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Posts Tagged ‘Nachfolge’

Für Bierbrauer in Deutschland gibt es ein sogenanntes „Reinheitsgebot“, das schon 1516 genau bestimmte, welche Zutaten ins Bier gehörten. Nur das galt als echtes Bier, was nur aus Gerste, Hopfen und Wasser hergestellt wurde. Nichts anderes durfte hinein. So wollte die Menschen vor unsauberem Gebräu und damit möglichen Krankheitserregern schützen.

Nun ist Gott kein Bierbrauer, doch Er ist ein Menschen-Bauer. Und in die „Architektur“ des Menschen hat er ganz besondere Prinzipien eingebaut, dem Reinheitsgebot der Bierbrauer nicht unähnlich. Er möchte uns vor den Auswirkungen dunkler Kräfte bewahren. Er möchte das Beste für uns Menschen, weil wir Ihm wichtig und wertvoll sind, weil Er uns liebt. Da wir aber komplett die Richtung verloren haben und von Gott weg gelaufen sind, gibt Er uns Gelegenheit, zu Ihm zurück zu kommen, und zwar durch Jesus Christus, der noch heute durch die Bibel zu uns spricht.

Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

Johannes 14, 21 (Schlachter 2000)

Geballte Heiligkeit – verzehrendes Feuer

Der Schöpfergott ist ein heiliges Wesen, voller Gutheit, deshalb kann sich in Seiner Nähe nichts Böses, Unreines aufhalten, ohne von Seinem verzehrenden Feuer verbrannt zu werden. Und weil Gott Seine Kinder, die Menschen liebt, muss Er sie, die Abtrünnigen, von sich fern halten, denn wir sind tatsächlich alle, jeder Einzelne, in Seinen Augen voller „Sünde“.

Doch was bedeutet das Wort „Sünde“ eigentlich? Es heißt genau übersetzt „Zielverfehlung“. Unser Ziel als Menschen und Geschöpfe Gottes sollte es sein, unser Leben zusammen mit Ihm, unserem Vater, zu leben. Er weiß doch am besten was für uns gut ist. Doch wir machen lieber unser eigenes Ding und fragen niemanden um Rat, jedenfalls nicht Gott. Wir sind sozusagen unwillige, renitente, trotzige und eigensinnige Kinder.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das Jesus in der Bibel beschreibt, zeigt jedoch Sein Wesen als Vater sehr treffend und wahr: Hier liest man, wie sehr sich der Vater freut, als sein eigenwilliger Sohn reumütig zurückkehrt – voller Angst, der Vater könnte ihn wieder verstoßen, weil er alles Geld verprasst hat und schließlich vor lauter Not aus dem Schweinetrog essen musste. Doch was tut der Vater? Er nimmt ihn in den Arm, so dreckig und stinkend wie er gewesen sein muss. Er herzt ihn und küsst ihn und freut sich wahnsinnig. Er lässt ihn waschen, gibt ihm frische Kleider und steckt ihm einen Ring an den Finger, der bestätigt, dass er nach wie vor Sein Sohn ist, und Er richtet ein großes Fest aus. Exakt genauso freut sich unser himmlischer Vater über jeden Einzelnen, der zu Ihm zurückkehrt.

Pseudo-Christen

Natürlich gibt es viele, die es wirklich ernst mit Jesus meinen. Doch viele, wenn nicht die meisten, bekehren sich zu Gott, lassen sich taufen, doch kommen nicht in eine tiefere Beziehung mit ihm. Die Folge ist, dass man aus Mangel an Beziehung auf die reine Gesetzlichkeit der Bibel angewiesen ist, ohne die Gnade von Jesus direkt zu erleben. Fehlt die Beziehung, kann man sein Leben nicht wirklich auf Ihn ausrichten. Wenn man jedoch seine Entscheidungen alleine trifft und wieder sein eigenes Ding macht und somit wieder sündigt – was ist die Folge? Eine Kluft entsteht. Gott muss ja von der Sünde abstehen. Im Prinzip gibt es nur zwei Zustände: mit Gott oder ohne Ihn. Er wartet und hofft darauf, dass der Mensch wieder zu ihm zurückkehrt, denn die Chance der Umkehr besteht immer.

Die Waschmaschine Gottes

Der Prozess der Reinigung vor Gott ist für Christen die Umkehr und die Bitte um Vergebung. Wir können Gott um Vergebung bitten für unser Abfallen, für unsere Zweifel und für unsere Irrwege. Wir können Ihn darum bitten, uns zu leiten und Ihm versprechen, dass wir uns Ihm wieder anvertrauen.

Wer diesen Prozess immer wieder anwendet, sobald er spürt, dass wieder etwas schief läuft, reinigt sich und seine Kleider immer wieder aufs Neue. Und das ist auch nötig, denn wir haben eine Natur, die von unserem Eigenwillen und Dämonen geprägt wurde. Von daher ist unsere Seele noch lange verunreinigt und will immer wieder in die alten Pfade rutschen und so weitermachen wie früher.

Es gibt keinen Freibrief

Nach wie vor ist die dämonische Welt sehr an uns interessiert, an frischen Christen oder zukünftigen Christen ganz besonders! Scharen von Dämonen werden auf uns angesetzt, und sobald wir die Türen der Sünde öffnen beschießen sie uns mit Gedanken und Versuchungen, um uns wieder von Gott abzubringen. Wo auch immer ein Schlupfloch ist, nutzen sie es auch. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann können sich auch getaufte und wiedergeborene Christen wieder Dämonen einfangen.

Gott ist kein Bürokrat, und die Taufe ist kein Freibrief fürs ganze Leben – es zählt auch unser Leben danach. Gott ist in jedem Moment wach und sieht alle unsere Entscheidungen, Gedanken und Handlungen – in jedem Moment. Deshalb haben sie oft Folgen, die wir gar nicht abschätzen können. Je nachdem, ob wir im Sinne Gottes agieren, ob wir also mit seinem Einverständnis agieren oder nicht, je nachdem wie sehr wir uns auch von seinen Prinzipien entfernen oder nicht, öffnen wir Türen, durch die Dämonen wieder schlüpfen könnten.

Wenns wieder dunkel wird…

Angriffe beginnen harmlos mit schlechter Laune, aufflammen alter Suchtneigungen, Depression oder Verwirrtheit. Es können Pechsträhnen auftreten, und man spürt irgendwie, dass man aus der Gnade heraus gefallen ist. Kleine oder größere Unfälle können geschehen, Krankheiten, und wenn man über lange Zeit nicht umkehrt, können sich schließlich auch wieder Dämonen einnisten, denn wir haben es ihnen gemütlich gemacht – auch wenn wir uns offiziell Christen nennen – es zählt das was wahr ist.

Ich hatte mal eine Phase, in der ich Ungehorsam lebte. Ich wollte einfach etwas anderes als Gott. Ich war nicht bereit, mein Leben nach Ihm auszurichten, wollte Ihm auch gar nicht zuhören und fällte eine Entscheidung aus reinem Eigenwillen heraus. Ein, zwei Tage war ich erleichtert, weil dies mein altes Fleisch befriedigte, doch dann merkte ich, dass ich plötzlich mit jedem aneinander geriet. Ich verlor meinen Frieden und wurde ungeduldig und verurteilend. Einmal hatte ich einen cholerischen Anfall. Direkt vergaß ich beim parken in meinem Auto die Handbremse anzuziehen, stieg aus, und während ich im Laden war, rollte der leere Wagen einen Hügel hinab, überquerte eine Straße und kam auf einer Verkehrsinsel zum stehen. Der Marktleiter holte mich aus dem Laden und fragte mich, ob das mein Auto sei. Es war eigentlich unglaublich, dass niemandem etwas passiert war. Der Wagen hatte noch nicht mal eine Schramme. Aber mein Schreck war immens, und die Lehre saß! Ich kehrte um zu meinem Gott, und alles in mir wurde wieder hell in mir.

Bei einer anderen Gelegenheit des Ungehorsams bekam ich – vorher zwei Jahre kerngesund – drei Krankheiten gleichzeitig (Blase, Rücken, Grippe) – auch da ging mir ein Licht auf. Kaum war ich reumütig umgekehrt, verschwanden sämtliche Symptome.

Mit Ihm durch Dick und Dünn

Viele Christen fühlen sich sicher, einfach nur weil sie getauft sind und in die Kirche oder Gemeinde gehen – doch Gott interessiert viel mehr für den, der seine Entscheidungen nach Ihm ausrichtet, für den der bereit ist, Ihn in seinem Leben herrschen zu lassen. Was Er von uns will steht in den 10 Geboten. Er weiß aber auch, dass wir die 10 Gebote, noch dazu das, was Jesus in der Bergpredigt von uns fordert, aus uns heraus, aus unserer fleischlichen Seele heraus nicht halten können. Wir sollen das nicht aus eigener Kraft und ohne Gott vollbringen. Nein, Er möchte mitmachen, uns unterstützen. Nur mit Gott zusammen können wir all das tun!

Das Leben mit Gott soll eine Beziehung sein, nicht nur blinder Glaube ohne den direkten Kontakt – es ist eine Beziehung, die immer weiter vertieft werden kann. Und jede Beziehung lebt davon, dass man miteinander redet und sich austauscht. Dass man um Rat fragt und offen ist für die Antworten, und dass man damit aufhört, sein eigenes Ding zu machen.

Jesus befiehlt nicht

In jeder Ehe muss man aufeinander Rücksicht nehmen. Und wenn man sich liebt, dann tut man das was dem Partner gefällt – aus Liebe. Wenn du mit Gott, insbesondere Jesus in einer Beziehung bist, dann schenkt dir das dann den größten Segen, wenn du das tust, worum Er dich bittet. Jesus befiehlt nicht, er legt dir etwas nahe. Er empfiehlt. Er macht auch Dinge schmackhaft. Er schlägt vor. Er öffnet das Herz für das was Er sich von dir wünscht. Manchmal möchte Er verrückte Dinge von dir, oder Dinge, die du früher nie getan hättest, oder von denen du dachtest, du könntest das nicht. Und wie wunderbar: Er verwandelt dich da hinein, wo Er dich am liebsten haben will, Er rüstet dich aus mit Kraft und Liebe, und plötzlich kannst du das wovon du es nie geglaubt hättest, und Er segnet dich überreich mit schönen Erfahrungen – und mit Seiner Nähe (Siehe letzter Blog-Artikel: https://innesein.wordpress.com/2020/04/27/gott-ist-gut/). Mit jedem Gehorsamsschritt wird die Beziehung immer besser.

