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Posts Tagged ‘Stille’

»Der Herr ist König!«Fest gegründet ist die Erde, sie wird nicht wanken. Und der Herr wird für alle Völker ein gerechter Richter sein. 11 Der Himmel soll sich freuen, und die Erde soll jubeln, rauschen soll das Meer mit allem, was in ihm lebt. 12 Die Felder sollen in Jubel ausbrechen mit allem, was auf ihnen wächst! Auch alle Bäume im Wald sollen jauchzen, 13 wenn der Herr kommt! Ja, er kommt, um auf der Erde Gericht zu halten. Er wird die Welt gerecht richten und über alle Völker ein Urteil sprechen, durch das sich seine Wahrhaftigkeit zeigt.

Psalm 96

Ruhe

Die Welt scheint still zu stehen. Der Himmel ist stahlblau, kein Wölkchen, kein Kondensstreifen ist zu sehen. Die Stille ist laut geworden. Vogelgezwitscher erfüllt die Luft – so viel lauter als früher. Und die Vögel scheinen mehr geworden zu sein… Sie jubeln in den Lüften – zu wem jubeln sie?

Die Äste wiegen sich im kalten Wind – die Welt hält die Luft an. Es ist ein übernatürlicher Frieden da. Kein Flugzeug in der Luft, kaum Autogeräusche, kaum Menschen auf der Straße, nur in die Natur treibt es jetzt viele heraus. Alles scheint wie erstarrt, die Menschen, viele gebannt in Angst. Ein unsichtbarer kleiner Dämon jagt ihnen Angst und Schrecken ein. Er könnte überall lauern, besonders wenn Menschen sich nahe kommen – also Distanz.

Jetzt haben wir die Gelegenheit, tief durch zu atmen und ganz direkt zu erleben, wie sich das Leben vor hundert Jahren angefühlt haben muss – ohne Ablenkung durch all die vielen Möglichkeiten, die wir heute haben. Ohne Ablenkung durch Reisen, Sport, Feiern, Kultur, Konzerte, Menschenmassen… Man ist auf sich selbst geworfen – und kann endlich einmal nachsinnen über das Leben.

Das was wir jetzt erleben, diese Stille und Schönheit der reinen Natur, der plötzlich klarer werdenden Gewässer, des sauberen Himmels, der plötzlich so guten Luft, die sich atmet wie Nahrung… Das ist die Schöpfung eines einmaligen Gottes, der uns einstmals in ein solches Paradies gesetzt hat. Der uns Land gegeben hat und alles unter unsere Hoheit setzte, damit wir es hegen und pflegen, damit wir es lieben und mit Weisheit – gemeinsam mit Ihm, diesem großartigen Gott – verwalten.

Sein großes JA zur Schöpfung, Sein Wort hat all das geschaffen, und jetzt ist die Liebe spürbar – mehr denn je! Gott hat uns eine Atempause geschenkt! Er hat die Welt angehalten. Nur ein Gott kann das tun, es ist in Seinem Plan!

Jetzt ist eine Zeit, in der sich jeder tief besinnen kann auf das Eigentliche. Auf das Wesentliche. auf den Sinn seines Lebens.

Wir haben einen guten Gott, einen Gott, der nichts mehr liebt als den Menschen! Einen Gott, der all Seine Güte über uns ausschütten möchte – der dringend sucht nach Seinen Kindern, nach denen, die Ihn wirklich annehmen als König, als Leitfigur, als einzigen, unbeschreiblichen, gütigen, liebenden Gott. Er wartet nur darauf, dass Er Seine Güte in den einzelnen Leben zeigen kann. Und Er tut es ja bereits in all den Leben derer, die ihr Leben Ihm bereits gegeben haben. Doch Er möchte es allen Menschen zeigen, wie gut Er ist, wie sehr Er uns liebt.

Doch Gott ist nicht gewaltsam. Das Besondere am Menschen, das was ihn Gott-ähnlich macht, was Ihn in Sein Bild stellt – das ist sein freier Wille. Das ist einmalig in der Schöpfung. Engel haben keinen freien Willen, Dämonen auch nicht, doch der Mensch, der hat ihn! Und er soll ihn einsetzen, FÜR GOTT!

Er soll nachdenken, er soll sich fragen: spüre ich Gottes Liebe in meinem Leben? Wendet sich immer wieder alles zum Guten? Bin ich überwiegend gesund und gut versorgt? Hat Gott in meinem Leben den Raum, der Ihm gebührt? Wende ich mich mit meinen Problemen an Ihn? Steht Er an erster Stelle in meinem Leben? Lasse ich mich von Ihm führen? Höre ich hin was Er mir sagt und folge ich dem? Und: bin ich sozial gut eingebunden in eine Familie oder familienähnliche Strukturen? Gibt es Menschen, denen ich nicht egal bin, die mich annehmen und Vergebung leben? Bin ich also aufgehoben in einer Gemeinschaft und getragen von Gott? Komme ich immer wieder in Frieden durch Seine Hilfe? Rede ich überhaupt mit Gott? Lade ich Ihn in mein Leben ein? Ist Er mir nah? Und wessen Willen tue ich jeden Tag – Seinen oder meinen?

Kann ich spüren und sehen wie Er in meinem Leben wirkt? Erlebe ich, wie Er täglich meine Gebete erhört, ja auch im Kleinsten? Folge ich Seinen Geboten? Bin ich als Sein Kind gehorsam den Regeln, die Er liebt und in Seiner Weisheit für uns erdacht hat? Wenn wir das nicht können – kein Problem! Gott hilft uns dabei. Er ist kein strenger Gott, wenn Er weiß, dass wir in Seiner Spur laufen WOLLEN. Da zeigt Er Seine Güte und Geduld. Und er hilft uns auch dabei, Seine Regeln zu verinnerlichen, denn Gott verändert den Menschen. Und zwar zum Guten!

Brauchst du das nicht? Bist du schon von dir aus gut? Kannst du das wirklich, dich ganz allein zum Gutsein zu erziehen? Bist du gütig, hilfreich, liebend, sanft, langsam zum Zorn und übst du täglich Vergebung und auch Unterordnung unter Ihn – die gute, höhere Macht?

