zu leben. Ich kam ja ganz gut alleine klar.

Ich schaute also durch eine recht bunte Brille aufs Leben, und versuchte, irgendwie mit dieser Brille auf der Nase Heilung zu finden, denn es ging mir oft gar nicht gut. Manchmal schien etwas mit meinen spirituellen Methoden zu heilen, doch dann kam es umso schlimmer zurück.

Eines Tages, als ich im völligen Burnout war, gab es ein großes Heilungs-Ereignis, das ich nach einigen Recherchen als „Erwachen“ (Satori, Erleuchtung) identifizieren konnte. Doch auch hier verlor ich die Heilung nach ein paar Jahren wieder, vermutlich weil sich sich mein Leben nicht wirklich geändert hatte. Letztendlich ließ mich meine Art von Brille in ihrer Philosophie verharren und passiv sein. Insofern war kaum seelische/geistige Weiterentwicklung möglich, sondern ich wiederholte die gleichen Fehler wieder. Mein Glaubenssystem sagte mir, ich sei nun angekommen, es gäbe den freien Willen nicht wirklich, und es gäbe auch nicht wirklich eine Notwendigkeit für eine neue Ausrichtung – wohin denn auch und warum? „Einfach nur sein“ war nach dem Erwachen meine Philosophie. Damit regierte im Grunde das Lustprinzip – und das war nur begrenzt durch einige ökologische und moralische Überzeugungen, sowie von dem Bestreben, möglichst gesund zu bleiben. So hat mich mein Glaube begrenzt.

Erst als es eines Tages nicht mehr weiter ging, ich wirklich völlig am Ende war, musste etwas geschehen. Ich hatte zunehmend des Nachts Albträume, die erschreckend waren und mir sehr real vorkamen. Ich fühlte mich bedrängt, belästigt, verlacht und verhöhnt. Ich erlebte die merkwürdigsten Sachen, als wäre jemand im Raum oder vor der Zimmertür. Ich hörte merkwürdige Geräusche, etwas hob die Bettdecke hoch und legte sich zu mir ins Bett, berührte mich am Rücken, ekelhaft! Ich träumte Erschreckendes, befand mich halbwach plötzlich in völliger Starre, ausgeliefert. Es war mir, wie wenn Wesen mir mehr und mehr auf die Pelle rückten. Einmal konnte ich meinen Kopf minutenlang keinen Millimeter bewegen, obwohl ich all meinen Willen aufbot. Ich war schon in die abwegige Theorie verfallen, mein Kissen aus Memory-Schaum würde irgendeine Strahlung erzeugen oder sei irgendwie verhext. Ich recherchierte schließlich sogar nach Alien-Besuchen und passenden Verschwörungstheorien. Das war mir jedoch eigentlich alles viel zu negativ. Doch die Bedrückungen kamen wieder, und sie mussten ja irgendwo her kommen…

Die Wende

Just in dem Moment kam ich mit Videos von Taufen in Berührung. Menschen tauften Menschen in Jesu Namen, und trieben dann die Dämonen aus. Die Bilder waren beeindruckend, wenn auch etwas gruselig. Ich glaubte an so etwas nicht und kannte das nur aus der Zeitung von irgendwelchen extremen Priestern in schwarzen Kutten mit dicken Kreuzen um den Hals – doch die Täufer in den Videos waren jung und modern und wirkten ganz normal. Es faszinierte mich was ich sah, denn die Menschen erzählten auch, wie sehr sie die Taufe befreit hätte und wie genial Jesus sei. Und schließlich fiel in einem Video ein Satz, der mich extrem wach machte: „Es existiert ein Krieg zwischen Gut und Böse!“

Normalerweise wäre dieser Satz bei mir durchs Raster gefallen. Doch in einem kurzen Moment durchbrach er mein Glaubenssystem wie ein Schwert. Heute weiß ich, dass mir der Heilige Geist einen lichten Moment geschenkt hatte. Mir wurde schlagartig klar, dass das wahr sein musste.