Wie nah wollen wir IHM kommen?

Als Jesus wirkte hatten die Menschen unterschiedlich nahe Beziehungen zu ihm. Die Meisten, die an Ihn glaubten, sahen Ihm mehr aus der Ferne zu, dann gab es ca. Hundert, die Ihm beständig nachreisten, dann gab es die zwölf Jünger, und von diesen Zwölfen waren es fünf, die Er näher um sich versammelte. Doch dann gab es auch noch diesen engeren Kern von den Dreien, Petrus, Jakobus und Johannes. Diese Drei durften Ihn alleine zu verschiedenen Anlässen begleiten. Sie nahm Er auch mit in den Garten Gethsemane, am Abend vor Seinem Martyrium. Sie waren Seine engsten Jünger und Seine Vertrauten.

Es darf nichts „kosten“

Die meisten Menschen wollen Jesus im Grunde zu ihrem Leben hinzu fügen, ohne etwas verändern, ohne etwas dafür geben zu müssen, Ihn sozusagen „in petto“ haben, ohne Ihn wirklich tief kennen zu lernen. Es soll uns möglichst nichts kosten, sondern nur Gewinn bringen. Manche nutzen Ihn mehr für den eigenen Ruhm als für den Ruhm Gottes, für die eigene Ehre, für das eigene Ego. Manche häufen in Seinem Namen Schätze an, bauen riesige Kirchen davon, dabei findet sich Gott nur im Herzen und nicht in der Kirche. Es ist immer die Frage: wie sehr macht man etwas fürs eigene Ego, oder macht man es wirklich für Jesus? Man muss sich selbst prüfen und auch wach bleiben, wenn man Andere anschaut – auch Pastoren sind nicht ausgenommen. Viele verlieren die Demut wieder und die Bescheidenheit und strahlen statt dessen Eitelkeit aus. Sie vergessen ganz das, was über das Dienen in der Bibel steht und füttern sich neues „Fleisch“ an. Manche werden mit Macht, andere mit Sex auf Abwege gebracht. Gerade Leiter und Menschen mit einer gewissen Berühmtheit, die viele Menschen anziehen, werden versucht. Sie sind die besondere Zielscheibe von Dämonen.

Jeder muss sich fragen, zu welcher Art Mensch er gehören möchte. Will man sich selbst größer machen mit Jesus, oder ist die Liebe zu Ihm echt und tief? Wie groß ist die Sehnsucht nach Ihm? Zu welcher Art von Gläubigen möchte man gehören? Zu welcher Art von Jüngern – zu den Hunderten, oder zu den Zwölfen oder zu den Dreien? Und dann gab es da ja auch noch Johannes, der Jünger „den Jesus liebte“, der an Seinem Herzen lag. Wie nah möchtest du Jesus kommen? Und zu welcher Hingabe an Ihn bist du bereit? Willst du Ihm wirklich dein Leben geben und Ihm folgen – immer und zu jeder Zeit? In der Lebensübergabe bei der Taufe versprechen wir das. Halten wir unser Versprechen?

Für mich ist klar: Ich möchte zu den Zwölfen gehören, und noch viel lieber zu den Dreien! Ich will es zumindest versuchen, mit Ihm so vertraut und so intim wie möglich zu werden.

Johannes an der Brust Christi, um 1310, Eichenholz Inv. Nr. 7950 © Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin / Antje Voigt

Ich möchte Ihn riechen können, Seine Haut spüren, an Seinem Herzen lauschen, immer mit Ihm sein, ich will Ihn nie mehr los lassen.

Und weil ich weiß, dass dafür Reinheit unabdingbar ist, frage ich Ihn täglich, ob ich etwas bekennen und von etwas umkehren sollte, ob ich Ihm untreu war, Ihn betrübt habe, ob irgendetwas zwischen uns steht. Wenn ja, dann fühle ich mich wie abgehängt, getrennt von Ihm, verloren in meinem Kopf und in meiner selbst gezimmerten Welt. Durch Umkehr fühle mich Ihm sehr schnell wieder nah. Er berührt mich im Herzen, und so weiß ich, dass Er mir schon längst vergeben hat.

Jesus war so gütig. Er nahm es Petrus nicht übel, dass er ihn drei Mal verriet, bevor der Hahn krähte. Er kennt die Unzulänglichkeiten des Menschen. Petrus zog sich zurück und weinte bitterlich, als ihm klar wurde, was er getan hatte. Das war seine Umkehr, und er wurde ein großer Apostel.

Wir alle machen Fehler, ständig. Wir können kaum jemals so rein werden, wie wir es sollten. Aber Gott macht uns wieder rein. Der Weg gemeinsam mit Ihm ist viel leichter, als seinen eigenen Weg zu gehen, denn so wird man immer mehr frei von sich selbst. Sich immer wieder neu hinzuhalten, auszurichten, hinzuhören und in Seinem Wort zu lesen offenbart mit der Zeit mehr und mehr Seinen wunderbaren, liebevollen und gütigen Charakter. So wird man wacher und wacher für Gott…

Gott hat zwar strenge Prinzipien, doch Er ist kein strenger Vater. So darf man Fehler machen und immer wieder zu Ihm zurückkehren.

Fotos Pixelio: 539223 von wejot, 55132 Günter Havlena

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Heute Nacht, als ich nicht schlafen konnte, fragte ich Jesus, ob es wirklich sein könne, ob es wirklich, wirklich wahr sei, dass all die Menschen verloren gehen, die nicht den Weg über Ihn, Jesus Christus, die Person, wählen (ich komme aus 40 Jahren Spiritualität und bin erst seit 2017 bekehrt) Und Er antwortete:

Warum bin ich denn sonst gekommen? Gott hätte nicht Mensch werden müssen, wenn dies nicht notwendig gewesen wäre. Niemand kommt zum Vater denn durch mich. Ich kam als Mensch, damit diejenigen noch gerettet werden, die wirklich umkehren wollen von ihrem falschen Weg.

Es gefällt meiner alten Natur nicht, dass das wirklich die Wahrheit ist, es fällt mir schwer, das zu vertreten und wirklich dahinter zu stehen. Eine andere Antwort wäre mir lieber gewesen. Es ist ja so unpopulär. Doch wenn Jesus das sogar selbst zu mir sagt: wie könnte ich dem noch widerstehen? Zumal es auch noch mit der Bibel übereinstimmt?

Es verschließt mir mehr und mehr den Mund, bzw. lässt mich fein auswählen, wem ich etwas sage und wem nicht und vor allem: was. Die Wahrheit erzeugt Ablehnung. Und es fällt auch mir schwer, Ablehnung einzustecken. Alles Fleisch lehnt sich auf gegen die Wahrheit. Wird mein Fleisch (die alte Natur, das gottlose Ego) angetastet, steht alles in mir auf und bringt tausend Argumente gegen die Wahrheit. Das ist überhaupt DAS Symptom dafür, dass die Wahrheit wahr ist – wenn diese alte Natur in mir aufsteht und dagegen redet.

Mein gottloses Ego will nicht sterben, der Geist aber, der in mir wohnt, kennt die Wahrheit und kann sie trotzdem aussprechen. Ich setze täglich die Wahrheit gegen die Lüge. Und es tut der Seele so gut sie zu hören. Sie lauscht andächtig und wartet, bis sie ausgesprochen ist. Und oft muss sie zustimmen, zumindest akzeptieren. Und wenn Jesus der Herr meines Lebens ist, und das ist Er, hilft Er mir, danach zu leben. Und Er beruhigt meine Seele wieder mit Seiner unvergleichlichen Liebe und Seinem Frieden.

Die Gedanken von Auflehnung gegen die Wahrheit erkenne ich und bringe Sie zu Ihm ans Kreuz. Sie dürfen mich nicht bestimmen. Das haben sie mein Leben lang gemacht und mein Leben damit verdorben – doch damit ist Schluss.

Verrückte Welt

Paragraph

Die Welt wird immer verrückter. Seit gestern ist es auch in Deutschland erlaubt, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Der offizielle Grund ist, dass der freie Wille nicht vom Staat beschnitten werden darf. Was für Konsequenzen eine solche Gesetzgebung haben wird, darüber macht sich kaum jemand Gedanken. Der freie Wille des Normalmenschen ist nicht frei, sondern geprägt von Dämonen. Es wird in Zukunft viel mehr Suizide geben, weil es so leicht gemacht wird, und weil wir geneigt sind, unsere negativen Gedanken zu glauben. Es wird einem ein Giftcocktail hin gestellt, man musst ihn nur trinken. Das gefällt satan, da feixt er, da kriegt er wieder Personal…

Solche Dinge machen Gott wütend und traurig. Gott ist das Leben. Der Mensch fördert den Tod. Die Dämonen haben nichts anderes im Sinn, als den Egoismus des Menschen bis zum Exzess und zur letzten Konsequenz aufzustacheln, so dass man sich für alles das Recht nimmt. Man entscheidet über Leben und Tod. Gott hat nichts zu sagen.

Wer sich umbringt hat den Tod gewählt und nicht das Leben. Und zwar ein für alle mal. Es ist eine Entscheidung, die den eigenen Willen über den Gottes stellt. Unsere Gesellschaft ist ohnehin davon geprägt, dass des Menschen Wille über dem Gottes steht. Das ist modern, und es kommt den Menschen komisch vor, wenn jemand dagegen redet. Wir haben kein Vertrauen in Gott, sondern vertrauen nur uns selbst.

Dabei….