Der Mensch ist ein soziales Wesen, und im Grunde sehnen wir uns alle nach einem guten König, der uns sagt, was wir tun sollen und wie. Und wir haben das Glück, dass es diesen König gibt, der uns in Sein Königreich aufnehmen möchte. Ein Königreich, in dem Liebe herrscht und Gemeinschaftssinn, in dem geteilt wird, und indem es nur ein Zentrum gibt: Gott Vater und Jesus Christus. Wie eine Sonne schenkt Er alles, und die Kinder strahlen Liebe und Dankbarkeit zurück. Gott liebt Dankbarkeit, Er liebt es, geliebt und gelobt zu werden – und Sein Herz geht weit auf, wenn dies geschieht.

Ich finde es gut, wenn jetzt viele Menschen zum nachsinnen kommen und sie sich einige Fragen stellen.

Diese Welt ist von uns kaputt gewirtschaftet worden – Gott und nur Gott könnte uns helfen dabei, sie wieder in einen besseren Zustand zu versetzen, wenn wir lernen auf Ihn zu hören und Ihm zu folgen. Wer ist weiser als Gott? Wer weiß besser, was wir und diese Erde brauchen? Niemand. Wir sollten sein Angebot nicht ausschlagen, uns Ihm hinzuwenden. Wer weiß wie lange dieses Angebot noch steht?

Die Bibel spricht von der Endzeit, in der noch die letzten Treuen gerufen werden, die im Buch des Lebens stehen. Und wenn die Zahl erfüllt ist, kommt eine schwere Zeit für uns alle – bevor dann Jesus eines Tages zurück kommt. Zahllose Prophezeiungen der Bibel haben sich bereits erfüllt, auch diese wird sich erfüllen. Glaube es, oder nicht, das ist nicht wichtig, doch es würde nicht schaden, damit anzufangen in der Bibel zu lesen, wenn du noch nicht viel über Gott weißt.

Dort findest du Seinen Charakter beschrieben. Das neue Testament ist leichter zu verstehen, vielleicht beginnst du erst mal damit. Um das alte zu verstehen braucht man einen tieferen Blick und eine gemeinsame Strecke mit Gott. Doch alles öffnet sich nach und nach…

Sprich mit Gott, rufe Ihn an. Nutze die herrliche Stimmung in der Natur, die Einsamkeit, atme die Schönheit dort tief ein, frage dich, ob du wirklich, wirklich ohne einen Gott leben kannst, und frage vor allem dein Herz! Bist du voller Angst, oder Härte, voller Stolz, glaubst du noch immer, du bist der Herr deines Lebens? Ist dein Herz rein? Oder brauchst du nicht einen Gott, der es rein macht? Gott will das – nichts lieber als das! Du musst nicht bereits rein und fertig sein, das ist Sein Job! Aber zeige Ihm, dass du umkehren willst von dem Alten und mit Ihm neu beginnen. Lass die Sehnsucht sprechen und zeige Ihm deine Wunden, öffne dich Ihm und lass Ihn hinein. Füge Ihn nicht hinzu wie einen Götzen, sondern sei dir bewusst, mit wem du es da zu tun hast. Er ist gewaltig, groß, gütig, herrlich, heilig, ein reinigendes Feuer und gerecht. Deshalb fordert diese Gerechtigkeit, dass du deine Fehler bekennst und bereust. Dass du einsiehst, dass du dein Leben auf dem Holzweg verbracht hast und eigenmächtig warst, ohne Liebe zu deinem Schöpfer.

Wir kommen mit unserer Eigenmächtigkeit nun allmählich an ein Ende. Es hat zu nichts Gutem geführt. Wir erleben den Exzess des Egoismus in dieser Welt überall. Die Superreichen werden sich auch an diesem Absturz noch bereichern, so lange bis es knallt. Aber nicht nur die Superreichen sind egoistisch, wir alle, jeder sucht zuerst seinen Vorteil und seinen Gewinn. Wir können keine guten Menschen sein ohne Gott. Er will uns durchweben und umgestalten in Sein Bild. Das ist der Plan, ein genialer Plan – und ganz und gar abhängig von unserer individuellen Entscheidung.

Rede mit Ihm, und bitte Ihn in dein Leben – aus ehrlichem Herzen. Wenn du wirklich umkehrst und bereit bist, Ihn kennen zu lernen und Seinen Willen zu tun anstatt deinen, wird Er dir antworten. Such dir Menschen, die dir dabei helfen können, die bereits Erfahrung damit haben, aber schau genau, welche Menschen dies sind und wen sie wirklich verherrlichen. „An ihren Früchten werde ihr sie erkennen.“

Gottes Segen sei mir dir!

Foto: Pixelio Image ID611268 von Rainer Sturm

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Ich wurde von einer Leserin gefragt, ob die Stille und der Frieden denn nicht erstrebenswert seien? Ob ich noch mehr sogenannte „Erwachte“ kenne, die doch scheinbar immer im Frieden sind, und ob das nicht viel erstrebenswerter sei als die Jesus-Nachfolge. Und ob nicht mein Leben, in dem auf Erwachen nach Jahren ein Absturz folgte, eine Ausnahme sei, da doch viele der Lehrer im Frieden stabil zu sein scheinen.

Gerade Letzteres kann ich nicht wirklich beurteilen, da ich nicht in die Herzen der Menschen sehen kann, aber ich kannte viele der Erwachten, und ich fand gar nicht, dass sie immer im Frieden waren. Ja, sie hatten einen leichten Weg gefunden, immer wieder in Frieden zu kommen, und dieser Weg war auch für mich offen. Dennoch habe ich dieses Eintauchen in den Frieden als einzig mögliche Heilungsmaßnahme für mich verworfen, eben weil es mich einfach nicht dauerhaft heilte. Ob es Andere heilt, kann ich nicht sagen und nicht wissen. Das muss jeder für sich selbst beantworten.

Ich lehne Frieden und Stille nicht ab, ich erlebe beides mit meinem Gott, ich bin also dabei nicht allein. In der Stille bin ich in enger Zweisamkeit mit Ihm. Er hört mich, Er antwortet mir, Er liebt mich, ich liebe Ihn. Wir genießen unsere Beziehung in der Stille. In dieser Art von Stille schwingt immer tiefe Berührung des Herzens mit. Was ich mit Stille und Frieden nach dem Erwachen erlebte hatte eine ganz andere Qualität. Ich fühlte mich da viel mehr erstorben.

