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Posts Tagged ‘Satori’

Der Glaube bestimmt das Leben.

Was man glaubt entscheidet darüber, durch welche Brille man auf alles schaut. Je nachdem, was für ein Konglomerat an Überzeugungen, blau, rot, grün, schwarz oder bunt – es färbt den Blick auf die Welt und das persönliche Leben. Insofern ist das was wir glauben im wahrsten Sinne des Wortes von maßgeblicher Bedeutung, nicht nur für unser selbst, sondern auch für das der Menschen, auf die wir uns ja auswirken.

Meine alte Brille

Ich habe phasenweise unterschiedliche Glaubenssysteme für mich angenommen und ausprobiert. Daraus zimmerte ich mir ein eigenes Weltbild. Da ich an Religionen und Philosophien, als auch an nihilistischen Lehren interessiert war, sowie an Erleuchtung, Gurus, Meistern und Geistheilern und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die mein Weltbild bestätigten – war das Spektrum breit und bunt. Jesus war immer mein allerliebster „Guru“, doch in einem esoterischen Sinn. Ich glaubte nicht an den persönlichen Jesus, der heute noch lebt und mir nahe kommen möchte, sondern an einen unpersönlichen Gott.

Jesus belegte in meinem Leben zwar einen herausragenden Platz, er war jedoch einer unter vielen. Mir war nicht die Notwendigkeit bewusst, Ihm mein Leben zu übergeben, und ich war der Meinung, bereits Hingabe an meine Art von Gott zu leben. Ich kam ja ganz gut alleine klar.

Ich schaute also durch eine vielfarbige Brille aufs Leben, und versuchte, irgendwie mit dieser Brille vor den Augen Heilung zu finden, denn es ging mir oft seelisch sehr schlecht. Manchmal heilte etwas durch spirituelle Methoden, doch nicht für lange, dann kam es wieder zurück. Insbesondere emotionaler Schmerz war ein zäher Begleiter.

Als ich von der Sinnsuche völlig ausgebrannt war, landete ich im Burnout. An diesem Punkt geschah das größte Heilungs-Ereignis meines Lebens, das ich nie vergessen werde, weil es tiefgreifende Veränderungen brachte. Ich war in Frieden gefallen, ins Jetzt, auch in Befreiung von Schuld und Pflicht. Ich konnte das nach meiner damaligen Brille nur als „Erwachen“ (Satori, Erleuchtung) identifizieren. Die gute Phase hielt ein paar Jahre, doch auch hier verlor ich die Heilung sukzessive wieder.

Heute weiß ich, was der Grund war: mein Leben hatte sich nicht wirklich geändert. Ich fühlte mich zwar befreit, machte jedoch genauso weiter wie vorher. Meine Brille sagte mir, es gäbe nichts zu tun und ließ mich verharren und passiv sein. Mein Glaubenssystem sagte mir, ich sei nun angekommen, es gäbe den freien Willen nicht wirklich, und es gäbe auch nicht wirklich eine Notwendigkeit für eine neue Ausrichtung – wohin denn auch und warum? „Einfach nur sein“ war nach dem Erwachen meine Philosophie. Insofern wiederholte ich die gleichen Fehler wieder. Im Grunde regierte das Lustprinzip in meinem Leben und die Ausrichtung auf Genuss. So hat mich mein Glaube begrenzt.

Ich machte das was ich immer gemacht hatte, ich ging wieder eine Partnerschaft ein, und nach einer Weile begannen die Probleme, weil ich eigentlich alles andere als beziehungsfähig war. Ich hielt jedoch eisern an der Partnerschaft fest, weil ich der Meinung war, dies sei eine Beziehung, die Gott geschenkt hatte, und der Mann der Traummann. Es war für uns keine Frage, dass wir zusammen gehörten. Ich ließ mich auch nicht von irgendwann auftauchenden unguten Bauchgefühlen abhalten.