…kam Gott als Mensch auf die Erde. Er kam mit einem Auftrag, nämlich dem, uns ein Rettungsanker zu sein. Wow, er hat sich in einen verletzlichen Körper begeben, der Schmerz empfinden kann und die ganze Gefühlspalette. Und Sein Geist war so groß, dass Er das Schrecklichste in Kauf nahm, um als Derjenige erkannt zu werden, der die Prophezeiungen der Schrift erfüllt.

Er hatte erkannt, dass Er Derjenige ist, welcher… und Er ging zu Johannes, um sich taufen zu lassen – und anschließend in die Wüste, um sich von satan versuchen zu lassen. Und Er widerstand Ihm.

Und Er wusste, dass Ihn die Liebe zum Vater und Seine Botschaft das Leben kosten würde – das menschliche Leben im Körper. Jesus ist nicht freiwillig gestorben, Er ging vorher zum Vater beten.Er schwitzte Blut und Wasser vor Angst.

Und Er fragte, ob dieser Kelch nicht doch an Ihm vorüber gehen könne. Die Wut der damaligen Religiösen richtete sich hemmungslos auf Ihn, weil Er nicht in ihr Konzept passte, ja weil Er gefährlich für sie war, weil Er zeigte, dass sie auf dem Holzweg waren. Statt umzukehren und Ihn zu erkennen, sich von Ihm belehren zu lassen brachten sie Ihn um.

Das steht symbolisch für das was heute Tag für Tag auf der Welt geschieht. Täglich wird Gott umgebracht. Alles mögliche erklären wir selbst zum Gott, als anbetungswürdig und verehrungswürdig. Manche verehren Achtsamkeit wie einen Gott, oder Stille, Yoga, Erwachen, Gurus, Präsenz, Engel, die Madonna… oder den eigenen Körper – die Krankheit unserer Zeit: Schönheit, Reichtum, Popularität. Doch nichts von all dem ist Jesus wichtig. Aber uns ist es wichtig.

Jesus wäre wichtig, dass Menschen von ihrem hohen Ross herunter kommen und umkehren, dass sie sich beugen vor einem Gott, der sie liebt und lieben möchte… Gott als Person anzunehmen ist die einzige Möglichkeit, um in eine Beziehung mit Ihm zu kommen, die fruchtbar ist für unser Leben – genau gesagt: Ihn in den drei Personen anzunehmen, in denen Er mit uns in Kontakt treten möchte: als Vater, als Jesus Christus, als Heiliger Geist.

Geist – Austauschort mit Gott

Geist ist viel mehr als nur Achtsamkeit oder Bewusstsein oder Stille oder der sonntägliche Kirchgang. Der Geist ist der Austauschort mit Gott. Hier ist die Kommunikation mit Ihm möglich. Hier ist der Ort der Hingabe (nicht in der Seele), hier ist auch der Ort des Empfangens von Frieden und Liebe, von Segen. Dann, wenn der Geist auf Ihn persönlich ausgerichtet ist, in der Zwiesprache, im Hinhalten – am Lot der Bibel ausgerichtet, die eine Messlatte ist für die Wahrheit dessen was wir denken.

Lot, Messlatte

Facebook, Instagram, Blogs, Youtube… es wird so viel geredet. Womit wollen wir abgleichen was wir hören? Woher nehmen wir die Weisheit, nach der wir gehen wollen? Wir sind umher geworfen von Informationen und zahllosen Möglichkeiten. Wir picken uns überall etwas heraus und zimmern uns unser persönliches Weltbild. Und wir hoffen, dass es so richtig ist.

Doch da gibt es einen Gott, einen guten Gott, der es extrem gut mit uns meint, und nur das Beste für uns will. Er, Derjenige, der uns gemacht hat weiß am Besten was gut für uns ist, und Er möchte mit uns SPRECHEN! Doch Gott ist nicht bei Facebook oder Instagram. Er macht keine Videos und schreibt keine Blogs. Er möchte es PERSÖNLICH sagen, jedem Einzelnen – ins Ohr, in den Geist, in die Träume.

Doch dazu müssen wir eine Kehrtwendung vollziehen, innerlich. Weg vom alten Weg ohne diesen Gott, hin zu Ihm, um Ihm mehr zu vertrauen als uns, MEHR als uns selbst und: Jesus nachfolgen.

Das Vertrauen von Jesus in den Vater

Gott kam in Jesus Christus auf die Welt, um uns zu rufen. Jesus war beispielhaft für Vertrauen und Liebe zum Vater. Ein Mensch, der uns zeigt, dass auch wir Menschen das tun können was Er tat, dass auch wir Kinder Gottes sind, die Rettung brauchen durch die Hingabe an Ihn – selbst wenn es uns das Leben kostet. Treue bis in den Tod. Dabei ist es doch für uns noch komfortabel: wir müssen nicht wirklich physisch sterben, sondern nur den gottlosen Teil von uns hingeben in der echten Nachfolge Jesu. Einmal als endgültige Entscheidung, und dann immer wieder – bis dieser Teil Ruhe gibt.

Gott macht stark in der Schwäche. Welchen Mut, aber vor allem wie viel Vertrauen muss ein Mensch zu Seinem Vater haben, wenn Er sich abmetzeln lässt? Jesus vertraute auf die Schrift. Er wusste, dass Sie vom Vater inspiriert war. Und Er wusste, dass er wieder kommen würde, und dass Sein Opfer notwendig war.

Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet

2. Petrus 1, 21

Er wusste, dass Er derjenige war, der die Menschen aufrütteln sollte und dafür schließlich sterben würde. Dies war kein selbstgewählter Selbstmord, dies war die Erfüllung des Willens des Vaters. Es war die maximal mögliche Hingabe an Ihn.

Das Ende der eigenen Weisheit

Die Bibel kann nicht mit dem Verstand verstanden werden. Dazu braucht es das Herz und die Berührung Gottes. Sie ist nicht zum Verstehen da, sondern zum Glauben. Und der Glaube rettet. Und der Glaube führt zum Verständnis der Bibel. Glauben und Vertrauen folgen auf die Umkehr und Abkehr vom alten gottlosen Weg – hin zu einem Weg gemeinsam mit Jesus. Bei den meisten Menschen geschieht das erst dann, wenn das Ende der eigenen Weisheit erreicht ist, wenn man gescheitert ist. Dann kommt Jesus und hält Seine Hand hin, wenn man sich nach Ihm ausstreckt.

Es wäre schön, es wäre besser, wenn dies VOR dem Sterbebett geschieht, vor dem vielleicht selbst gewählten Suizid, bevor die Sterbehelfer kommen – dann wird auch noch die letzte Sekunde des Lebens wertvoll sein.

Fotos von Pixelio – Lot: Nr. 633043 von Rainer Sturm, Blutstropfen: Nr. 198049 von Katzensteiner, Paragraph: Nr. 496377 von Iwona Goldczyk

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In der Christenheit sind die meisten Christen der Ansicht, es sei genug, Buße zu tun, umzukehren und sich taufen zu lassen, und dann des Weiteren zu versuchen, alles möglichst richtig zu machen, um ein besserer Mensch zu werden. Wer jedoch Jesus nachfolgt wird mit der Zeit einsehen, dass wir dieser bessere Mensch nicht aus eigenem Bemühen heraus werden können, denn dazu brauchen wir unbedingt Gott. Versuchen wir es aus eigener Kraft, müssen wir in die Irre gehen, denn dann gehen wir ja wieder ohne Gott. Es geht nicht mehr darum, sich selbst auszuleben mit dem eigenen Bauchnabel als Zentrum, sondern es geht darum, den Willen Gottes zu erkennen, zu assimilieren und zu tun.

Gott will uns verändern, und zwar in das Bild Seines Sohnes. Dazu müssen wir uns damit einverstanden erklären und es Gott ausdrücklich erlauben, uns zu verändern. Das wird nicht ohne Schmerzen oder Probleme abgehen. Es ist ein langer Prozess, der unseren Charakter mehr und mehr verändert, aber seinen großen Lohn hat.

Gottes Erziehung

Wie arbeitet Gott an uns? Er schenkt uns Herausforderungen. Manchmal lässt er es richtig krachen zwischen den Menschen. Er schickt uns Menschen, die unser Blut reizen, die uns aufregen, unsere Knöpfe drücken, uns nervös machen, die genau die Schwächen haben, die wir keinesfalls ertragen können. So müssen wir erleben, dass wir noch keineswegs den Nächsten lieben wie uns selbst, dass wir noch keineswegs gut und untadelig sind. Wir hören unsere schwarzen Gedanken zu der Person, halten sie für wahr und geraten in eine Zwickmühle. Einerseits Sind unsere Emotionen aufgeputscht und voller Abwehr gegen Menschen, andererseits wissen wir genau, dass wir Gott gehorsam sein sollten, der doch in der Bibel (und auch in unseren Herzen) von uns verlangt einander zu lieben. So treibt Er uns in eine Entscheidungsnot hinein. Sollen wir uns von diesen Menschen trennen? Oder wie sollen wir mit unseren Gefühlen und Gedanken umgehen?

Er lässt uns die Wahl

Gott lässt uns die Wahl, und Er respektiert sie. Wir erleben dann allerdings auch die Folgen dieser Wahl, denn Trennungen, Parteiungen und Spaltungen verurteilt Er in Seinem Wort. Doch bevor wir uns entscheiden, sollten wir abwarten, das Gespräch mit Gott suchen und tief in uns gehen, um genauer zu erforschen, was Gottes Wille für uns wirklich ist, und auch, was die wahre Ursache unserer Widerspenstigkeit ist. Widerspenstigkeit besteht in den allermeisten oder sogar in allen Fällen aus Projektionen, die aus alten, schmerzlichen Erfahrungen als Schutzmechanismus aufsteigen.

Ablehnung und Trennung ist schon immer die Strategie des gottlosen Egos zum überleben. Meist kommt auch noch Stolz im Schlepptau. Wir tragen plötzlich wieder – getriggert durch das Verhalten eines Menschen – zahllose Urteile in uns und finden immer mehr am Anderen auszusetzen, je länger wir im Zustand der Ablehnung verharren. Je länger wir den negativen Gedanken zuhören, umso schlimmer wird es, um so höher wird die Mauer des Stolzes, und umso mehr glauben wir diese Gedanken.