Als das Erwachen bei mir geschehen war, sehnte ich mich nach Kontakt zu anderen Menschen, die diese Erfahrung auch kannten. Ich meldete mich in einem Forum mit dem Thema an, war jedoch enttäuscht, weil es dort so viele, zum Teil recht heftige Streitereien gab. So machte ich ein eigenes Forum auf – mit gewissen Regeln, um Streitigkeiten zu vermeiden. Es begann sehr nett und harmonisch, doch es blieb nicht ohne Streitigkeiten, auch nicht ohne Verletzungen. Ich erinnere mich an einen Jahreswechsel, den ich komplett vor dem PC verbrachte, weil ich sehr aufgebracht war und verletzt. Auch für Andere gab es immer wieder Gelegenheiten, sich verletzt zu fühlen und Schutz zu brauchen und zu verlangen. Es waren viele Erwachte da, doch auch sie blieben verletzliche Menschen, die wütend werden konnten und aggressiv und ungerecht. Generell war der Ton meistens lieb und zugewandt, doch dahinter schmorte so einiges, bei mir wie bei Anderen.

Ich fuhr zwei oder drei Mal zu Erwachens-Kongressen nach Berlin, wurde selbst interviewt für Jetzt-tv – und immer wieder wunderte ich mich darüber, welcher Hype im Netz um dieses Erwachen und den daraus folgenden leichten Zugang zur Stille gemacht wurde. Nahezu jeder versuchte ein Lehrer zu sein, und irgendwie damit ein bisschen Geld zu verdienen. Viele wollten auch gerne Satsang geben, oder taten es zumindest irgendwann – mehr oder weniger erfolgreich.

Und ich war auch von mir selbst überrascht, welche „Weisheiten“ nach dem Erwachen mit völliger Leichtigkeit aus meiner Feder hervor quollen, sobald ich die Advaita-Theorie assimiliert hatte. Ich veröffentlichte eine Homepage, die sehr gut frequentiert war, begann mit dem Forum und schrieb ein Buch über das Thema Erwachen. Ich wollte mir das Erwachen nicht ans Ego heften, doch letztlich tat ich es doch – mit dem Hinweis auf unwiderstehliche Impulse. Ich lehnte es allerdings ab, Satsang zu geben oder Vorträge zu halten. Ich mochte noch nie das Hofieren von Menschen, die Guru-Verehrung oder gar das Niederknien vor denen, die man über sich stellte. Und es erregt in mir auch heute noch Widerwillen, wenn ich sehe, dass es noch immer Menschen gibt, die das für ihre Person zulassen.

Ich stand auch dem Geldverdienen im Zusammenhang mit der Erwachens-Thematik kritisch gegenüber. Mir schien: etwas das man geschenkt bekommen hat, sollte man einfach weiter verschenken. mir erschienen Formulierungen wie „empfohlene Spende“ oder die Rechtfertigung mit dem sog. „Energie-Ausgleich“ als vorgeschoben. Nein, ich empfand da immer so etwas wie eine tief verborgene Verlogenheit, und ich sah, dass die Egos auf andere Weise groß wurden. Da war zwar nicht mehr die Identifikation mit dem kleinen Ego, statt dessen aber die Identifikation mit dem großen „Ich bin Gott“. Eigentlich war es schlimmer als zuvor, denn nach wie vor war man auf sich allein gestellt, auf sich selbst geworfen. Man hatte nur eine schöne Theorie gefunden, die die Dinge neu beschreibt. Altes, neu beschrieben, aus einem anderen Blickwinkel, doch nun mit dem recht cleveren Freibrief, einfach so zu sein und zu bleiben wie man eben war, selbst wenn man halt ein A.-loch war. Für mich fehlte da was, und ich spürte eine große Lüge darin.

Es scheint tatsächlich so, dass es keine andere Theorie über Gott und die Schöpfung gibt, die das Erwachen besser einbinden könnte als die des Advaita. Jedenfalls fand ich damals keine. Doch das heißt nicht, dass diese Theorie wahr ist. Was geschieht im Grunde beim Erwachen? Man kommt auf Ground Zero, man fällt herab, und das Leben ist auf einen Punkt geschmolzen. Und die Stille ist plötzlich ganz einfach da und laut wie nie. Mit ihr ein Gefühl von unsäglicher Entlastung und Befreiung. Und dann rappelt man sich auf und erkundet die Umgebung aus neuem Blickwinkel.

Man wählt den falschen Gott

Doch anstatt sich nun an diesem Punkt an den echten, realen, lebendigen, persönlichen Gott zu wenden und diesen um Führung zu bitten (nie bräuchte man sie dringender!!!), wählt man es, das LEBEN (Sein, Quelle, Alles, Nichts) als unpersönlichen Gott zu fixieren – ein Gott, der weder Charakter, noch Willen, noch Absichten hat, sondern einfach ist. Denn das ist die erste Theorie auf die man stößt, wenn man nach Erklärungen ohne persönlichen Gott sucht.

Waisengeist

Wir sind im Grunde Waisenkinder, denn wir lehnen einen Vater-Gott ab. Ein echter, realer, persönlicher, liebevoller Gott mit Willen und Absichten und Charakter erscheint uns heutzutage aberwitzig und viel zu unwahrscheinlich. Das ist doch Aberglaube, Kinderglaube, die Bibel, so lesen und hören wir in der spirituellen Szene, ist gelogen, gefälscht und verbogen. In unserer „aufgeklärten“ Zeit kann man nichts glauben, was man nicht sehen oder fühlen kann oder erfahren hat. Viel lieber glaubt man alles was die Annahme stützt man sei selbst Gott, Teil von Gott, und alles sei Gott, und noch besser: man habe nun den Stein der Weisen gefunden und sei am Ende des Kreislaufs der Geburten angekommen. Das fühlt sich doch für den Selbstwert tausendmal besser an…

Null-Linie

Das Erwachen haut einen runter auf die Null-Linie. Emotionen und Gedanken schweigen für geraume Zeit und regen sich nur zaghaft wieder. Die Philosophie besagt, diese Null-Linie sei das Nonpulusultra und das Geheimnis, um aus dem Leiden heraus zu kommen. Also bemüht man sich bei jedem Aufwallen darum, wieder in die Stille der Null-Linie zu kommen, um sich da hinein zu retten vor Gedanken und Gefühlen.