Ich ließ mein Leben Revue passieren, mit all seinen schweren Erfahrungen, üblen Träume schon als Kind, emotionalen Abstürzen und Katastrophen als Frau, Fehlschlägen und Schmerzen in Partnerschaften, merkwürdigen spirituellen Erfahrungen… Und Ich wusste schlagartig, dass ich bereits mein ganzes Leben immer wieder von Dämonen angegriffen, verführt und manipuliert worden war. Sie hatten nur das eine Ziel: mich davon abzuhalten, den wahren Gott, das wahre Licht zu finden. Sie hatten andere Menschen benutzt, sie hatten meine Verletzungen benutzt, meine Traumata und meine Schwächen. Sie hatten mich zu Menschen-Abhängigkeit verführt und ebenso Hass, Ärger und Trennungen inszeniert. Ihr Endziel war, mich zu töten. Und sie hatten es schon fast geschafft, denn meine Schlafstörungen und Depressionen hatten mir bis dahin schon jede Kraft und Lebensfreude geraubt. Derzeit arbeiteten sie am finalen Schlag. Diese Erkenntnis war es, die mich binnen Sekunden zu Jesus Christus umkehren ließ.

Erste Schritte im Licht

Mein Versuch, mir in Jesu Namen selbst die Dämonen auszutreiben war immerhin teilweise erfolgreich. Teilweise deshalb, weil ich spürte, dass etwas mich bedrohte und bleiben wollte, so dass ich mich nicht weiter wagte. Es war aber dennoch zutiefst beeindruckend und überzeugte mich vollends von der Wirksamkeit des Namens Jesu, denn ich wand mich wie ein Wurm in plötzlicher Übelkeit und Gähn-Anfällen. Ich beobachtete all das erstaunt und auch neugierig. Und nachdem das abebbte, folgte ein tiefer und erlöster Frieden, begleitet von einer ganz natürlich wirkenden Heiligkeit, Klarheit und Liebe, die ich in solcher Intensität noch in keiner meiner vielen spirituellen Erfahrungen erlebt hatte.

Diese Sache hatte mich überzeugt, und ich wollte mich unbedingt taufen lassen. Ich suchte nach Christen, die sich außerhalb der Kirchen betätigen – denn die Kirche war für mich nicht vertrauenswürdig. Ihr Gottesbild, ihre Vergangenheit und ihre Verlogenheit haben mich schon immer abgestoßen. Und dann durchlief ich mit einigen Jesus-Nachfolgern einen 3-tägigen Prozess von Befreiung (von restlichen Dämonen) und Lebensbereinigung. Eine Therapie mit Gott, eine Aufarbeitung des Lebens mit Umkehr und Gebet. Die Befreiung von Dämonen verlief völlig unspektakulär, denn die Leute wussten was sie taten und gaben den Dämonen keine Gelegenheit, sich zu manifestieren. Nach diesen drei Tagen mit abschließender Taufe fühlte ich mich völlig durchgeweicht, gereinigt und entlastet. Die nächtlichen Angriffe verschwanden völlig, und mein geistiges und seelisches Leben bekam eine ganz neue Ausrichtung.

Die neue Brille

Ich hatte erlebt, dass die Sache mit den Dämonen wirklich stimmte. Und in der Lebensbereinigung lernte ich – vor allem durch die Menschen, die mit mir arbeiteten – Gott auf ganz neue Weise kennen, nämlich als persönlich, real, lebendig und anwesend. Diese Leute waren irgendwie anders als ich sie aus der spirituellen Szene kannte. Sie waren ganz natürlich, ganz normal, spontan, lebhaft, zugewandt, mitfühlend und zu Gott hin demütig. Sie hatten sich Jesus ganz und gar unterstellt, agierten unter der spürbaren Führung des Heiligen Geistes. Der brachte durch ihre Fragen und Eingebungen Erinnerungen und Zusammenhänge ans Licht, sanft und liebevoll, so dass es ganz leicht und natürlich geschah, den Stolz fallen zu lassen und vor und mit ihnen zu weinen. So konnte ich die vergangenen Ereignisse noch einmal neu mit und vor Gott erleben, sie betrauern und im Gebet an IHN abgeben.