Gott will uns verändern

Doch wir können den Anderen nicht ändern! Wir können noch so viel darüber nachdenken, warum er schuld ist, warum er blöd ist, warum er ein Idiot ist, warum das völlig inakzeptabel ist was er tut – wir können ihn nicht ändern. Wir können nur uns selbst ändern, und selbst das können wir nicht selbst tun, sondern wir müssen es Gott tun lassen. Der Weg ist Selbsterkenntnis! Wir gewinnen wir die? Wir sollten uns einige Fragen stellen: Sind wir in Übereinstimmung mit dem was Gott für uns will? Sind wir noch in der Spur der Bibel oder basteln wir uns gerade unsere eigene Wirklichkeit? Ist das alles wirklich wahr was wir denken und fühlen? Was ist die Wahrheit? Und vor allem: was ist Gottes Wahrheit dazu?

Wir brauchen den Heiligen Geist…

…um wirklich die Zusammenhänge zu verstehen, deshalb sollten wir Ihn einladen, uns von der Wahrheit zu überführen, uns in die Wahrheit hinein zu führen, mit uns zu sprechen und uns zu zeigen, wo wir falsch liegen. In tiefem Gebet, der Kommunikation mit Gott und im Abgleichen mit der Bibel werden wir erleuchtet und können plötzlich erkennen, wie falsch wir lagen. Wir sehen plötzlich, wie unfähig wir sind, wirklich Jesus nachzufolgen, wie schwach und ja, wie unrein wir sind. Welcher Pfuhl wohnt doch noch immer in uns aus Überheblichkeit und Stolz.

Auf diese Erkenntnis kann nur Buße folgen, Reue und Umkehr. Die Einsicht, wie unrein wir im Grunde sind, sowie die Ohnmacht, dies selbst zu ändern treibt uns mit Macht in Gottes Arme. Und wie bei der Geschichte mit dem verlorenen Sohn erleben wir das Unerwartete: Der Vater hat bereits auf uns gewartet und läuft uns entgegen.

Umkehr segnet

Das sind so kostbare Prozesse, die man allein im stillen Kämmerlein, aber noch besser vor Zeugen (Brüdern und Schwestern) erleben kann. Sind Andere dabei, so segnet unsere Buße und Umkehr auch sie und berührt ihre Herzen. Und die Einheit miteinander wird gestärkt im gemeinsamen Gebet und Erleben der Liebe Gottes. Wir dürfen jede Schwäche zugeben und uns ganz öffnen, wenn wir mit Menschen unseres Vertrauens zusammen sind, die ebenfalls Jesus nachfolgen. Die Rebellion weicht der süßen Gewissheit, dass Gott uns vergeben hat, dass Er da und wirksam ist. Denn unser Herz ist wieder weich geworden, und wir beginnen mit dem Menschen, den wir zunächst so sehr ablehnten, auf einer neuen Stufe in Liebe und Eintracht. Wir können dann auch ihn um Vergebung bitten und uns sozusagen neu verbrüdern.

Gott nimmt sich unserer an, Er tröstet uns und erfüllt uns mit Seiner Liebe und Seinem Frieden. Er liebt es, wenn wir unsere Schuld eingestehen und bekennen und uns Ihm überantworten.

Es geht also niemals darum, andere Menschen zu verändern oder zu belehren, sondern es geht immer nur um uns selbst und Gott, und sich selbst von Gott verändern zu lassen, sich Ihm hinzuhalten im Austausch, im Gebet, sich Ihm auszuliefern, Sein Wirken zu erwarten und auf Ihn zu hören.

Das gottlose Ego* darf gehen

Wenn wir dies immer wieder praktizieren, so geschieht es, dass das gottlose Ego* mehr und mehr stirbt und wir sanftmütiger und stärker werden in Ihm. Deshalb sagt Gott in der Bibel, wir sollen nicht nur das Wort hören und lesen, sondern danach handeln (Jak. 1, 22)! Tun wir dies so ähnlich wie eben beschrieben, ist das herrliche Geschenk die Aussöhnung mit Gott, mit dem betreffenden Menschen und vor allem mit uns selbst. Wir werden befreit aus dem Gefängnis der Bitterkeit, des Ärgers, des Vorwurfs, fühlen uns nicht mehr getrennt von Gott sondern jungfräulich und sauber.

Es wird wieder Anfechtungen geben, doch wir lernen mehr und mehr, wie wir ihnen begegnen können, worauf es ankommt und wo es hin gehen soll. Immer öfter erleben wir Gott in unseren Herzen und in unserem Leben, und die Beziehungen entspannen sich und werden leicht.

Gott liebt die Demütigen

Gott liebt die Menschen so sehr, und noch viel mehr wenn sie ihren Stolz ablegen und sich vor Ihm als ohnmächtig und schwach bekennen. Nicht um den starken Macker zu machen, nicht weil er machthungrig ist, sondern um uns zu verändern in das Bild Seines Sohnes, der diese Liebe lebte bis in den Tod. Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen wendet Er sich zu. (Jak. 4, 6) Warum ist das so? Weil Er sich nicht mit der Unreinheit verbinden kann. Heiligkeit kann nur Heiligkeit in sich einschließen. Deshalb bringt uns nur wachsende Reinheit näher zu Ihm. Wachsende Reinheit, die nur Gott schenken kann und nicht aus eigenem Können erwächst.

Die Tatsache, dass Gott die Demütigen liebt, wird von den meisten Menschen falsch verstanden und deshalb abgelehnt. Wir projizieren unsere schlechten Erfahrungen mit unseren Eltern und Autoritätspersonen auf Gott und denken, Er sei streng und hart. Wir lehnen uns gegen Ihn auf, weil uns nicht gefällt, was Er uns in unserem Leben vor die Nase setzt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Gottes Erziehung geschieht immer nur aus Liebe zu uns. Das kann vielleicht nur verstehen, wer das in der Tiefe erlebt hat. Doch es lohnt sich mehr als alles Andere, diesen Weg zu gehen, weil er in die Tiefe führt und eine wahre und dauerhafte Herzöffnung bewirkt. Gott klopft uns weich.

Weich, aber kein Weichei

Sich gegen Trennung und für Liebe zu entscheiden bedeutet nicht, dass wir uns alles bieten oder gefallen lassen müssen. Doch alles was wir sagen und tun, sollten wir mit Gott abgleichen, mit Seinem Wort und mit dem was wir von Ihm hören. Dann können wir authentisch und gerade und vor allem wahr sein. Wir dürfen beurteilen, sollten jedoch nicht verurteilen. Die harten Gedanken sollten wir für uns behalten und dem Herrn hin legen, es mit Ihm klären und nicht im Außen. In diesem Ringen mit einander und mit sich selbst können wir unseren Standpunkt finden, in dem wir letztendlich die sein dürfen, die wir sind, und der Andere der sein darf, der er ist. Wir lernen miteinander und aneinander. So schleifen wir uns auch aneinander – wie Rohdiamanten, die immer glänzender werden. Und wir finden Wege, wie wir einander nicht nur ertragen, sondern lieben können, ohne Hass, Ärger oder Stolz zu kultivieren und statt dessen immer wieder eines Herzens in Gott zu sein.

*Anmerkung: Mit dem Begriff „gottloses Ego“ ist nicht das Ego gemeint, das spirituellen Philosophien nach aufgelöst oder abgelegt oder transzendiert werden soll. Vielmehr ist der Teil der Persönlichkeit gemeint, der es von Geburt an mehr und mehr gelernt hat, sein Leben eigenmächtig und ohne Gott zu bestimmen, Entscheidungen nach egoistischen Motiven selbst zu treffen, ohne die höhere Instanz Gott zu fragen, oder ohne an Ihn als höhere Macht zu glauben. Dieses Verhalten hat unsere Persönlichkeit geprägt und ist schwer abzulegen. Es ist schwer, aber nicht unmöglich. Es geht also nicht darum, sich in etwas Höherem aufzulösen oder Ähnliches, sondern sich seiner gottlosen Verhaltens- und Denkstrukturen bewusst zu werden und diese bewusst vor Gott zu legen, um mit Ihm gemeinsam neue Wege zu finden.

Fotos von Pixelio.de: 788823-Burkhard Vogt/ 596322-Jorma Bork/

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Ich gebe zu, der Titel ist provokant, doch es brennt mir immer wieder unter den Nägeln, dieses Thema zu vertiefen. Denn ich kenne beides. Bei Jesus will ich bleiben und will diesen Weg weiter gehen, denn ich erlebe durch Ihn Frieden und Liebe.

Gesetzt den Fall

Gesetzt den Fall, es wäre wahr, dass es so etwas wie satan gibt, also eine finstere Macht, die mit allen Mitteln gegen das Licht kämpft… Gesetzt den Fall, es gäbe wirklich diesen Gegenspieler Gottes, der alles daran setzt, die Menschen von Gott abzuhalten, damit er selbst die Ehre einstreichen kann…

Gesetzt den Fall, es gäbe dieses Wesen wirklich, das sich als einstiger Engel des Lichts in Rebellion gegen den Schöpfer erhoben hat und seitdem die Menschen verführen will, so dass sie nicht mehr weiter nach Gott suchen… Gesetzt den Fall, all dies wäre wahr…. was wäre satans Strategie?

Er würde alles daran setzen, die Menschen davon zu überzeugen, es gäbe ihn, satan, gar nicht. Er würde sich unsichtbar machen. Und nicht nur das, er würde sich – wie es seinem Wesen entspricht – selbst an Gottes Stelle setzen, so wie es schon immer sein Plan war, und sich als Gott ausgeben.

Er würde uns Häppchen zuwerfen, z.B. eine oder mehrere Philosophien, die immer ein Körnchen Wahrheit enthalten, so dass sie uns gerade genug locken – uns aber dann subtil auf Abwege führen, um genau diese Wahrheit sofort wieder zu verdrehen und zu verschleiern. Er wird uns Wege anbieten, die der Wahrheit ähneln, doch dann wird er Lügengespinste erfinden und uns vorsätzlich auf falsche Fährte locken – und dieser Weg führt immer weg von dem wahren Gott.