Datei:Aufgabe Schwingung v-t-Diagramm.png

Das gelingt aber nur mehr, oder auch weniger. Manchmal entgleisen die Gesichter, manchmal offensichtlich, manchmal heimlich.

Denn: die Null-Linie heilt nicht auf Dauer, sie tüncht zu, dennoch sie wird sie verherrlicht. Im Grunde symbolisiert sie den Tod. Wenn sich in der Physik auf dem Wellendiagramm nichts mehr abspielt, herrscht der Tod. Doch wozu sind wir denn ins LEBEN gesandt worden? Um tot zu sein? Um nichts mehr zu empfinden? Um immer weniger zu werden statt mehr? Ich kann das nicht glauben. Wir werden geboren und erfahren das Leben, um es dann wieder rückgängig zu machen? Wo ist da die Weiterentwicklung? Es ist ein Rückschritt für mich.

Das GANZE Leben

Um das Leben GANZ zu erfahren, um in die ganze Fülle des Lebens zu kommen brauchen wir einen PERSÖNLICHEN Gott! Um unsere Muster und Fehlverhalten wirklich zu heilen brauchen wir einen PERSÖNLICHEN Gott. Um uns wirklich ganz loszulassen, um wirklich frei von uns selbst zu werden, brauchen wir einen PERSÖNLICHEN Gott. Um beziehungsfähig und wirklich gute Menschen zu werden brauchen wir einen PERSÖNLICHEN Gott. Warum? Weil wir all das nicht aus uns selbst machen können – auch dann nicht, wenn wir glauben Gott zu sein. Wir sitzen einer Lüge auf, wenn wir glauben, selbst Gott zu sein. Wir sind Gottes Kinder! Ein Kind ist nicht der Vater, ein Kind ist nicht die Eltern, ein Kind ist das Kind, ein eigenes Wesen. Und der Vater möchte sich um seine Kinder kümmern. Wenn sie jedoch vor Ihm weg laufen, ihn nicht mehr kennen und lieber an die Körner im Sandkasten glauben wollen, so ist er ohnmächtig,. Er lässt sie, denn Er achtet nichts mehr als den freien Willen.

Die Null-Linie wird zum Gott erhoben, der Tod wird verherrlicht – von all dem steht aber kein Wort in der Bibel. Sondern ganz im Gegenteil geht es dort immer um das LEBEN, um die WAHRHEIT und um den WEG (Jesus). Die Erwachens-Philosophie negiert ab Erwachen jeden Weg, jede Weiterentwicklung, und Jesus wird zur Energie degradiert. Man versucht sich zu heilen, indem man sich immer wieder bemüht zur Ruhe und in die Stille zu kommen, darin möglichst lang und tief zu verharren und so die Probleme aufzulösen. Manche Menschen merken dabei gar nicht, wie egoistisch sie dabei werden, wenn sie sich nur noch um ihre eigenen Befindlichkeiten drehen. Aber viel schlimmer: man löscht sich so selbst mehr und mehr aus.

Was für eine perfide Umkehrung all dessen was in der Bibel steht und wofür Jesus Christus gestorben ist.

Gottes Antwort an mich

Kürzlich fragte ich (den persönlichen) Gott vor dem Einschlafen zum hundertsten Male, ob denn das Erwachen nicht wenigstens teilweise auch von Ihm gekommen sei, und Er antwortete mir mit einem Traum:

Ich ging in einen orientalischen Laden voller bunter Kissen, Lichtern, Decken und Räucherwerk.

Man konnte dort Geld abheben, so wie heute in jedem Supermarkt. Ich ging zur sympathischen Besitzerin, die mit Kettchen um Hals und Handgelenke locker und unkonventionell aussah, und wollte 300 Euro abheben. Da ich ihr blind vertraute, sah ich das Geld, das sie mir gab, gar nicht an, sondern steckte es einfach ein.

Als ich wieder auf der Straße war und mir etwas von dem Geld kaufen wollte, sah ich mit Erschrecken in meinen Händen, dass sie mir statt Euro indische Rupies gegeben hatte, das Geld war keinen Penny wert.

Sie hatte mich eiskalt betrogen und mir dabei in die Augen gesehen. Wutentbrannt kehrte ich um und forderte mein Geld in Euro zurück, doch die Dame hatte nichts. Ich bedrohte sie in Jesu Namen, so gab sie mir widerwillig einen Hunderter aus ihrer Kasse, mehr hatte sie nicht. Dann floh sie vor mir, weil ich in Jesu Namen gedroht hatte.

Ich bekam also doch noch etwas von meinem ganzen Prozess des Erwachens zurück: zumindest einige Erkenntnisse. Unter Anderem die Erkenntnis, dass das Erwachen – woher es auch immer gekommen war – keine segensreiche Wirkung haben konnte, weil ich sofort auf die falschen Theorien herein gefallen war. Selbst wenn diese einmalige Erfahrung vom Schöpfer selbst gekommen sein sollte, so war ich doch zu dem Zeitpunkt einfach nicht in der Lage, sie zu nutzen – nämlich FÜR eine Beziehung zu meinem Schöpfer. Ich verwandte sie viel mehr gegen Ihn. Ich hatte damals nicht den Glauben an einen persönlichen Gott. Mein Glaube war bereits im Alter von 18 Jahren so enttäuscht worden, dass ich mich damals entschieden hatte, nie wieder an diesen Gott zu glauben.

Manchmal frage ich mich, ob das Erwachen möglicherweise der Moment meiner Wiedergeburt in Christus war, denn ich hatte im Herzen eine sehr intime und liebevolle Erfahrung mit Jesus währenddessen. Da war dieses Nachhausekommen und dieser unendliche Frieden, und so vieles fiel ab. Doch schon die Suche nach einem passenden Weltbild und das Annehmen von östlichen Philosophien als Erklärung lenkte mich in eine ganz andere, wie ich finde unheilvolle Richtung, nämlich weg von meinem Schöpfer.