Ab da waren bei mir die Türen weit offen, die Bibel nicht nur als Weisheitsbuch anzunehmen, sondern auch als Glaubens-Wegweiser. Denn die Menschen, die mit mir so uneigennützig arbeiteten, bezogen sich ausschließlich auf sie und teilten gern ihr Wissen mit mir – ohne auch nur einen Pfennig Geld zu verlangen. Sie hatten alles was sie wussten aus diesem Buch geschöpft oder von Anderen, die den Heiligen Geist hören konnten. Ich spürte einfach, dass Gott da war, in ihnen und bei ihnen und um sie herum. Und ich wollte diesen Gott, genau diesen, der sie zu solchen Menschen gemacht hatte, unbedingt haben und näher kennen lernen!

Ich lernte und lerne weiter, die Dinge, Probleme, meine Gedanken, Schlüsse oder auch Trugschlüsse vor dem Heiligen Geist zu bewegen, um zu hören, was Gott darüber denkt. So versuche ich, mein Verhalten an Ihn anzupassen und erlebe sein weises Wirken. Ich lernte auch endlich, an die Wahrheit und Authentizität der Bibel zu glauben, und sie vor allen Dingen endlich gründlich zu lesen. Ohne den Glauben an die Wahrheit der Bibel könnte ich keinen Nutzen aus ihr ziehen, und ich bin froh, dass ich diesen Schatz nun immer weiter heben darf, wann immer ich möchte. Es fiel mir leicht, ihr zu vertrauen, weil ich den Menschen vertraute. So kamen die Worte der Bibel mit dem Eindruck, den ich von den Menschen hatte in Übereinstimmung. Und nun kann ich zutiefst glauben, dass die Bibel zwar von Menschen geschrieben, aber von Gott übermittelt wurde – an Propheten, die ein reines Leben führten und Gottes Stimme hörten.

Da meine früheren Götter mich nicht nachhaltig befreit hatten, ja mich völlig scheitern ließen, habe ich mich mit freien Willen dafür entschieden, Jesus und dem Gott der Bibel zu glauben und zu vertrauen, dem Jesus, der von sich sagte, Er sei Gottes Sohn, und der auch heute noch Dämonen fliehen lässt. Er hat durch Sein Leben ein so starkes Zeugnis hinterlassen, dass sich immer wieder und immer mehr Menschen davon berühren und anziehen lassen. Das Gute zieht die Menschen an, und dem folge ich auch.

Die Wahrheit der Bibel entblättert sich, wenn man sie mit offenen Herzen und ohne Brille liest – ohne voreingenommen zu sein. Die ehrliche Entscheidung für Gott und den Glauben (Vertrauen) verstärkt ihre Wirkung. Ich habe erlebt, wie sich mein Leben mehr und mehr geordnet hat, und wie es sinnvoll und sättigend geworden ist. Es gibt mir tiefe Freude, mich diesem Gott unterzuordnen, Ihn anzubeten und zu erleben, wie Er sich im Leben täglich auswirkt. Die Bibel hilft mir dabei, Gottes Charakter und Wirken ganz persönlich in meinem Leben wahr zu nehmen, in all Seiner Güte und Zugewandtheit. Je länger ich mit Ihm laufe, umso mehr fordert Er mich aber auch heraus, und es ist nicht immer nur Zucker schlecken.

Der Weg mit dem biblischen Gott fordert letztlich alles. Doch für mich könnte nichts sinnvoller sein.

Fotos: Pixelio Nr. 771743 Tim Reckmann, Nr. 447981 Tomizak, Nr. 370864 Terry U. Weller, Nr. 410177 Rieke, Nr. 723466 Reiner Sturm, Nr. 706782 Rosel Eckstein

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Bibel

In der Bibel, speziell im neuen Testament kommen vielen Menschen einige Aussagen sehr kryptisch vor. Ich erinnere mich, dass ich auch mit vielem so meine Schwierigkeiten hatte, bevor ich mich zu Jesus bekehrt hatte. Ich nahm damals deshalb für mich nur die Aussagen an, die ich verstand und denen ich zustimmen könnte. Den Rest versah ich mit diverse Fragezeichen in der Hoffnung, ihn eines Tages zu verstehen.