Lügner von Anfang an

Satan wird in Bibel beschrieben als „Lügner von Anfang an“ (Joh. 8, 44). Nicht genug, dass er uns von Gott abziehen will, nein, er macht das sehr geschickt. Er wird eine Philosophie anbieten, die auf sehr subtile Weise unsere Egos lockt, uns einen neuen Selbstwert verheißt, indem er uns suggeriert, wir seien bereits selbst Gott, oder wir könnten durch Bemühungen in einen Zustand kommen, der uns wie Gott sein ließe. Er würde unsere Sehnsucht nach Gott missbrauchen und behaupten, wir müssten z.B. einen gewissen Grad der Erkenntnis erreichen, um unser eigenes Göttlichsein zu erkennen und ausleben zu können. Und um diese Erkenntnis zu erlangen braucht es immer noch irgendetwas was wir noch nicht haben, noch nicht erkannt haben, noch nicht assimiliert haben, nachdem wir streben müssten.

So würde er uns auf Trab halten und unsere Kräfte, die ursprünglich auf Gott zielen wollten, umlenken. In der Behauptung, Gott sei in Wirklichkeit ein unpersönlicher Gott geschieht ein subtiler aber sehr folgenreicher Schnitt, hier ist eine wichtige Weiche, die unseren ganzen weiteren Weg bestimmt!

Diese Behauptung leugnet nämlich das wahre Wesen Gottes als liebender Vater und dreht die Wahrheit um. Sie macht aus dem liebenden und persönlichen Vater der Bibel eine unpersönliche Kraft, mit der keine Beziehung möglich ist, denn wir verorten ab diesem Zeitpunkt Gott IN UNS SELBST.

Selbstoptimierung als Erlösungsweg

So geraten wir auf einen Weg der Selbstoptimierung. Dies wird uns als Erlösungsweg angeboten. Wir müssen uns nun also selbst erlösen, anstatt dass uns der persönliche Gott der Bibel erlösen könnte. Wir selbst wählen diesen Weg, indem wir ihn glauben und gehen. Selbstheilung als Heilungsweg. Selbstfürsorge als Lösung für unsere Leiden. Diese Dinge klingen alle so logisch und verführerisch, und so würde uns satan immer und immer weiter und weiter weg von dem Gott der Bibel ziehen, der uns doch Sein Wort gegeben hat! Der uns doch versprochen hat für alles zu sorgen was wir brauchen, wenn wir Ihm unser Leben überantworteten! Wir glauben Ihm das nicht, weil wir nicht mehr an Ihn glauben.

Wo ist denn eigentlich die Überantwortung an Gott, wenn wir uns weiterhin selbst heilen müssen oder uns von Gurus, Lehrern, Coaches oder Therapeuten Heilung holen müssen? Fällt es uns denn gar nicht auf, dass wir hier keine dauerhafte Heilung finden? Dass daran etwas faul sein könnte?

Satan würde uns in einen Zustand bringen, in dem wir letztendlich doch selbst für alles sorgen müssten, für unsere Gesundheit, für das Funktionieren unserer Beziehungen, für das Gelingen unseres Lebens. Er würde behaupten, wir seien selber schuld wenn wir unsere Emotionen oder Gedanken nicht in den Griff bekämen. Hie und da würde er uns gewaltige Erfahrungen schenken, die sehr überzeugend sein können, und die er bei Gott abgekupfert hat. Am Anfang würde er uns in glückseliger Sicherheit wiegen, und dann würde er nach und nach wieder zuschlagen und unsere Psyche malträtieren – mit unseren alten Mustern und Unzulänglichkeiten wie Minderwert, Kontrollsucht, Ärger, Verletztheit und dergleichen. Und um nicht das Gleichgewicht zu verlieren schlägt er uns vor, dass wir uns noch mehr und noch mehr und immer mehr entpersönlichen, noch stiller werden, noch tiefer meditieren, noch tiefer in die Unendlichkeit des Nichts eintauchen, möglichst so lange, bis wir darüber dann endlich sterben und dann endgültig für Gott verloren sind.

Ist das alles wirklich wahr? Ist unser Gott kein Vater, kein persönliches Wesen? Und geht es auch für uns selbst darum, unser Ich komplett zu verlieren, unser Identität als ein Ich aufzugeben?

Das gottlose Ego – leben ohne Gott

Auch hier gehen die Lügen satans haarscharf, aber mit großen Auswirkungen an der Wahrheit vorbei.

Denn es geht nach den Aussagen der Bibel zu keiner Zeit darum, sein Ich los zu werden oder aufzulösen, niemals das GANZE ICH, sondern nur den Teil, der glaubt, ohne Gott gehen zu können, das GOTTLOSE EGO. Dieses und sonst nichts soll vom Thron gestoßen werden, damit Gott Seinen Platz wieder einnehmen kann.

Die Bibel betont immer wieder die Wichtigkeit unserer freiwilligen Entscheidungen als ein Ich für Gott! Und wenn es heißt: „Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach“ (Lukas 9, 23) so bedeutet das, dass wir uns täglich neu entscheiden dürfen und sollen, Jesus zu folgen, so wie Er an den Vater zu glauben, Seinen Willen zu tun und den gottlosen Egotrips die A-Karte zu zeigen.

Wir haben selbst in der Hand, was und wohin wir uns wenden wollen, wir haben Eigenverantwortung: gehen wir MIT GOTT oder OHNE GOTT? Heilen wir uns selbst oder bitten wir Ihn um Heilung? Regeln wir unser Leben selbst oder fragen wir Ihn um Rat und bitten wir Ihn um Führung? Fragen wir uns selbst um Rat oder Ihn? Bauen wir eine Beziehung zu uns selbst auf oder zu Ihm?

Wenn wir einfach nur unserem Bauchgefühl folgen, werden wir in die Irre gehen, denn das Bauchgefühl ist nicht Gott und ist auch nicht Ausdruck von Gott, denn Gott ist Geist. Folgen wir einem unpersönlichen Gott gehen wir ebenfalls in die Irre, denn dies ist nicht der wahre, echte, lebendige Gott! Der wahre Gottvater ist sehr persönlich und ganz direkt an uns interessiert, denn – das steht mehr als einmal in der Bibel – wir sind schließlich Seine Kinder!

Derjenige, der ohne den persönlichen Gott der Bibel geht, geht in Wirklichkeit gänzlich ohne Gott, so hart wie es klingt. Er ist zwangsläufig an sein gottloses Ego als Führer in Seinem Leben gebunden, weil er der falschen Schiene folgt, und weil er auf diesen Abwegen den wahren Gott noch gar nicht kennen gelernt hat!

Der wahre Gott zeigt sich dann, wenn wir beginnen, an Ihn als unseren Vater, Heiler und Versorger zu glauben (zunächst genügt ein Senfkorn), Ihm zu vertrauen, Ihn zu suchen und Ihn AUSDRÜCKLICH in unser Leben einzuladen. Wenn wir dies wirklich von Herzen tun und ernst meinen werden wir Ihn kennen lernen – versprochen! Er wird sich uns eröffnen. Und erst dann erleben wir die Segnungen und erkennen das was Er tagtäglich für uns tut.

Prunk und Pomp statt lebendiger Jesus

Die besten und wertvollsten Menschen streben nach dem Erwachen/Erleuchtung, sie sehnen sich wirklich innig nach Gott, sie hungern danach und tun alles dafür, denn wir Menschen wollen frei sein, vor allem frei von Leid. Wir suchen nach einem günstigen Ausweg aus all den Schmerzen, die wir erfahren mussten und weiterhin erfahren.

Und die fehl geleitete Kirche mit all ihrem Prunk und Missbrauch von Menschen hat bei den Meisten den Glauben an einen biblischen Gott gründlich versaut. Das was durch sie in unseren Köpfen vom einstigen Jesus übrig geblieben ist, zieht nicht an und macht nicht frei, sondern es bindet viel mehr an ein System, in dem Machtstrukturen herrschen, das ebenso korrupt ist wie die sogenannte „Welt“, ebenso verlogen, voller Heimlichkeiten und innerlichem Schmutz. Und wir spüren das und fühlen uns abgestoßen.

Also, wo sollen wir westlich geprägte Menschen hin, wenn unser traditionell angebotenes Glaubenssystem dermaßen unattraktiv ist und wir dennoch die tiefe Sehnsucht nach dem Göttlichen und Heiligen in uns tragen? Wir wissen ja tief drin, dass es das Gute geben muss, dass wir Gott ähnlich sein müssen, dass es irgendeine Form von Hingabe braucht. Wir sehnen uns tief drin nach Gebet, nach Heiligkeit, nach Kontakt mit dem Höchsten, und für unser Leben nach Liebe und Frieden.

Gott ist nicht tot

Und in der Bibel bietet uns Gott all das an! Die Urgemeinde wusste all das noch und erlebte es! Gott war DA im Leben der Menschen, in ihrem alltäglichen Sein. Sie erlebten Wunder über Wunder. Gott liebt es, sich zu zeigen, wenn wir an Ihn glauben. Er macht unsere Herzen weich. Er verändert uns und unser Leben, wenn wir es Ihm gestatten, wenn wir Ihn danach fragen, wenn wir Ihn darum bitten!

Das Leben mit Gott ist ein ständiger Austausch, ein permanentes Gespräch, ein ständiges Hin und Her zwischen Gott und Mensch und Mensch und Gott. Ab der Taufe, wenn der Heilige Geist herab gebetet wurde und wir von der Dunkelheit befreit werden sind wir an Ihn angebunden, und es liegt an uns persönlich, wie stark und innig diese Beziehung wird, und auch wie sehr wir Gott in unserem Leben wirken lassen.

Gott ist nicht tot, und wir sollten es auch nicht sein. Wir sollten uns nicht von der Stille völlig lahm legen lassen und uns selbst so sehr reduzieren, dass wir nicht mehr für eine Beziehung mit dem echten Gott taugen! Gott will uns lebendig und entscheidungsfreudig! Er ist der Gott des Lebens, er möchte unser Leben bereichern.