Es gibt unterschiedliche Formen und Grade des Erwachens. Und ich schrieb es schon mehrfach: Es gibt Erwachte Alkoholiker, Kettenraucher, Kiffer, Süchtige, Machthungrige, Missbraucher, Vergewaltiger, Kindesschänder. Oft wurden sie all das erst nach dem Erwachen… Welchem Gott sind sie also wirklich gefolgt? Dem „Fürst der Welt“ vielleicht, aber sicherlich nicht dem Schöpfergott. Einige haben sich später umgebracht, weil ihnen das Erwachen, bzw. die Erwachens-Philosophie jeden Sinn genommen hatte. Es gibt viele depressive, einsame, traurige, beziehungsunfähige Erwachte, deren Hoch-Sensibilität sie immer weiter in die Isolation treibt. Wie traurig – denn sie kennen den Gott nicht wirklich, der sie so gerne heilen möchte.

Manche verbringen ihre Rest-Lebenszeit verschwenderisch damit, nondualistische Weisheit zu verkünden, im Heimlichen stolz auf ihr Erwachen zu sein, das Leben einfach nur zu genießen, während sie sich egoistisch, vielleicht gar auf Kosten Anderer ausleben , mit dem Hinweis darauf, eben eine individuelle Ausdrucksform Gottes zu sein.

Schuldgefühle sind out

Man mag sich nicht vor dem wahren Gott demütigen, sich nicht klein machen, man will gar nicht leben als ein Kind Gottes, das vollkommen abhängig ist, ausgerichtet auf den Einen, den Einzigen, der uns wirklich retten könnte.

Wir sind schuldig, wenn wir so bleiben wie wir sind und nicht alles tun (im Idealfall uns Jesus überantworten), um uns verändern zu lassen von dem Gott der Kraft und Wirksamkeit. Wir sind schuldig, so lange wir unsere Verfehlungen nicht bekennen und Jesus als Retter annehmen, und auch all die Erwachten bleiben schuldig, auch wenn sie kein Schuld-Bewusstsein haben.

Vielleicht wird das ein Thema für einen weiteren Blog-Beitrag werden, denn ich möchte es selbst gern untersuchen, warum so wenige Menschen in der heutigen Zeit ein Schuldbewusstsein haben, und warum es für sie nichts Schlimmeres gibt, als Schuld einzugestehen. Doch es ist unabdingbar das zu tun – vor diesem einen unfassbar großen, herrlichen Gott, der diese geniale, wunderschöne Natur geschaffen hat, der uns hinein gesetzt hat, der heilig, rein, herrlich und pure Liebe ist.

Ehre sei dem wunderbaren Gott meines Herzens.

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Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, sodass ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. (1. Kor. 13, 1-2)

Im Hinblick auf den Heiligen Geist und meine Vergangenheit kam mir in Anlehnung an diese Bibelstelle folgender Satz: „Was nützte es mir, wenn ich in der Unendlichkeit des Erwachens und der Erleuchtung aufginge, hätte aber keine Beziehung zu meinem liebenden Gott? Ich wäre verloren und ginge am Wesentlichen vorbei…“

Als ein Mensch, der sowohl das Erwachen als auch den persönlichen Gott kennen lernen durfte möchte ich aus meiner persönlichen Erfahrung heraus eines klar aussprechen: Meiner Meinung nach unterscheidet sich die innere Stimme, der man (vor und) nach dem Erwachen folgt, ganz grundlegend von der Stimme Gottes/Jesu. Es ist NICHT DIE GLEICHE!

Unser Schöpfergott, der persönliche Gott, der sich uns durch die Bibel mitteilt, dessen Vertreter Jesus Christus hier auf Erden war und ist, hat einen Sprecher: den Heiligen Geist. Die gesamte Bibel ist vom Geist Gottes inspiriert, das alte wie auch das neue Testament. Menschen, Propheten, die sich dem persönlichen Schöpfer-Gott in tiefem Glauben zuwandten wurden von Ihm inspiriert.

Wer die Bibel nicht ernst nehmen möchte, kann das tun, doch er nimmt sich damit den größten Schatz, denn auch durch die Bibel spricht dieser Heilige Geist zu uns Menschen. Und eben dieser Heilige Geist – so ist es uns versprochen – kommt auf jeden Menschen, der Jesus nach folgen möchte. Dazu braucht es eine Entscheidung für den persönlichen Gott, innere Umkehr und das was man „Buße“ nennt, mit anschließender Taufe. 

Dann ist es möglich, in eine direkte, persönliche Beziehung zu Jesus Christus zu treten. Der Kontakt mit Ihm wiederum öffnet den Weg zum Vater, und so ist der Heilige Geist Mittler, Helfer, Berater und Freund.

Oft spricht Er zu uns, während wir in der Bibel lesen und erinnert uns an Ungelöstes, oder Er zeigt uns Gottes Sicht zu dem was uns gerade bewegt. Er spricht aber auch direkt zu uns, wenn wir uns betend hinwenden. Er antwortet auf Fragen, oft in Bibel-Zitaten, oder er spricht im Duktus unserer Persönlichkeit. Es kann sich zu einem Gespräch ausweiten, immer sind wir Empfangende, sind diejenigen, die dadurch an Weisheit wachsen.

Allwissend und allmächtig nutzt Gott all unsere Ressourcen an Wissen, Wortschatz, Erfahrung und Prägung. Unser Gehirn arbeitet wie ein Radioempfänger. Es empfängt und überträgt uns die Botschaften individuell zugeschnitten, auf ganz persönliche Weise, so dass wir sie auch verstehen können. Der Heilige Geist kommt auf unsere Ebene, und Er kennt uns besser als wir uns selbst kennen.

Gott liebt dich

Man erklärt laut im Gebet seine Absicht, Jesus zu hören, bittet um Sein Reden und richtet sich ganz auf Ihn aus – mit Geduld und in einem abwartenden, offenen und demütigen inneren Lauschen und Schauen. Will man nur seine eigenen Gedanken und seinen Willen bestätigt bekommen, geht man fehl. Es geht darum, sich vom Geist Gottes bereichern und lenken zu lassen. Ver-hören ist also möglich.