Besonders die Briefe gaben mir persönlich Rätsel auf und ließen mich an der Wahrheit der Bibel zweifeln. Z.B. die Aussagen im 1. Brief an die Korinther, in denen Paulus den Frauen (angeblich allen) untersagt zu lehren und ihnen empfiehlt, in der Versammlung zu schweigen (1. Kor. 14, 34-35). Diese Schriftstelle werden gerne von dogmatischen Menschen her genommen, die darin eine Legitimation dafür sehen, Frauen in den Kirchen den Mund zu verbieten etc.. Diese Bibelstelle wurde von den Übersetzern unterschiedlich übersetzt, die Mehrheit übersetzt jedoch nicht „DIE Frauen“, sondern „EURE Frauen“. Das ist ein wesentlicher Unterschied, denn hier sind nur die Frauen der Korinther Gemeinde angesprochen!

Paulus wusste sicher nicht, dass seine Worte einmal so negativ interpretiert würden.

Man muss die Briefe in einem anderen Licht betrachten. Jeder Brief wurde zu einer bestimmten Zeit an eine bestimmte (Ur-Gemeinde) geschrieben. Dies waren die ersten Gemeinden, die sich nach Jesus gebildet hatten, und an deren Entstehung die Apostel (Jesu Jünger) und ihre Schüler stark beteiligt waren. Die Briefe gingen also an örtliche Gemeinden (zu einer bestimmten Zeit), an Menschen, die von ihren Sünden (schlechten Taten und Gedanken, wie Trunkenheit, Drogen, sexuelle Ausschweifungen, Diebstahl etc…) umgekehrt waren und ihr Leben in der Wassertaufe Jesus gegeben haben – woraufhin man ihnen die Hände auflegte und sie durch Gebet den Heiligen Geist erhielten.

Dies waren also Nachfolger Christi, die eine eindeutige Entscheidung für Jesus und für Gott getroffen hatten. Der Bibel-Leser, der nicht Jesus nachfolgt, liest hier die Empfehlungen an die „Heiligen“ (so nennt Paulus die Gläubigen aus den Gemeinden), die entschieden waren für Christus. Also Menschen, die daran glaubten, dass Jesus tatsächlich für sie gestorben war, um den Weg zu Gott frei zu machen. Sie waren also von ihrem alten Leben in Sünde umgekehrt, um sich von Gott in mehr und mehr Reinheit verwandeln zu lassen und hatten den Heiligen Geist. Dieser Heilige Geist ist die Instanz auf die man dann auch hören sollte, denn Er ermahnt und zeigt wo man schief läuft und in die falsche Richtung geht. Man kann ihn aber auch überhören und weiter seinen fleischlichen Impulsen folgen, denn jede Nachfolge ist und bleibt freiwillig – von daher auch eine ständige Herausforderung.

Von den Christen in Korinth wurde Paulus bekannt, dass dort allerlei schief lief im Hinblick auf Reinheit. Dort gab es Streitereien (man stritt sich, wer von den Aposteln die bessere Lehre bot), sexuelle Unreinheit (es gab unter anderem Beziehungen von einem mit seiner Stiefmutter), und es gab laute Versammlungen, in denen einige Frauen sich rechthaberisch in den Vordergrund schoben und die ganze Gruppe dominierten, so dass dort der Frieden gestört war.

Paulus als der Älteste dieser Gemeinden (er hatte sie überwiegend gegründet) musste ein Machtwort zu den Korinthern sprechen, nicht um zu herrschen, sondern um dort den Frieden wieder herzustellen und die Menschen daran zu erinnern, was Jesus gelehrt hatte. Deshalb ermahnte er ganz speziell die Gemeinde von Korinth. Deshalb finden sich in diesem Korintherbrief so viele Empfehlungen darüber, wie sich die Heiligen (Jesus-Nachfolger) eigentlich verhalten sollten und wie nicht. Es sind ganz spezielle Empfehlungen an diese damalige Gemeinde der Korinther. Denn Jesus hatte den Jüngern beigebracht, den Anderen höher zu schätzen als sich selbst – ob Frau oder Mann, und sich selbst zurück zu nehmen.