Es geht jedoch nicht nur darum, von Ihm Geschenke zu bekommen, sondern auch IHM zu GEBEN – nämlich uns mit allem was wir vor Ihm verheimlichen oder verbergen, mit allem was wir eigentlich selbst machen wollten, mit allem, was wir selber besser zu wissen glauben… mit unserer ganzen Selbstherrlichkeit und mit unserem ganzen Selbsterlösungstrip.

Ich bin nicht tot

Ich habe Erwachen erfahren und kenne das Gefühl, kein Ich zu sein, sondern unendliche Weite. Die Entgrenzung in den Kosmos hinein ist sehr angenehm und fühlt sich zunächst unglaublich gut an. Doch dann sind wir trotzdem weiter im Leben und erleben weiter den täglichen Kleinkram und fallen trotz unseres kosmischen Wesens hie und da zurück in die alten Ego-Fallen. Und gesund werden wir auch nicht wirklich. Nicht jeder kann sich jahrelang im sogenannten „Bliss“ (Glückseligkeit) halten oder diesen immer wieder hervorrufen. Erwachen kann übrigens auch als Droge gebraucht werden, und viele suchen immer weiter nach dieser entgrenzenden Erfahrung als Selbstzweck. Doch mit Gott hat all dies leider nichts zu tun. Nicht mit dem Gott der Bibel.

Ich fühlte mich nach Erwachen viele Jahre zwar sehr entpsannt, jedoch auch wie lebendig gestorben, fast wie ein Automat, der halt noch funktioniert, aber eigentlich nicht mehr wirklich da ist. Doch wem dient es denn wirklich, wenn ich ausgeschaltet bin? Ich bin ausgeschaltet für Gott, das ist der Effekt davon! Und wer will das, wer hat ein Interesse daran? Wer gaukelt mir all die tollen Theorien vor, die mit dem Gott der Bibel nichts zu tun haben und behaupten, ich sei sozusagen der Kosmos in Person? Weshalb glaube ich ich sei bereits erlöst, wenn ich es doch eigentlich nicht wirklich fühlen kann? Was hindert mich daran, mich meinem echten Schöpfergott zu unterwerfen, Ihm zu vertrauen dass ER mich erlöst?

Die Erlösung kommt von einem persönlichen Gott. Nicht als ein Donnerschlag, wie wir es gerne hätten, jedoch als lebendiger Prozess eines Weges MIT GOTT Tag für Tag. Mein Leben ist so viel reicher geworden durch IHN. Dieses Gefühl tot zu sein blieb noch eine lange Weile. Doch irgendwann hatte ich die Nase voll davon und bat Gott, mir das wieder zu nehmen. Es dauerte eine Zehntelsekunde, es brauchte nur meine Entscheidung und meine Bitte darum, und dieses Gefühl des Totseins war verschwunden. Es kam nie zurück!

Erwachen aus biblischer Sicht

Erwachen/Erleuchtung erleben wir als Geschenk, doch das Geschenk ist in meinen Augen ein trojanisches Pferd.

Erwachen/Erleuchtung geschieht uns ohne jeden Glauben an den Gott der Bibel, auch ohne jeden Glauben an den Jesus der Bibel – das allein sollte schon misstrauisch machen. Erwachen gibt es ohne eine Entscheidung für Gott, ohne Umkehr und Reue, ohne die Erkenntnis, dass wir Gott für unser Leben brauchen, dass wir von Ihm abhängig sind, ohne Taufe und ohne Lebensübergabe.

So können wir bleiben wie wir sind, und damit bleiben wir auf dem eigenen Thron. Aber wir erleben nicht das was Gott für uns vorgesehen hat, was Er uns schenken möchte: Seine unendliche Liebe, Sein Herz für uns, Seine offenen Arme, Seine Wege, Seine Fürsorge, Seine Beziehung mit uns.

Nebenbei bietet die Bibel eine Fülle an Vorschlägen, wie Menschen wirklich gut – mit Gott – miteinander leben können und sollen. Das Buch der Liebe, das den Anderen höher schätzt als sich selbst könnte die Welt retten, wenn die Menschen sich nach ihm richten würden. Wer sich im Sinne der Urgemeinde ganz auf Gott einlässt, wird verändert werden – genau in die Richtung, wie es uns Jesus vorgelebt hat und vorgeschlagen hat. Doch er ist damit nicht alleine, denn die Nachfolge ist immer auch eine Sache von Gemeinschaft mit Anderen, die ebenfalls diesen Weg gehen. Hier findet man Austausch, Rat und Hilfe, hier ist es aus mit der Einsamkeit, aber auch mit dem ewigen „Mir… meiner…, mich…“.

Dieser Weg ist herausfordernd, ist aber auch sehr, sehr befriedigend. Wenn Gott jeden Tag dein Herz berührt, weil du Ihn anbetest, Ihn einlädst, Ihn fragst, dich ausrichtest… – wie wunderbar ist das? Niemals würde ich das mit der kosmischen Weite eintauschen, die ja ohnehin immer da ist und mir gar nicht verloren geht… Ich bin ja jetzt reicher als zuvor…. beschenkt, geliebt und geborgen.

Bilder: Von Pixelio.de – 630261 von Didi01 (Wesen der Finsternis) 737374 von Kurt Michel (Schienen), 365712 von Tokamuvi (Thron), 330068 von M. Großmann (troj. Pferd)

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Die meisten Christen geben sich damit zufrieden, an Jesus Christus zu glauben, Sonntags in die Kirche oder in die Gemeinde zu gehen, sich ein bisschen sozial zu engagieren, um ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen. Das ist schön und ehrenwert, doch es ist etwas fundamental anderes, wenn man sich dazu entscheidet, Jesus Christus wirklich nachzufolgen.

Nachfolge ist das, was die Apostel machten, was die Jünger taten und die ersten Christen in den ersten Gemeinden. Es ist das wovon Paulus sprach und wozu er die Menschen in seinen Briefen unermüdlich ermahnte.
Es genügte nicht, einfach nur zu glauben, sondern der Glaube sollte sich ganz konkret im Leben und in den Taten und in den Beziehungen untereinander ausdrücken.

Die Liebe, die Jesus uns vorgelebt hat, seine Güte, seine unendliche Vergebungsbereitschaft, Seine Wahrheitsliebe, Menschenliebe, Seine Authentizität und auch Autorität – all das sind Eigenschaften, die auch wir leben dürfen und leben sollen – jedoch nicht auf unser Ego aufgebaut, das sein Leben zumeist ohne einen Gott verbracht hat, sondern auf die innige Beziehung zu Jesus Christus und dem Vater aufgebaut.
Jesus Christus hat uns versprochen: „Ich bin bei euch alle Tage“. Er lebt, Er ist real, Er ist da, erreichbar. Und Er liebt es, uns zu lieben, uns zu führen, uns den Weg zu zeigen zu einem echten Leben in Liebe.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – das ist nicht einfach umzusetzen. Man kann daran verzweifeln, an seinem eigenen Egoismus, an seiner eigenen Gier, an all diesen Mustern, die es verhindern wollen, dass wir ein wirklich gutes Leben führen können.
Ich habe mich entschieden, Jesus wirklich nachzufolgen, und genau deshalb bin ich nicht in der Kirche. Mein Eindruck ist, dass man dort nicht Nachfolge lebt und nicht leben kann, da die Strukturen an sich das schon verhindern.
Es gibt viele Menschen, die Jesus nachfolgen wollen und sich in der Kirche nicht wirklich wohl fühlen. Und dazu möchte ich sagen: es gibt viele, die sich zusammentun und dies außerhalb der Kirche verwirklichen.

Ein Leben im Abgleich mit IHM….

Es gibt eine ganze Bewegung, die im Stillen, ja sozusagen im Untergrund daran arbeitet, ein Leben nach den Prinzipien der Urgemeinde, nach dem Prinzipien von Jesus Christus zu führen. Ein Leben, das ein Miteinander bedeutet, ein Füreinander und gleichzeitig ein Leben in Wahrheit, ein Leben in der Hinwendung an Jesus und im ständigen Abgleich mit Ihm.

Es ist möglich, sich von Ihm so verändern zu lassen, dass Menschen, die früher isoliert, einsam und egoistisch waren, die Familien und Gruppen nicht ausstehen konnten, weil sie schwere Erfahrungen damit gemacht haben, dass diese Menschen unter der Leitung von Jesus Christus, sowie in der Gemeinschaft mit anderen Menschen, die Jesus ebenfalls nachfolgen, eines Tages fähig werden, sich nicht nur ins soziale Gefüge einer Gruppe und Familie einzuleben, sondern auch wirklich sich gegenseitig zu lieben, zu vergeben, zu helfen, füreinander einzuspringen und einzustehen.

Es ist das Ziel, genauso zu werden wie Jesus Christus war und ist, genauso liebend, genauso vergebend, genauso sanft, aber auch genauso aufrecht, wahr und authentisch und vor Allem: genauso bezogen auf Gott. Und das muss man nicht aus eigener Kraft heraus schaffen, sondern Gott hilft uns dabei. Er verändert uns, Er schleift uns, Er erzieht uns auch.

Rebellion und Stolz

Das ist nicht immer leicht. Es kann sehr schwere Phasen geben, in denen das alte gottlose Ego alles daran setzt, nicht sterben zu müssen. Zeiten, in denen der Stolz groß wird, in denen Rebellion die Führung übernimmt, Zeiten in denen man sich einfach weigern will, mitzuspielen. Eine geistliche Familie ist ein Schleifstein. In einer geistlichen Familie gibt es – wie überall sonst auch) jede menge Reibungspunkte und viele Gründe, sich über Andere aufzuregen, sie abzulehnen, sie zu verurteilen, sich mit ihnen anzulegen etc. Der Unterschied zu anderen Gruppen ist der, dass alle verbunden sind durch die Liebe zu dieser einen Person: Jesus Christus. Er bildet den Punkt, das Ziel, Er ist der König, dem alle dienen wollen – doch nicht immer kann man das.