Gott schenkt „die Unterscheidung der Geister“, wenn wir Ihm nachfolgen und Ihn darum bitten. Die Stimme des Heiligen Geistes spricht aufbauend, berührend, erweckend und auf eine tiefgehende und liebevolle Weise belehrend, in Gleichnissen, übrigens oft auch humorvoll. Es kommen Worte, Sätze, Bibelstellen, oder auch Bilder, Szenen, Sequenzen, oft mit Herz-Beteiligung. Es ist so etwas Ähnliches wie wach zu träumen, man erwartet in einer tiefen Anbindung im Glauben Antworten – den Sinn ganz auf Gott gerichtet.

Manchmal werden Zusammenhänge schlagartig klar, ein Licht geht auf, man versteht etwas plötzlich auf ganz tiefe Weise. Plötzlich steigen Tränen auf, weil eine Wahrheit klar geworden ist, weil eine spontane Einsicht gekommen ist, oder weil Gottes Liebe so intensiv berührt – wenn solches geschieht, dann war ER es mit großer Wahrscheinlichkeit – Jesus.

Seine Schulung ist sanft, Seine Weisungen zeigen auf die Wahrheit, sie fördern Vergebung, Liebe, Geduld, Frieden und Sanftmut. Seine Stimme heilt, kann aber auch heraus fordern, wenn sie nicht mit unserem Willen überein stimmt. Er spricht jedoch nicht streng oder hart, nicht verurteilend oder niedermachend, geringschätzig oder negativ, denn Er liebt uns ja! Nie würde Er zu Schandtaten anstacheln, das wäre völlig konträr zu seinem Charakter. Negative Stimmen haben IMMER andere Quellen. Sie kommen entweder von Dämonen oder aus unserem gottlosen Ego, das durch schwere Erfahrungen negativ programmierten ist – niemals vom Heiligen Geist!

Damals, nach dem Erwachen fühlte ich mich zwar aufgehoben und Zuhause im Sein, sozusagen frei floatend, doch ich war in allen meinen Entscheidungen ohne Halt und Ziel. Es gab nichts mehr zu erreichen. Da waren manchmal widerstreitende Impulse, und es schien gleich gültig, für welchen ich mich entscheiden würde. Eine „alles-egal-Haltung“ war durch das Erwachen entstanden. Das öffnete natürlich auch Süchten wieder die Türen. Hie und da stiegen nach einer Weile wieder Aggressionen auf, die ich versuchte zu verbergen. Es gab auch wieder seelischen Schmerz bei gewissen Anlässen. Je nach Trigger wurden nach und nach alle Muster wieder wach, die ich für aufgelöst gehalten hatte.

Das Erwachen eröffnete meinem philosophischen Denken neue Dimensionen. Ich war durch mein Erleben überzeugt von der Nondualität, sah die Dualität als unwirklichen Traum, und mühelos perlten spirituelle Weisheiten aus meinem Mund. Die Übereinstimmung meiner Einsichten mit den Worten vieler Erleuchteter bestätigte meine Gedanken und Schlüsse, und das gab meinem Ego, das ich für gestorben hielt, eine verheimlichte Schubkraft, die ich mir schön redete, und mir als Person neue Bedeutung. Denn – selbstverständlich in aller Bescheidenheit – hielt ich mich nun für fähig, Menschen zu beraten, die glaubten, von mir lernen zu können und die – so wie ich damals – nach dem Erwachen suchten. Ich wusste ja schließlich Bescheid.

Doch heute sehe ich, dass all meine Weisheiten von der Nicht-Zweiheit, davon im Sein aufgehoben zu sein, oder von der Glückseligkeit des Gestorbenseins – nichts, aber auch gar nichts mit dem biblischen Gott zu tun hatten, mit dem wahren Jesus Christus. Ich jedoch presste Jesus Christus nun als „erleuchteten Super-Meister“ in mein Weltbild und blendete damit neunundneunzig Prozent der biblischen Aussagen aus. Ich nahm einige Bibelstellen an, betrachte aber den großen Rest als Fehlübersetzungen oder Erfindung von Leuten, die vieles falsch verstanden hatten. Ich las auch gar nicht mehr wirklich in der Bibel nach dem Erwachen. Schließlich wusste ich ja alles selbst und brauchte keine Bücher mehr, es sei denn zur Unterhaltung.

Heute jedoch sehe ich: weder all meine nonduale Weisheit, noch meine erwachte Entspanntheit, noch meine Techniken, auftauchende Gefühle und Zustände immer wieder ins Sein zu entlassen – nichts davon bewahrte mich davor, letztendlich von Dämonen fertig gemacht zu werden. Ich folgte meinen Impulsen, doch das führte mich im Endeffekt in eine für mich schädliche Richtung. Meine Impulse und meine innere Stimme waren ganz offensichtlich nicht wirklich weise, denn sie führten mich mitten hinein in eine Partnerschaft, die mir zunächst vorkam wie das Sahnehäubchen in meinem Leben, die mich jedoch mit der Zeit seelisch und körperlich durch kongenial passende, emotional missbräuchliche Muster total aussaugte. Und all meine spirituelle Weisheit half mir weder das zu erkennen oder zu verhindern, noch frühzeitig zu beenden. Im Gegenteil hielt ich mit aller Zähigkeit daran fest und wirkte kräftig mit. Acht Jahre später war ich ein Wrack, das jede Nacht Besuch von Dämonen hatte – ständig krank und gezeichnet von Depressionen und massiven Schlafstörungen.

Meine inneren Stimmen und Impulse hatten mich zusammen mit meinen Mustern an einen Abgrund geführt. Ich war mit aller Weisheit am Ende. Und ich musste der Wahrheit ins Gesicht sehen, dass etwas Dunkles an mir zerrte, mir Angst machte, mich auslaugte und aussog.

An diesem Punkt erkannte ich schlagartig, dass die Welt alles andere als nondual ist, sondern dass sie vielmehr hochgradig dual ist! Es gibt das Gute, und es gibt das Böse in dieser Welt! Und noch schlimmer: Es gibt einen Krieg des Bösen gegen das Gute, den satan schon vor Äonen angezettelt hat. Mir wurde klar: auch in meinem Leben und in meinem Innern fand dieser Krieg statt. In meinem Leben hatte die dunkle Seite dieser Schöpfung immer wieder alles daran gesetzt, mich fertig zu machen – sowohl seelisch als auch körperlich. Und das Erwachen war ein Prozess, der dem Ganzen sogar Vorschub geleistet hatte. Diese letzte Partnerschaft sollte der finale Schlag sein.