Es stellte sich mit der Zeit heraus, dass wir beide nicht geheilt waren, also therapierten wir aneinander herum (mein Freund war vom Fach), beschäftigten uns mit Trauma-Heilung etc, probierten so manches aus, doch statt besser wurden meine psychischen Zustände immer schlimmer. Ich bekam Depressionen, massive Schlafstörungen, schlechte Träume, chronische Entzündungen, es häuften sich plötzlich Vergiftungen durch falsches Essen und immer wieder Tieftraurigkeit.

Erst als ich irgendwann einfach nicht mehr konnte, wirklich physisch und psychisch am Boden lag dämmerte mir, dass etwas grundlegend schief lief. Zu erschreckend waren meine Albträume, sie fühlten sich so real an. Ich fühlte mich nachts bedrängt, belästigt, verlacht und verhöhnt. Ich erlebte merkwürdige Dinge, manchmal schien mir als wäre jemand im Raum oder vor der Zimmertür. Ich hörte merkwürdige Geräusche, etwas hob die Bettdecke hoch und legte sich zu mir ins Bett, berührte mich am Rücken, ekelhaft! Ich träumte Erschreckendes, befand mich halbwach plötzlich in völliger Starre, ausgeliefert. Es war mir, wie wenn Wesen mir mehr und mehr auf die Pelle rückten. Einmal konnte ich meinen Kopf minutenlang keinen Millimeter bewegen, obwohl ich all meinen Willen aufbot. Ich war schon in die abwegige Theorie verfallen, mein Kissen aus Memory-Schaum würde irgendeine mysteriöse Strahlung erzeugen oder sei irgendwie verhext. Ich recherchierte schließlich sogar nach Alien-Besuchen und passenden Verschwörungstheorien. Doch das war nicht wirklich überzeugend. Die Bedrückungen kamen immer öfter, und sie mussten ja irgendwo her kommen…

Die Wende

Zu dieser Zeit erzählte mir jemand von Jesus und führte mich zu Videos von Taufen (von „The last Reformation“). Menschen tauften Menschen in Jesu Namen, und verjagten dann ihre Dämonen. Die Bilder waren beeindruckend, wenn auch etwas gruselig. Ich glaubte an so etwas nicht und hatte da ein Negativbild von krass religiösen Priestern in schwarzen Kutten mit dicken Kreuzen um den Hals – doch die Täufer in den Videos waren jung und modern und wirkten ganz normal, offen und freundlich. Es faszinierte mich was ich sah, denn die Menschen erzählten dort auch davon, wie sehr sie die Taufe befreit habe und wie genial Jesus sei. Und schließlich fiel in einem Video ein Satz, der mich schlagartig wach machte: „Es existiert ein Krieg zwischen Gut und Böse!“

Normalerweise wäre dieser Satz bei mir durchs Raster gefallen. Doch in einem kurzen Moment durchbrach er mein Glaubenssystem wie ein Schwert. Mir wurde schlagartig klar, dass das wahr sein musste. Heute weiß ich, dass mir der Heilige Geist einen lichten Moment geschenkt hatte.

Ich ließ mein Leben Revue passieren, mit all seinen schweren Erfahrungen, üblen Träumen schon als Kind, emotionalen Abstürzen und Katastrophen als Frau, Fehlschlägen und Schmerzen in Partnerschaften, zum Teil düsteren spirituellen Erfahrungen… Und Ich wusste schlagartig, dass ich mein ganzes Leben hindurch immer wieder von Dämonen angegriffen, manipuliert und verführt worden war. Und sie kannten nur ein Ziel: mich davon abzuhalten, den wahren Gott, das wahre Licht zu finden.

Sie hatten andere Menschen dazu benutzt, sie hatten meine Verletzungen benutzt, meine Traumata und meine Schwächen. Sie hatten mich zu Menschen-Abhängigkeit verführt und ebenso Hass, Ärger und Trennungen inszeniert. Ihr Endziel war mich zu töten. Und sie hatten es schon fast geschafft, denn meine Schlafstörungen und Depressionen hatten mich ans Ende meiner Kräfte geführt. Derzeit arbeiteten sie am finalen Schlag. Und ich wusste: es kann mir nur Einer helfen: Jesus Christus.