Jesus hat die Frauen sehr, sehr wertgeschätzt, und es würde Seinen Lehren komplett widersprechen, wenn Paulus das Gegenteil getan hätte. Die Bibel aber ist logisch und konsequent in ihren Aussagen und muss richtig verstanden werden. Und Paulus war einer der Demütigsten derer, die Jesus Christus dienten, er hätte niemals eine eigene Lehre gelehrt.

Also bitte: niemand sollte sich das Recht herausnehmen zu behaupten, im Christentum dürften Frauen nicht sprechen und nicht lehren. Das ist eine sträfliche Verallgemeinerung. Vor Gott sind alle Menschen gleich. Und auch Frauen sollten sich davon nicht mundtot machen lassen.

Es gibt Stellen in der Bibel, die sind wörtlich zu nehmen, manches jedoch trifft nicht auf alle Menschen zu. Die Briefe des Neuen Testamentes gehen an die Nachfolger Christi und nicht an Otto-Normal-Verbraucher, der aus Gottes Sicht in Sünde lebt und sich nicht um Gottes Willen schert. Von daher gehen die Anweisungen an den engeren Kreis. Und: alles muss immer im Zusammenhang betrachtet werden und auch im jeweiligen Zeitgeist. Wo wurde geschrieben? Wann und an Wen?

Die Briefe des neuen Testaments richten sich durchweg an die „Heiligen“, also die Menschen, die Jesus Christus angenommen hatten – also an Menschen, von denen man mehr erwarten konnte als von anderen. denn sie hatten versprochen sich Jesus Christus als Vorbild zu nehmen. Der Prozess von Umkehr, Lebensübergabe und Taufe, sowie das Eintreten des Heiligen Geistes ist eine Erneuerung des Menschen, ist eine neue Grundlage, auf der er neu wachsen und gedeihen kann. Menschen, die diesen Prozess nicht machen, für die wird die Bibel weitgehend kryptisch bleiben (was jedoch ihrer Wirkung vom Wort her keinen Abbruch tut). Doch auch für die Heiligen, die umgekehrt sind, getauft wurden etc), die wieder in die alte Fleischlichkeit zurückfallen, wird sie wieder zum Geheimnis, wenn nicht erneute Umkehr statt findet.

Für ein tieferes Verständnis der Bibel, sowohl des neuen alsauch des alten Testamentes empfehle ich die Bücher von Frank Viola – durch ihn kam mir auch das alte Testament wesentlich näher – und natürlich VOR allem den Heiligen Geist…..

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Die meisten Christen geben sich damit zufrieden, an Jesus Christus zu glauben, Sonntags in die Kirche oder in die Gemeinde zu gehen, sich ein bisschen sozial zu engagieren, um ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen. Das ist schön und ehrenwert, doch es ist etwas fundamental anderes, wenn man sich dazu entscheidet, Jesus Christus wirklich nachzufolgen.

Nachfolge ist das, was die Apostel machten, was die Jünger taten und die ersten Christen in den ersten Gemeinden. Es ist das wovon Paulus sprach und wozu er die Menschen in seinen Briefen unermüdlich ermahnte.
Es genügte nicht, einfach nur zu glauben, sondern der Glaube sollte sich ganz konkret im Leben und in den Taten und in den Beziehungen untereinander ausdrücken.