Die lange Leine

Solche Phasen von Rebellion, ja von Wut, Ärger und Hass lassen sich nicht abkürzen, man muss da einfach durch – im Vertrauen auf Ihn und darauf, dass es uns letztlich dienen wird. Jesus lässt uns dann an der langen Leine laufen und gestattet, dass wir herum schnuppern und andere Wege erkunden. „Schau dir nur alles an“, sagt Er. Doch je länger die Leine wird, je länger es dauert, um so weiter entfernen wir uns von Jesus, und ein schmerzliches Vermissen macht sich in deinem Herzen breit… Irgendwie geht die Nähe, die vorher da war, abhanden. Du kannst deinem Egoismus frönen, deinen Stolz pflegen, deine Arroganz sich ausleben lassen… doch du spürst mehr und mehr, dass hier etwas sehr schief läuft.

Alles hat Auswirkungen

Es kann dann alle möglichen Symptome geben, denn Gott lässt es dann zu, dass wir von der dunklen Seite wieder angetastet werden – wir selbst öffnen die Türen dazu durch unser Denken und Verhalten, ohne es zunächst zu merken. Doch je mehr wir Symptome wahr nehmen, wie z.B. schlechte Träume, negative Erlebnisse, Unfälle oder auch wieder Krankheiten, Schmerzen, vielleicht Schlafstörungen oder plötzlich wieder aufflackernde Depressionen – wenn unsere alten Probleme wieder kommen merken wir, dass wir uns weg von unserem Herrn und König bewegt haben.

Es zeigt sich, dass wir alleine nicht weiter kommen. Egoismus isoliert, er hält die Menschen von uns fern, wir selbst halten uns fern und sind in unserem Turm des Stolzes einsam und bitter allein. Wer darin bleibt, darin erstarrt und nicht aus seinen inneren Vorwürfen an Menschen oder Gott oder das Leben heraus findet, ist verloren für Gott. „Gott widersteht den Hochmütigen“ – das ist wahr!

Rückkehr ist heilsam

Doch sobald du dich besinnst, sobald du dich umentscheidest, sobald du dich aufrichtest, sobald du deinem alten Fleisch, deinen alten Mustern sowie eventuellen den dämonischen Angriffen (in Form von negativen, selbstzerstörerischen oder vorwurfsvollen Gedanken und Gefühlen) die Stirn bietest und proklamierst, wer und was du eigentlich bist – nämlich ein Kind des Allerhöchsten, eine Tochter, ein Sohn Gottes, eine Königstochte/Königessohn, sobald du dir deiner Reinheit und Autorität in Jesus Christus bewusst wirst und sie laut proklamierst und als Waffe benutzt und dich entgegen all dem was deine Gefühle wollen dich trotzdem FÜR VERGEBUNG UND LIEBE entscheidest – geschieht der Quantensprung:
Plötzlich fällt das ganze Kunstgebäude aus Negativität und Rebellion in sich zusammen, die Mauern um dich her stürzen ein, du bist plötzlich wieder offen und wohlgesonnen, du spürst wieder Liebe, Jesus ist wieder da, du kannst dich wieder voller Vertrauen an ihn wenden und stehst dir nicht mehr selbst im Wege… welche Freude…

Du kannst die Menschen wieder lieben, für sie beten, auch deine ehemaligen Widersacher, deine Lieblingsfeinde sehen für dich wieder ganz anders aus, ja du weißt wieder, hey, das sind ja auch nur Menschen, und niemand hat dich mit Absicht verletzt! Und so liegt man sich wieder in den Armen, bitten um Vergebung und weint, weil Jesus mitten drin ist und sich so wunderbar auswirkt!
Wenn Menschen wieder aufeinander zugehen, ist Jesus mittendrin. Wo Vergebung herrscht und man sich die Hände reicht, da legt Jesus seine Hand noch drauf.

Dieses Menschenbild, das Jesus vorgelebt hat, ist das Ideal für das soziale Gefüge der Menschen, und es ist nicht nur ein Ideal, sondern es ist tatsächlich möglich, das zu leben und sich dahin zu entwickeln. Mit Seiner Hilfe!

Ich habe gerade eine solche Phase der Rebellion hinter mir, und ich weiß wovon ich rede. Es war auch nicht die erste. Ohne Jesus zu leben ist ein armes Leben, es fehlt ihm das Wichtigste: die Liebe, die wir in Gott füreinander haben dürfen. Menschliche Liebe ist immer auch egoistisch. Die Liebe in Gott nicht.

Fotos: Pixelio – 607428 M. Ottersbac/674993 Romelia

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Widerstand ist zwecklos….

Den folgenden Text habe ich für mich selbst geschrieben. Vielleicht sagt er auch den Menschen etwas, die sich bereits für Jesus entschieden haben und ihren Weg mit Ihm gehen.

Im Grunde ist jeder Widerstand gegen Gott zwecklos. Nicht nur jeder Widerstand sondern auch jedes Bemühen, irgendetwas vor Ihm zu verbergen oder geheim zu halten, Ihm etwas vorzuenthalten. Überhaupt ist es aberwitzig zu glauben – unbewusst oder bewusst, dass Er irgendwas nicht mitkriegen könnte…
Diese Haltung von wegen: „Ich weiß ja, Er will das nicht, aber ich tue es trotzdem ganz klammheimlich…“ ist von vorneherein lächerlich, denn dieser Gott weiß nicht nur alles, Er sieht auch alles, es bleibt Ihm nichts verborgen, Er ist allwissend. Punkt und Basta.
Deshalb ist es IMMER der einfachste Weg, mit Ihm über alles zu sprechen, auch über das was wir gerne ohne Ihn tun würden. Ihn in allem mit einzubeziehen rettet uns dann auch letztlich vor den Konsequenzen, die unser Alleingang haben würde.
Ich kenne das, da sagt eine Stimme in mir: „Ich will ja Seinen Willen tun, aber auf keinen Fall tue ich dies oder das! Das kommt gar nicht in die Tüte. Das geht einfach nicht, deshalb verschließe ich meine Ohren, ich fahre die Scheuklappen hoch und gehe stur meinen Weg. Ich frage Ihn besser nicht!

Das einzig Gute an diesem Weg ist, dass du deinen Willen dann durch setzt. Doch auf Kosten deiner Beziehung zum IHM. Je länger dieser Zustand dauert, umso mehr fühlst du dich getrennt, umso weniger gut klappt es in deinem Leben, umso mehr Mist passiert dir. Nicht etwa weil Er straft. Gott straft nicht, aber weil deine Distanzierung Seinen Schutz aushebelt. Du schlägst Seine Führung aus, du landest auf einem ungünstigen Gleis, denn wo Gott nicht ist, ist alles ungünstig und gefährlich. Dort wuchert das Unkrauf am Wegesrand, möglicherweise liegen plötzlich Felsbrocken im Weg, oder der Zug wird des nachts überfallen.
Du selbst hast es ja gewählt, dich von Ihm zu entfernen.

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Denn: selbst wenn Widerstand auftaucht gegen Gottes Ratschlüsse für dich, selbst wenn du rebellierst dagegen – warum bringst du nicht auch all das vor Gott? „Herr, ich bin in Rebellion, bitte hilf mir, dass ich Deinen Willen tun kann! bitte hilf mir, dass ich wachse, dass ich sogar Rebellion vor Dir nieder legen kann! Ich zeige Dir alle meine Schwächen, alle meine Unzulänglichkeiten, und ich bitte Dich, mich darin zu verändern, mich zu heilen, mich zu einem würdigen Kind Gottes zu machen!“
Da Gott eh schon alles weiß, ist es unsinnig, auch nur einen Millimeter ohne Ihn zu gehen.
Ja, es heißt, dieser Gott ist ein eifersüchtiger Gott. Und Er ist nicht nur eifersüchtig auf Götzen und Götterbilder, sondern auch auf jedes eigenbrötlerische Verhalten und Denken, auf jedes Abschweifen und auf jedes Stückchen Wegstrecke, in das Er nicht einbezogen wird. Dieser Gott möchte bei allem dabei sein.

Einen Bluts-Bund hat Er mit den Menschen geschlossen. Er hat sich für uns in einer so tiefen Weise entschieden, dass wir es gar nicht ermessen können. Er will uns nicht verlassen, doch wir zwingen Ihn immer wieder in die Distanz.

Gottes größtes Geschenk an uns ist der freie Wille, den Er IMMER respektiert. Und setzen wir diesen freien Willen (aus Seiner Sicht) sozusagen GEGEN IHN ein, wird Er diese Grenze nicht überschreiten. Und kannst du dir vorstellen, wie sehr Er darunter leidet, wenn du Ihn auf Distanz hältst? Er leidet. Denn Er will weiterhin Seine Liebe über dich ausgießen, dich in Seinen Armen wiegen und dir Seinen Frieden schenken. Bist du dumm, dass du das ausschlägst? Bist du dumm, dass du in deinem Stolz verharrst und nicht weißt, dass Er eh schon alles von dir weiß?

Nichts, aber auch gar nichts kannst du vor Ihm geheim halten. Du kannst dich nur ins Abseits setzen, und je länger du das tust, umso schwerer wiegen die Folgen.
In der Bibel steht, dass Ungehorsam in Seinen Augen das Gleiche ist wie Götzendienst. Und auf Götzendienst reagierte Er schon immer allergisch.

„Ich bin ein eifersüchtiger Gott“ sprach Gott. Und wow – wie menschlich ist das denn????? Gott ist wie wir, bzw. wir sind Ihm ähnlich, in Seinem Bilde, in der Bibel steht es ja schon seit tausenden von Jahren. Also mit ein wenig Einfühlungsvermögen können wir uns vorstellen, wie Er sich fühlen muss, wenn wir lieber andere Menschen vergöttern oder Heilige anbeten, anstatt Ihn live hier und jetzt bei jedem Schritt zu fragen und einzubeziehen.