Gut und Böse

Dämonen sind es, die in die Sinnlosigkeit und in den Wahnsinn treiben, in den Selbstmord und letztendlich in den Tod. Stimmen, die wir nicht als dämonisch erkennen, sondern für unsere eigenen halten, treiben uns passend zu unseren unerlösten Mustern in Lebenssituationen, in denen sie uns möglichst fertig machen wollen. Haben sie uns erst einmal in der depressiven Abwärtsspirale, hauen sie uns alles um die Ohren: Sie entwürdigen uns, klagen an, machen nieder und nehmen uns jeden Selbstwert. Sie pathologisieren uns, entwerten uns, verkehren alles ins Negative. In der Endphase gipfelt das in der Sehnsucht danach zu sterben. Viele Menschen wurden schon von diesen Stimmen in den Selbstmord getrieben – und damit hat die dunkle Seite ihr schreckliches Ziel erreicht. Dieses Ziel lautet: den Menschen von Gott abzutrennen, in die Dunkelheit zu stürzen und umzubringen.

Es gibt nur eine Rettung, wenn man in seiner Umlaufbahn dem „schwarzen Loch“ schon so nah gekommen ist: Gott. Jesus Christus! Wenn wir uns Ihm zuwenden und Ihm unser Leben geben, muss all die Dunkelheit weichen. Und das kann sehr schnell gehen! Er stellt einen komplett wieder her.

Wenn wir glauben, unser inneres Bauchgefühl sei ein guter Führer, oder jenseitige Meister, oder die Stille an sich, oder der „Zufall“, oder das „Offensichtliche“ so gehen wir in die Irre, denn welcher Instanz folgen wir in Wirklichkeit? Wir wissen es gar nicht. Wir glauben, es sei das Schicksal, doch in Wirklichkeit sind wir Spielbälle von Kräften, die wir nicht einschätzen können und deren Motive wir verharmlosen – im Glauben an die liebe, gute Nondualität oder die Macht eines guten Schicksals – ohne einen persönlichen Gott. Wir haben keinen Leitfaden, keine Autorität, die es gut mit uns meint, keinen liebevollen, uns wertschätzenden König, keinen liebenden Gott, der mit uns Gemeinschaft haben möchte und nur unser Bestes will. Wir sind mutterseelenallein und ausgeliefert.

Hast du den Heiligen Geist, bist du nicht mehr allein. Du hast einen mächtigen, liebenden Freund, einen Begleiter, der dich trägt und dir mit sanfter Hand durchs Leben hilft, mit dessen Hilfe Heilungen geschehen, der tröstet, führt, Menschen zusammen fügt und nicht trennt, der positiv verändert und uns persönlich im Guten und Wahren reifen lässt. Wie schade, wenn wir diesen Gott verpassen! Wie schade, wenn wir glauben, selbst schon alles zu wissen und keinen Rat mehr zu brauchen. Wie schade, wenn wir uns mit der kühlen Weite zufrieden geben, und die Wärme einer innigen Beziehung zu einem Gott, der Seines Gleichen sucht, ausschlagen.


Bildquelle Schach: Image-ID 440423 von Meltis

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Auf dem Weg mit Jesus geht es aus meiner Sicht um ganz andere Dinge als auf dem Weg der Spiritualität oder des Erwachens.

Als ich nach Erleuchtung suchte, meditierte, diverse Übungen machte, erhoffte und erwartete ich mystische Erfahrungen. Mein Ziel war es, das süße Gefühl der Verschmelzung mit Gott möglichst dauerhaft zu haben, ich erstrebte eine Glückseligkeit auf Dauer. Doch diese scheinbare Verschmelzung erlebte ich im Grunde nie wirklich, sondern vielmehr überlagerte eine immens schmerzhafte Sehnsucht meines Herzens und meiner Seele alles. Die Sehnsucht war so stark, und so oft weinte ich, weil ich einfach nicht fand was ich suchte. Schließlich glaubte ich, diese Sehnsucht müsse schon die Erfüllung sein. Und so wurde Schmerz und süße Sehnsucht mein Indikator für Gottes Wirken in mir, und mir blieb keine Wahl als mich damit zufrieden zu geben.

Ich wusste es damals nicht besser. Ab und an hatte ich auch beeindruckende mystische Erlebnisse von Entgrenzung, Kundalini-Phänomene, Erlebnisse außerhalb des Körpers, beeindruckende mystische Begegnungen, Spuk-ähnliche Phänomene… Das meiste war mehr erschreckend als wirklich wohltuend, und doch war ich für alles dankbar und hielt mich dann auch für besonders, vielleicht gar auserwählt und wichtig für Gott.

Nach dieser endlos langen Phase (ca. 30 Jahre) kam das Erwachen – an einem Punkt des Loslassens dieser Suche. Damit einher kam die Einsicht, dass alles bereits da ist und es nichts zu erstreben gilt. Damit war all dem mystischen Kram ein Ende gesetzt. Statt dessen aber kam die Verherrlichung der Stille, denn es entstand die Möglichkeit, sich im Sein total zu entspannen, darin zu schwelgen und abzutauchen. Das Verschwinden im Sein hat seinen eigenen Reiz, der für mich jedoch immer auch etwas Wehmütiges hatte. Denn alles zu lassen, alles sein zu lassen, alles als unwirklich zu betrachten und mich selbst als geträumter Träumer im Traum – das alles war wenig aufbauend. Es war so etwas wie Sterben auf Raten, oder bereits im Leben gestorben zu sein.

Nun habe ich inzwischen – seit meiner Taufe – ein ganz anderes Leben kennen gelernt. Ich bin wieder lebendig, ich habe wieder ein Ich, ich treffe wieder Entscheidungen. Ich habe mich einfach dafür entschieden, wieder leben zu wollen, dieses Leben ernst zu nehmen, an einen liebenden, persönlichen Gott zu glauben und Ihm zu folgen. Auf dem Weg mit Jesus geht es vorrangig um die Beziehung zu Ihm und erst zweitrangig um mystische Erfahrungen oder das Sein. Es geht um die tägliche Nähe, darum, sich führen zu lassen, Ihn immer wieder aufzusuchen, und Ihm  sein Herz zu öffnen.