Die Liebe, die Jesus uns vorgelebt hat, seine Güte, seine unendliche Vergebungsbereitschaft, Seine Wahrheitsliebe, Menschenliebe, Seine Authentizität und auch Autorität – all das sind Eigenschaften, die auch wir leben dürfen und leben sollen – jedoch nicht auf unser Ego aufgebaut, das sein Leben zumeist ohne einen Gott verbracht hat, sondern auf die innige Beziehung zu Jesus Christus und dem Vater aufgebaut.
Jesus Christus hat uns versprochen: „Ich bin bei euch alle Tage“. Er lebt, Er ist real, Er ist da, erreichbar. Und Er liebt es, uns zu lieben, uns zu führen, uns den Weg zu zeigen zu einem echten Leben in Liebe.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – das ist nicht einfach umzusetzen. Man kann daran verzweifeln, an seinem eigenen Egoismus, an seiner eigenen Gier, an all diesen Mustern, die es verhindern wollen, dass wir ein wirklich gutes Leben führen können.
Ich habe mich entschieden, Jesus wirklich nachzufolgen, und genau deshalb bin ich nicht in der Kirche. Mein Eindruck ist, dass man dort nicht Nachfolge lebt und nicht leben kann, da die Strukturen an sich das schon verhindern.
Es gibt viele Menschen, die Jesus nachfolgen wollen und sich in der Kirche nicht wirklich wohl fühlen. Und dazu möchte ich sagen: es gibt viele, die sich zusammentun und dies außerhalb der Kirche verwirklichen.

Ein Leben im Abgleich mit IHM….

Es gibt eine ganze Bewegung, die im Stillen, ja sozusagen im Untergrund daran arbeitet, ein Leben nach den Prinzipien der Urgemeinde, nach dem Prinzipien von Jesus Christus zu führen. Ein Leben, das ein Miteinander bedeutet, ein Füreinander und gleichzeitig ein Leben in Wahrheit, ein Leben in der Hinwendung an Jesus und im ständigen Abgleich mit Ihm.

Es ist möglich, sich von Ihm so verändern zu lassen, dass Menschen, die früher isoliert, einsam und egoistisch waren, die Familien und Gruppen nicht ausstehen konnten, weil sie schwere Erfahrungen damit gemacht haben, dass diese Menschen unter der Leitung von Jesus Christus, sowie in der Gemeinschaft mit anderen Menschen, die Jesus ebenfalls nachfolgen, eines Tages fähig werden, sich nicht nur ins soziale Gefüge einer Gruppe und Familie einzuleben, sondern auch wirklich sich gegenseitig zu lieben, zu vergeben, zu helfen, füreinander einzuspringen und einzustehen.

Es ist das Ziel, genauso zu werden wie Jesus Christus war und ist, genauso liebend, genauso vergebend, genauso sanft, aber auch genauso aufrecht, wahr und authentisch und vor Allem: genauso bezogen auf Gott. Und das muss man nicht aus eigener Kraft heraus schaffen, sondern Gott hilft uns dabei. Er verändert uns, Er schleift uns, Er erzieht uns auch.

Rebellion und Stolz

Das ist nicht immer leicht. Es kann sehr schwere Phasen geben, in denen das alte gottlose Ego alles daran setzt, nicht sterben zu müssen. Zeiten, in denen der Stolz groß wird, in denen Rebellion die Führung übernimmt, Zeiten in denen man sich einfach weigern will, mitzuspielen. Eine geistliche Familie ist ein Schleifstein. In einer geistlichen Familie gibt es – wie überall sonst auch) jede menge Reibungspunkte und viele Gründe, sich über Andere aufzuregen, sie abzulehnen, sie zu verurteilen, sich mit ihnen anzulegen etc. Der Unterschied zu anderen Gruppen ist der, dass alle verbunden sind durch die Liebe zu dieser einen Person: Jesus Christus. Er bildet den Punkt, das Ziel, Er ist der König, dem alle dienen wollen – doch nicht immer kann man das.

Die lange Leine

Solche Phasen von Rebellion, ja von Wut, Ärger und Hass lassen sich nicht abkürzen, man muss da einfach durch – im Vertrauen auf Ihn und darauf, dass es uns letztlich dienen wird. Jesus lässt uns dann an der langen Leine laufen und gestattet, dass wir herum schnuppern und andere Wege erkunden. „Schau dir nur alles an“, sagt Er. Doch je länger die Leine wird, je länger es dauert, um so weiter entfernen wir uns von Jesus, und ein schmerzliches Vermissen macht sich in deinem Herzen breit… Irgendwie geht die Nähe, die vorher da war, abhanden. Du kannst deinem Egoismus frönen, deinen Stolz pflegen, deine Arroganz sich ausleben lassen… doch du spürst mehr und mehr, dass hier etwas sehr schief läuft.