Nein, wir müssen nicht blind Seinen Geboten folgen. Kadaver-Gehorsam ist nicht das was Gott von uns erwartet. Was Er aber möchte ist unsere volle Aufmerksamkeit, unsere volle Hinwendung und eine Art von Zusammenarbeit, die die meisten Menschen gar nicht kennen. Und ja, Gott weiß wie wir uns fühlen, und Er kennt unsere Schwachheiten. Aber Er möchte, dass wir alles vor Ihm ausbreiten, und zwar immer wieder. Und Er ist bereit immer wieder zu vergeben – wenn wir zurück kommen und Ihm unsere Schwächen bekennen, und wenn wir bereit sind, umzukehren und Seine Hilfe anzunehmen.

Gott kann zu einem Begleiter werden wie ein Geliebter, ein Freund, ein Vater – aus Fleisch uns Blut. Er antwortet. Er spricht zu uns. Er beantwortet Fragen, Er tröstet, Er leitet. Wenn du mit Ihm ins Gespräch gehst, lernst du mehr und mehr Seinen Charakter kennen. Doch bete vorher, dass du nicht von falschen Geistern getäuscht wirst, dass Er dir offenbart, welches Seine Stimme ist. Am Besten entscheidest du dich ganz und gar für Ihn, dann wird es leichter. Bis dahin gibt es keine Garantie für richtiges Hören.

Ein Leben mit Gott ist schon sehr anders als ein Leben, indem alles Andere Seine Stelle einnimmt. Mein altes Leben war nichts anderes als die verzweifelte Suche nach Aufmerksamkeit, Anerkennung, Inhalt und nach irgendetwas, das ich vergöttern, anbeten könnte… Doch all das kann nur Einer wirklich und auf Dauer stillen: Er. Ein Leben mit der Person Gottes, mit Jesus im Herzen, ist ein innerer Reichtum für den es keine Worte gibt. Geistige Klarheit, Frieden, Liebe, Sicherheit, Heilung von den alten Verletzungen, Heilung des Körpers – all das hat Er nicht nur versprochen, sondern schenkt Er auch wirklich!

 

Image-ID: 532681 Pixelio/Reuter

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Definition, Bedeutung
  • Religiosität bezeichnet die unterschiedlichen Arten von Glaubenshaltungen und deren Ausdrucksweisen (Riten, Werte, moralische Handlungen). (www.fremdwort.de)

 

598825_web_R_B_by_LouPe_pixelio.deReligiosität gibt es in allen Weltreligionen, im Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus, aber auch in dem was die einzige Alternative zu sein scheint: der Spiritualität und der Mystik.

Religiosität bedeutet den Tod des lebendigen Glaubens und der lebendigen Beziehung mit unserem Schöpfer. Jede Form von Dogmatismus, Riten und schematischen Abläufen, jede Gewohnheit die Selbstzweck geworden ist, jeder Zwang und jede Betonung von Vorschriften und Gesetzen engt das Herz ein und lässt uns nicht mehr frei, dem Wahren in uns zu folgen. Dazu gehören auch Gruppenzwang, Gruppendruck, aber auch die Anbetung von Menschen, Führungspersönlichkeiten, Gurus und Heiligen (Aufzählung ist beispielhaft).

Religiosität engt das Herz ein, und wer feinfühlig ist, spürt dies als Unwohlsein oder mulmiges Gefühl im Bauch. Eine unbewusste Abwehr steigt auf, wenn man sich in einer solchen Umgebung befindet, und oft versucht man sich mit Gedanken zu beruhigen. Wenn man von etwas überzeugt ist und etwas unbedingt möchte, aber dennoch ein Unwohlsein aufsteigt, ist man geneigt, das zu übergehen, es mit Argumenten nieder zu halten, um die Überzeugungen nicht aufgeben zu müssen.

Ich spürte dieses Unwohlsein als Kind in der Kirche. MariaLaach_kleinIch spürte, dass das was dort geschah nicht wirklich echt war, nicht wirklich WAHR war. Es war so etwas wie „Getue“, und es hatte mit dem wonach ich in meinem Herzen Sehnsucht hatte nicht wirklich etwas zu tun. Ja, es schien etwas damit zu tun zu haben, weil sich all das auch mit Gott beschäftigte, doch irgendetwas stimmte nicht. Mir war klar, dass Gott es nicht brauchte, dass Riten und Zeremonien abgehalten werden. Also wozu all das? Er brauchte auch nicht Scheinheiligkeit und Frömmigkeit. So konnte Gott unmöglich sein.

Genau das gleiche Gefühl beschlich mich, als ich Jahre später in die Spiritualität und die Erwachens-Thematik eingetaucht war. Einmal wollte ich an einem Zen-Sesshin teil nehmen. Dort herrschte eine so gedrückte und strenge Stimmung im Meditationsraum, und währen der Abwesenheit des Zen-Meisters hörte ich in seinem Hotel-Zimmer den Fernseher laufen. Er kam nur zu den Gesprächen herunter und ließ die Schüler allein meditieren. Die Schüler, Menschen in schwarzen Gewändern, mit ernsten Gesichtern, waren eingespannt in die strengen Abläufe dieses Sesshins, und schienen mir versteinert auf ihrem Weg zur Erleuchtung. Ich ertrug diese Stimmung nicht und ging vorzeitig.

Später dann in spirituellen Seminaren oder Kongressen beschlich mich eine ähnliche Beklommenheit. Dort ging es darum, möglichst spirituell reif zu wirken, meditativ, konzentriert nach Innen, möglichst bewusst, innerlich still, nicht urteilend, dafür aber liebevoll und weise.  In Gesprächen vermied jeder zu urteilen oder über irgendjemanden oder etwas negativ zu sprechen. Doch dies war nicht echt (unter der Oberfläche spürte man es häufig kochen), sondern von einer inneren Gesetzlichkeit erzwungen, die aus einer Überzeugung erwuchs – nicht jedoch aus dem Lebendigen, Wahren in uns.

Was ist denn lebendig und WAHR in uns? Wir sind am Leben, wir tragen Sehnsucht im Herzen nach Beziehung, nach Liebe und angenommen sein. Und wir projizieren diese Sehnsucht auf Menschen und erwarten von ihnen, dass sie unsere seelischen und geistigen Bedürfnisse stillen. Dabei ist diese Sehnsucht so groß, so umfassend und so gewaltig, dass wir niemals, und ich betone NIEMALS durch menschliche Beziehungen wirklich glücklich werden können (auf Dauer). Viele verbringen jedoch ihr Leben damit, nach dem richtigen Menschen zu suchen, oder auch nach der richtigen Religion/Glaubensrichtung oder beides – so war es bei mir auch.

Wir brauchen einen Anker.  Unsere Überzeugungen und Glaubensvorstellungen sind Haltestäbe für die Psyche. 614551_web_R_by_Rike_pixelio.deSie sind unsere einzige Sicherheit. Wir brauchen von daher Überzeugungen, und es fällt uns schwer wenn es nicht gar unmöglich für viele ist einfach zu sagen: „Ich weiß es nicht“.

Nein, wir können es auch wirklich nicht wissen. Wir brauchen jemanden, der es uns sagt, der uns Fragen beantwortet, jemanden der untrüglich ist, integer und wahr, jemanden dem wir unser ganzes Vertrauen schenken können, der uns niemals im Stich lässt und immer zu uns steht. Wer könnte das sein?

Wenn wir an einen unpersönlichen Gott glauben, kann es ja niemand sein, höchstens ein Alles und Nichts, zu dem man jedoch keine Beziehung aufbauen kann. Für eine Beziehung braucht es ein Gegenüber. Der persönliche Gott der Christlichen Kirche ist jedoch für viele Menschen einfach nicht tragbar, weil die Kirche ihre Religiosität über Ihn gebreitet hat wie einen Mantel, der mehr verbirgt als dass er etwas zeigt.

Auf der Suche nach der Person, der ich bereit wäre mein Leben hin zu legen, fiel mir nur Jesus ein. Mir wurde in einem Kairos-Moment sonnenklar, dass ich IHN brauche. Wer sollte mich denn heilen, wenn nicht ER? Ich hatte mich selbst nicht heilen können, und auch das Alles und Nichts hatte mich nicht geheilt. Es hatte mich auch nicht besser gemacht. Nach wie vor spürte ich viel Hass in mir, der von meinem strengen Vater in mich eingepflanzt worden war.

Ab dem Moment an dem ich mich dem persönlichen Jesus zu wandte und zu Ihm begann zu beten, Ihn zu bitten, mit Ihm zu sprechen, laut, nicht nur innerlich, wendete sich das Blatt in meinem Leben. Ab diesem Moment geschahen Begegnungen und Fügungen, die meinen Weg ebneten, denn ich suchte nach Menschen, die eine direkte Beziehung zu Ihm hatten und mir helfen könnten – nicht aus Eigennutz, nicht um selbst im Zentrum zu stehen, sondern um Jesus ins Zentrum zu stellen.

Ich hatte das Glück sie zu finden und auch Jesus zu finden – in meinem eigenen Herzen – als Geliebter, als Gesprächspartner, als Ratgeber, als Heiler und als Vermittler zum Vater. Es brauchte eine eindeutige Entscheidung FÜR IHN, um eine Lawine los zu treten, die sanft mein altes Leben zudeckte und Raum für Neues machte. Für das Wahre und Echte, für Lebendigkeit in der Beziehung mit Gott, ohne jede Religiosität, ohne Riten, ohne Gesetze. Nur eins zählt für mich: das was Jesus mir ins Herz schreibt.

Jesus selbst verändert uns und prägt uns Sein Wesen auf, wenn wir nah an Ihm sind und bleiben. Er nimmt das Dunkle heraus und tut Sein Wesen hinein. Ich habe Ihm mein Leben gegeben und tue es immer wieder. Es war die beste Entscheidung meines Lebens.

Die lebendige Beziehung zu Jesus braucht keine Kirchen, keine Kathedralen, keine Gottesdienste und auch keine Meditation. Sie braucht keine Riten, keine Niederwerfungen und keine Geldspenden. Jesus  will das lebendige Herz, denn Er ist das LEBEN und der WEG und die WAHRHEIT.  Nur dort kann er sich aufhalten und wirken, dort berührt uns Gott.

Fotos: © Gpalm Maria Laach, LouPe  / pixelio.de, Rike  / pixelio.de,

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