Erste Schritte im Licht

Mein Versuch, mir in Jesu Namen selbst die Dämonen auszutreiben war beeindruckend, denn ich spürte, dass mich etwas verließ. Ich wand mich wie ein Wurm in plötzlichem Würgereiz, Husten und Gähn-Anfällen, irgendetwas wollte wie ausgespuckt werden, und dann folgte ein tiefer Frieden. Alle Gedanken hatten aufgehört. Mit dem Frieden veränderte sich die Atmosphäre im Raum, es war wie frisch gelüftet, eine ganz natürlich wirkenden Helligkeit, Heiligkeit und Klarheit zog ein, die ich in dieser besonderen Qualität noch in keiner meiner spirituellen Erfahrungen erlebt hatte. Jesus schien anwesend zu sein.

Diese Erfahrung zerstreute meine letzten Zweifel – ich wollte mich unbedingt taufen lassen. Ich suchte nach Christen, die sich außerhalb der Kirchen betätigen – denn die Kirche war für mich nicht vertrauenswürdig. Ihr Gottesbild, ihre Vergangenheit und ihre Verlogenheit haben mich schon immer abgestoßen. Und dann durchlief ich bei einigen Jesus-Nachfolgern einen 3-tägigen Prozess von Befreiung (von restlichen Dämonen) und Lebensbereinigung. Eine Therapie mit Gott, Aufarbeitung des Lebens mit Umkehr und Gebet. Meine Begleiter waren erfahrene Leute. Nach diesem Prozess mit abschließender Taufe fühlte ich mich völlig durchgeweicht, gereinigt und entlastet. Die nächtlichen Angriffe verschwanden völlig, und mein geistiges und seelisches Leben bekam eine ganz neue Ausrichtung.

Die Brille durch Jesus

Ich hatte erlebt, dass die Sache mit den Dämonen wirklich stimmte. Und in der Lebensbereinigung lernte ich – vor allem durch die Menschen, die mit mir arbeiteten – Gott auf ganz neue Weise als persönlich, real, lebendig und anwesend kennen. Diese Leute waren anders als die aus der spirituellen Szene – ganz natürlich, nicht aufgesetzt, ganz normal, spontan, lebhaft, zugewandt, mitfühlend und zu Gott hin demütig. Sie hatten sich Jesus ganz und gar unterstellt, agierten für mich spürbar unter der Führung des Heiligen Geistes. Der brachte durch ihre Fragen und Eingebungen alte Erinnerungen und Zusammenhänge ans Licht, sanft und liebevoll, so dass es ganz leicht war, meinen Stolz fallen zu lassen und vor und mit ihnen zu weinen. Ich weinte viel in diesen Tagen. So konnte ich die vergangenen Ereignisse noch einmal neu mit und vor Gott durchleben, sie betrauern und im Gebet an IHN abgeben.

Von da an war mir klar, dass der biblische Gott real war. Deshalb konnte ich endlich die Bibel nicht nur als Weisheitsbuch annehmen, sondern auch als Wegweiser. Denn die Menschen, die mit mir so uneigennützig gearbeitet hatten, bezogen sich nur auf sie. Und sie teilten ihr Wissen mit mir – ohne auch nur einen Pfennig Geld zu verlangen. Letztlich stammte all ihr Wissen aus diesem heiligen Buch und vom Hören des Heiligen Geistes. Ich spürte einfach, dass Gott in ihnen lebt und durch sie wirkt. Das Zusammensein hatte eine Qualität von Liebe und Ehrlichkeit. Obwohl es schmerzhaft war, genoss ich es, endlich Gott ganz offen, ohne Rückhalt mein Leben hinzulegen, weil dieser Gott nicht straft sondern vergibt. Ich wollte diesen Gott, genau diesen, der sie zu solchen Menschen gemacht hatte, unbedingt haben und näher kennen lernen!