Der Heilige Geist zeigt mir jeden Tag im Gebet, ob und wo es noch Dinge zu klären gibt. Wenn ich mich Seiner Führung überlasse, kommen die tagesaktuellen Probleme hoch, und gleichzeitig eröffnet sich auch der Weg, wie ich innerlich oder äußerlich damit umgehen kann – in der Gegenwart Gottes. Im Prozess des „Kreislaufs der Erneuerung“ erlebe ich eine tiefe Reinigung, immer wieder aufs Neue.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, ich habe extrem negative Gedanken in mir zugelassen über jemanden. Ich habe diese Gedanken tagelang gefüttert, verstärkt und verurteile ihn und sinne auf Rache oder Vergeltung, weil ich verletzt wurde. Dann weiß ich in dem Moment sehr genau, dass ich in einem Zustand bin, den Gott nicht mag. Ich weiß dann, dass ich angegriffen bin, entweder von meinen alten Mustern (meinem Fleisch), oder gar haben sich Dämonen angeschlichen und stacheln die alten Muster an (das tun sie gerne). Dann habe ich die Möglichkeit, mit gewissen Gebeten diese Angriffe „im Namen des Herrn Jesus Christus von Nazareth, der im Mensch gekommen ist“ zu parieren, zu verbrennen, in die Flucht zu schlagen.  Denn Jesus ist stärker als alle Dämonen. Wenn das nichts helfen sollte, dann muss ich direkt zu Jesus gehen, und das ist dann ohnehin angebracht, denn ich brauche dann Seine Vergebung für meinen Hass und meine Rebellion. Jesus ist Liebe, Er möchte nicht, dass sich die Menschen hassen.

Dann trete ich im Gebet vor Ihn, bekenne meine Schuld, meine Unvollkommenheit, meine Schwachheit. Ich erzähle Ihm die ganze Geschichte. Ich spreche Ihm gegenüber all das laut aus, so wie ich zu einem Menschen sprechen würde, der anwesend ist und der mein volles Vertrauen genießt. Ich drücke es aus, dass ich mich von meiner negativen Haltung abkehren will, in Zukunft anders handeln möchte und dazu Seine Hilfe brauche. Diese Haltung muss natürlich wirklich ehrlich gemeint aus dem Herzen kommen. Und dann bitte ich Ihn um Vergebung und fühle hinein, ob ich diese Vergebung auch empfange und spüren kann.

Und was dann im Herzen geschieht entzieht sich jeder Beschreibung. Es ist Liebe und Heilung pur, Heilung durch die Liebe Gottes, denn Er vergibt, und ich spüre Seine immense Freude über mich. Wir sind uns nah, ich habe die Gewissheit: Jesus wohnt in meinem Herzen! Ich habe Ihm wirklich in der Taufe mein Leben übergeben, und dies tue ich wieder und immer wieder. Die Vorwürfe gebe ich Ihm, und Er gibt die Heilung und auch die Fähigkeit, selbst zu vergeben. Und so fällt die Last auf dem Buckel ab, alles selbst abwickeln und schaffen zu müssen. Ich werde weich, mein Herz wird warm wie ein Ofen, und jeder Hass verschwindet in Sekundenstelle.

In der Vergebung geschieht die direkte Berührung Gottes/Jesus im Herzen. Das ist der Moment, an dem Tränen fließen, der Moment in dem du unmissverständlich weißt, dass du weißt, dass du weißt, dass dich Gott berührt. Das ist dann auch der Moment, den man als „mystische Erfahrung“ bezeichnen könnte. Dies fühlt sich jedoch viel positiver und lebendiger an als die schmerzhafte Sehnsucht von früher, oder die leere, hoffnungslose Stille/Weite, denn hier wirkt Gott direkt im Herzen. In der Vergebung ist Er uns ganz nah. Sie fließt direkt von Ihm zu uns, aus Seiner unendlichen Liebe zu uns. So Wissen wir uns geliebt und aufgehoben, erhoben zu Ihm.

Dieses Erleben jedoch ist nicht Selbstzweck, man kann es sich nicht erarbeiten oder antrainieren, sondern es ist das Geschenk dieser Beziehung zwischen Gott und Mensch und der Hingabe allen Stolzes, allen Dünkels und aller scheinbaren Stärke. Manche erleben solche Momente häufig und immer wieder, andere nur selten. Das hängt natürlich auch davon ab, wie sehr und oft man die Beziehung sucht, und wie stark diese Beziehung ist.

Es ist wie in der Liebe zu einem Menschen: kehre ich meinem Partner immer wieder den Rücken zu, nehme Anderes wichtiger und ignoriere ihn, so nimmt die Beziehung Schaden.

Solche Momente der Innigkeit können sich durchaus ausdehnen und lange dauern, je nachdem, wie lange wir und der Herr in diesem Zustand von Nähe bleiben. In dieser Zeit muss es nicht zwingend still sein, sondern da kann viel geschehen. Es können Bilder kommen, Worte, Gebete, der Heilige Geist gibt uns ein, was Ihm wichtig ist. Hörendes Gebet und der „Kreislauf der Erneuerung“ sind die Zeiten des innigsten Kontaktes.

Wir haben einen wunderbaren Gott, der Seinen Geschöpfen nah sein möchte, der es liebt, wenn wir uns nach Ihm ausstrecken, Ihn um Rat fragen, unser Leben nach Ihm ausrichten. Er möchte mitten dabei sein in unseren Entscheidungen. Er möchte MIT UNS LEBEN. Er will das Gute für uns und unser Leben, und wenn wir auf diese Weise mit Ihm gehen, wendet sich alles zum Besseren.

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Der „Kreislauf der Erneuerung“ ist ein Schlüssel für Klärung und Heilung. Durch Ehrlichkeit sich selbst und Jesus/dem Vater gegenüber, sowie durch Umkehr, Bereuen und das Erbitten von Vergebung.

Leseprobe „Kreislauf der Erneuerung“ von Marco Gmür

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