Alles hat Auswirkungen

Es kann dann alle möglichen Symptome geben, denn Gott lässt es dann zu, dass wir von der dunklen Seite wieder angetastet werden – wir selbst öffnen die Türen dazu durch unser Denken und Verhalten, ohne es zunächst zu merken. Doch je mehr wir Symptome wahr nehmen, wie z.B. schlechte Träume, negative Erlebnisse, Unfälle oder auch wieder Krankheiten, Schmerzen, vielleicht Schlafstörungen oder plötzlich wieder aufflackernde Depressionen – wenn unsere alten Probleme wieder kommen merken wir, dass wir uns weg von unserem Herrn und König bewegt haben.

Es zeigt sich, dass wir alleine nicht weiter kommen. Egoismus isoliert, er hält die Menschen von uns fern, wir selbst halten uns fern und sind in unserem Turm des Stolzes einsam und bitter allein. Wer darin bleibt, darin erstarrt und nicht aus seinen inneren Vorwürfen an Menschen oder Gott oder das Leben heraus findet, ist verloren für Gott. „Gott widersteht den Hochmütigen“ – das ist wahr!

Rückkehr ist heilsam

Doch sobald du dich besinnst, sobald du dich umentscheidest, sobald du dich aufrichtest, sobald du deinem alten Fleisch, deinen alten Mustern sowie eventuellen den dämonischen Angriffen (in Form von negativen, selbstzerstörerischen oder vorwurfsvollen Gedanken und Gefühlen) die Stirn bietest und proklamierst, wer und was du eigentlich bist – nämlich ein Kind des Allerhöchsten, eine Tochter, ein Sohn Gottes, eine Königstochte/Königessohn, sobald du dir deiner Reinheit und Autorität in Jesus Christus bewusst wirst und sie laut proklamierst und als Waffe benutzt und dich entgegen all dem was deine Gefühle wollen dich trotzdem FÜR VERGEBUNG UND LIEBE entscheidest – geschieht der Quantensprung:
Plötzlich fällt das ganze Kunstgebäude aus Negativität und Rebellion in sich zusammen, die Mauern um dich her stürzen ein, du bist plötzlich wieder offen und wohlgesonnen, du spürst wieder Liebe, Jesus ist wieder da, du kannst dich wieder voller Vertrauen an ihn wenden und stehst dir nicht mehr selbst im Wege… welche Freude…

Du kannst die Menschen wieder lieben, für sie beten, auch deine ehemaligen Widersacher, deine Lieblingsfeinde sehen für dich wieder ganz anders aus, ja du weißt wieder, hey, das sind ja auch nur Menschen, und niemand hat dich mit Absicht verletzt! Und so liegt man sich wieder in den Armen, bitten um Vergebung und weint, weil Jesus mitten drin ist und sich so wunderbar auswirkt!
Wenn Menschen wieder aufeinander zugehen, ist Jesus mittendrin. Wo Vergebung herrscht und man sich die Hände reicht, da legt Jesus seine Hand noch drauf.

Dieses Menschenbild, das Jesus vorgelebt hat, ist das Ideal für das soziale Gefüge der Menschen, und es ist nicht nur ein Ideal, sondern es ist tatsächlich möglich, das zu leben und sich dahin zu entwickeln. Mit Seiner Hilfe!

Ich habe gerade eine solche Phase der Rebellion hinter mir, und ich weiß wovon ich rede. Es war auch nicht die erste. Ohne Jesus zu leben ist ein armes Leben, es fehlt ihm das Wichtigste: die Liebe, die wir in Gott füreinander haben dürfen. Menschliche Liebe ist immer auch egoistisch. Die Liebe in Gott nicht.

Fotos: Pixelio – 607428 M. Ottersbac/674993 Romelia

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