Ich lernte und lerne weiter den Heiligen Geist, Jesus Stimme zu hören. Dabei lerne ich es, meine täglichen Probleme, Gedanken, Pläne mit dem Heiligen Geist zu bewegen, um zu hören, was Gott darüber denkt. So versuche ich, mein Verhalten an Ihn anzupassen und erlebe sein weises Wirken.

Gott bestätigt sich selbst durch Sein Reden, Handeln und Wirken, Er verändert alles zum Positiven. Mein Glaube ist gewachsen, je mehr ich in der Bibel lese. Ich vertraue der Bibel, weil ich den Menschen vertraue, die Jesus so positiv beeinflusst hat. Ich weiß jetzt, dass die Bibel von Menschen geschrieben, jedoch von Gott diktiert wurde – an Propheten, die Gottes Stimme hörten.

Meine früheren Götter ließen mich letztlich scheitern. Da konnte ich die alte Brille ablegen und mich neu auf Jesus ausrichten, dem Jesus, der von sich sagte, Er sei Gottes Sohn, und der auch heute noch Dämonen fliehen lässt. Er hat durch Sein Leben ein so starkes Zeugnis hinterlassen, dass sich immer mehr Menschen davon berühren lassen. Das Gute hat eine immense Anziehungskraft.

Bibel

Die Wahrheit der Bibel entblättert sich, wenn man sie mit offenen Herzen und ohne Brille liest – ohne voreingenommen zu sein. Die ehrliche Entscheidung für Gott und den Glauben (Vertrauen) verstärkt ihre Wirkung. Mein Leben hat sich mehr und mehr geordnet und ist sinnvoll und sättigend geworden. Es gibt mir tiefe Befriedigung, mich von Gott geliebt zu fühlen, mich Ihm unterzuordnen, Ihn anzubeten und zu erleben, wie Er sich im Leben täglich auswirkt und Gebete beantwortet.

Welche Auswirkungen haben meine Glaubenssätze?

Meine bunte Brille hatte diese Beziehung verhindert, denn an was ich glaube, das prägt mein Leben. Auch nicht zu glauben ist Glaube, man glaubt dann halt etwas anderes.

Vielleicht sollten wir unsere Glaubenssätze überprüfen, wie sie sich im Leben auswirken – ob sie uns in ein gutes, mitmenschliches Leben führen oder in die Passivität oder gar Einsamkeit. Wenn ich z.B. glaube: „Es gibt keinen freien Willen“, schneide ich mir die Möglichkeit ab, ihn zu benutzen, oder es wenigstens zu versuchen. Wir haben täglich neu die Entscheidungsmöglichkeit über dies oder das. Glaube ich an das Leben und meine eigene Lebendigkeit und an mein aktives Mitwirken auf dieser Erde, dann wird mich das motivieren, es macht mich lebendig. Glaube ich daran, dass ich gesteuert bin und gar nichts tun kann, bringt mich das in eine Art Lähmung und Passivität. Also ist die Frage: welcher Glaube bringt mich weiter ins Leben und welcher vielleicht in eine Art Tod?

Wir werden nicht gezwungen etwas zu glauben, sondern wir WÄHLEN was wir glauben. Glaube ist nicht unausweichlich. Wir könnten versuchen, durch Denken zu erkennen, ob wir wirklich auf einem guten Weg sind. Jesus sagte von sich: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und die Bibel ist in ihrer Ausrichtung immer FÜR das Leben und für das Gute.

Der Blick durch den biblischen Jesus hilft mir dabei, Gottes Charakter und Wirken in meinem eigenen Leben wahr zu nehmen, in all Seiner Güte und Zugewandtheit. Die Bibel ist der Fuß, den Gott auf der Erde hat, sie ist Sein Fingerabdruck, sie enthält Seinen Imprint und das was Er sich für diese Welt gedacht hat. Sie ist weise und erzählt davon, wie sehr uns Gott liebt, wie sehr Er auch von uns geliebt werden möchte, und wie wir dahin kommen könnten, ein sinnvolles Leben zu führen – zusammen mit Ihm.

Fotos: Pixelio Nr. 771743 Tim Reckmann, Nr. 447981 Tomizak, Nr. 370864 Terry U. Weller, Nr. 410177 Rieke, Nr. 723466 Reiner Sturm, Nr. 706782 Rosel Eckstein

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Was ist „das Ego“ überhaupt? Es ist alles was unsere Individualität und unsere individuellen Reaktionen ausmacht – mit allen positiven, wie auch negativen Eigenschaften. Es ist unsere individuelle Perspektive mit all ihren Sympathien und Abneigungen, die ständigem Wandel unterworfen sind. Eigentlich weiß niemand so genau, was dieses Ich eigentlich ist. Doch es ist unbestritten, dass es verantwortlich ist für jede Menge Leiden, für Schmerz und Trennungen. In einigen spirituellen Lehren geht es einzig darum, diese sogenannte „Ich-Täuschung“, also den Glauben, ein Ich zu sein, zu durchbrechen. Dazu bietet beispielsweise der Zen-Buddhismus verschiedene Meditations-Techniken an. Alle sind darauf ausgerichtet, das Ego, das durch die Gedanken zementiert wird, zu transzendieren, den Verstand übersteigen. Indem man sich beispielsweise das Hirn über ein Koan zermartert (paradoxe Aussage als Meditationsgegenstand) und irgendwann erschöpft aufgibt, kann es geschehen, dass Erwachen bzw. Satori (Erleuchtung) geschieht, und man sich plötzlich vom Sein getragen und aufgefangen fühlt. Die Last, eine Lösung zu finden, fällt ab, und man erkennt den tieferen Zusammenhang alles Seienden.

Tropfen

Das kann sehr erleichternd sein. Die befreiende Wirkung eines Satori (Erleuchtung/Erwachen) überzeugt davon, dass dieser Weg der richtige scheint. Überverantwortlichkeit fällt ab, alles Müssen und Sollen hört auf, die Bindung an die eigenen Erwartungen ist durchtrennt. Und aus dem Gefühl der Erleichterung, der gefühlten Freiheit und Ungebundenheit keimt die Illusion auf, es gäbe keine echte persönliche Instanz, die man Ego nennen könnte. Das Ego sei ein Konstrukt des Verstandes und habe keine Relevanz.

Auf dieser Erkenntnis baut sich dann ein ganzes Konzept auf, eine Lehre, die – da sie komplett jeder Logik widerspricht – erklären muss, weshalb dennoch alles getrennt aussieht und getrennt „erscheint“. Die individuellen Unterschiede seien unwesentlich, heißt es, in Wirklichkeit sei alles das Gleiche – von der Ebene des Seins her betrachtet. Wir Menschen und jedes Sandkorn – alle sind demnach Teile des Kosmos, alles IST, ist vorhanden. Wenn man dieses Vorhandensein mit dem LEBEN gleichsetzt und dieses wiederum mit Gott, so folgt daraus, dass alles Gott ist, auch de facto die leblosen Dinge, alles ist EINS, alles ist LEBEN, und alles ist gleichwertig. Dieses Konzept hat einen einzigen Nachteil: es ist nicht WAHR.

Durch die ganze spirituelle Szene zieht sich die Lehre davon, dass das Ego weg muss. Wer Erwachen/Erleuchtung erlebt hat, fühlt sich zunächst befreit und gelöst. Doch dies ist eine Täuschung, denn die alte Muster sind nicht wirklich geheilt, sondern lediglich schlafen gelegt. Sie werden wieder wach! Darüber hinaus kommen dann viel tiefere Schichten hoch, wie irrationale Ängste oder Depressionen. Deshalb sind die Folgen bei weitem nicht nur positiv, denn nach der ersten Euphorie warten Antriebslosigkeit und Sinnlosigkeit. Man fragt sich dann, was man nun damit eigentlich machen soll. Ich weiß von Menschen, die nach einer Weile Suizid begangen haben, einer sogar Vater eines kleinen Babies. Von vielen weiß ich, dass sie Drogen nehmen und sich irgendwie die sinnlos gewordene Zeit vertreiben. Viele leben sehr zurück gezogen, viele sind so hochsensibel, dass der Kontakt mit Menschen zu sehr alte Wunden triggert. Auch ich wurde immer empfindlicher, geriet schließlich in Depressionen und fühlte mich über Jahre wie tot und gestorben. Ich fragte mich, wozu ich eigentlich noch da war, denn ich war nur noch Zuschauer dessen, was da abrollte und war innerlich nicht mehr beteiligt.

Ist das der Sinn des Lebens? Unbeteiligt zu sein? Nicht mehr lebendig zu sein? Isoliert und einsam zu sein? Keine Menschen mehr ertragen zu können, weil man so übersensibel ist? All das sind Dinge, die der Gott der Bibel heilen kann.

Jesus hat niemals Erleuchtung gepredigt

Wenn in der Bibel davon die Rede ist, dass man „sich selbst verleugnen soll“, so ist damit nicht das Loslassen des Ego gemeint. Das biblische Konzept des Menschen ist grundlegend anders. Hier ist die Rede von „Fleisch“ und „Geist“. Jesus fordert uns auf, Ihm nachzufolgen – das bedeutet, sich Ihn zum Vorbild zu nehmen, authentisch zu sein, ehrlich und wahr, mitfühlend und vor allem eins: für Gott den Vater eintretend.

Das beinhaltet zuallererst den Glauben an Ihn, das Vertrauen in Ihn, das Hören auf Ihn, Seine Gebote zu halten, immer aufs Neue ein reines Leben zu wählen und sich tatsächlich nach den Grenzlinien zu richten, die Gott aufgerichtet hat, und die in der Bibel nieder gelegt sind. Kein anders Buch enthält ein solches Wertesystem wie die Bibel, das sich so stringent und logisch während Jahrtausenden wie ein roter Faden durch die ganze Schrift zieht. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – in und unter allen Umständen. Jeder weiß, dass das nahezu unmöglich ist. Doch mit Gott ist alles möglich. „sich selbst verleugnen“ heißt, den gottlosen Anteilen des eigenen Ich zu sterben – nicht dem ganzen Ich!!! Gottlos ist alles was wir tun, ohne mit Gott darüber zu sprechen, ohne Ihn zu fragen, ohne uns von Ihm helfen zu lassen… Teile unseres Ichs wollen ja gern das Gute tun und denken, allein das Fleisch ist schwach… Wir sind aus uns selbst heraus nur unvollkommen imstande, den Gesetzen Gottes zu folgen – dazu brauchen wir Seine direkte Hilfe, die Er uns auch versprochen hat, und die auch kommt – ich erlebe es Tag für Tag.

Für oder gegen Gott?

Unser Ich ist in der Bibel geschätzt und wichtig. Es ist wichtig, weil uns Gott den freien Willen als Geschenk gegeben hat. Weder Engel noch Dämonen haben ihn, doch der Mensch. Wir haben somit Entscheidungsfreiheit! Gott braucht keine Marionetten, sonder Freiwillige. Wir können uns für oder gegen Gott entscheiden. Die Menschen der Bibel, die sich für Gott entschieden hatten, wurden von Ihm gesegnet. Sie sprachen mit Ihm, hatten sogar direkten Einfluss auf Ihn. Sie waren in direkter Beziehung mit Ihm. Ihre Bescheidenheit und Demut, ihr Glauben an Gott hat die Geschichte beeinflusst. Jesus als Person, als Mensch hat die Geschichte beeinflusst. Jesus hat niemals Erleuchtung gepredigt, sondern die Umkehr vom Bösen, Taufe und Nachfolge. Sich selbst zu verleugnen bedeutet, sich gegen die Bestrebungen unserer alten Natur dem Geist Jesu anzuschließen, durch die Taufe den Heiligen Geist zu empfangen, der erst dazu befähigt, das Gute zu wählen – und zwar ganz direkt und persönlich MIT GOTTES HILFE. Gott kennt und liebt jeden Einzelnen von uns!

Wenn das Erwachen wirklich glücklich und frei macht, dann frage ich mich, warum ich so viele Menschen aus spirituellen Kreisen als sehr intolerant und ablehnend erleben muss. Die Toleranz hört bereits bei der falschen Theorie auf. Es ist eben doch nicht alles gleich und gleich wert. Und die Dämonen springen an, wenn man von Jesus oder der Bibel hört. Man weiß es gar nicht, wer da in einem wirklich reagiert… Man erhöht sich über Andere – das ist „normal“ und menschlich, jedoch sollte man dann besser den Dünkel fahren lassen und sich ernsthaft fragen, ob man einem wahren Konzept folgt, wenn man es so offensichtlich nicht stimmt. Ich erinnere mich an meine eigenen früheren Gedanken: „Wie kann man nur so doof sein, an diesen alten Kram zu glauben?“ „Die Bibel ist einfach rückständig!“

Wer will schon heute noch an einen satan glauben, daran, dass es das Böse wirklich gibt? Wenn wir uns von unserem eigenen Ich geknechtet fühlen, so begehen wir schon hier einen Denkfehler, weil wir das falsche Konzept glauben. Es ist nicht das Ich, das uns knechtet. Es sind die negativen Strukturen, die das Böse in uns hinein projiziert hat und Dämonen. Traumatische Erfahrungen, die Verhaltensweisen unserer Vorväter- und Mütter, Gewalt, Hass, Kriege, all das kommt auch aus der Vergangenheit in unser System und dieses System wird von Dämonen manipuliert. Tag für Tag! Und nur Gott kann uns heilen!

Jahrzehntelang habe ich versucht, mich selbst zu heilen. Quantenheilung, positives Denken, seine Autobiografie umschreiben, Affirmationen, Abgeben an den Kosmos, Bestellung beim Universum,

Achtsamkeitstraining, 40 Jahre Meditation, schließlich ging ich auch zu spirituellen Heilern oder Therapeuten… doch es wurde immer schlimmer mit mir.

Dabei ist es nur eine klitzekleine Entscheidung, sich an Gott zu wenden, und IHN ganz direkt um Hilfe zu bitten…. Man kann nichts dabei verlieren, nur gewinnen, denn Gott will Zugang zu jedem von uns. Ein Senfkorn an Glauben genügt. So klitzeklein sie ist, diese Entscheidung, so schwer fällt sie uns offensichtlich. An einen persönlichen Gott zu glauben hieße, dass man sich unterordnen muss, dass man seinen Stolz niederlegen muss, bekennen muss, dass man sein ganzes Leben lang falsch gelegen hat. Nur wer in seinem Leben wirklich am Ende angekommen ist, wählt diesen Weg, denn er ist extrem unpopulär und scheint nicht attraktiv. Die Dämonen tun alles, um dich davon abzuhalten. Doch das steht schon so in der Bibel: die Masse nimmt lieber einen anderen Weg, weil er bequem ist und breit. Die Wenigsten sind bereit, ihr Leben vor Gott nieder zu legen und vor Ihm zu bekennen, dass sie nicht mehr können. Dabei sehnt sich das Herz im Verborgenen nach nichts mehr, als vor Ihm endlich zusammen zu brechen. Erst dann kann Er uns in die Arme nehmen.

Fotos: Pixelio Nr 588151 von Elisa Al Rashid, 106959 von Martina Taylor, 664584 von Philip Webe, 543222 von Rainer Sturm

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