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Posts Tagged ‘Jesus’

Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Der Thron des HERRN ist im Himmel; seine Augen spähen, seine Blicke prüfen die Menschenkinder.  Psalm 11

Was wäre, wenn die große Stille, die in der Spiritualität so geehrt wird, das große Ohr Gottes wäre? Ich sehe es vor mir, wie Gott mit seinem offenen, reinen Herzen sein großes Hörrohr über die Erde schweifen lässt, lauschend, empfangsbereit, zugewandt, und immer wieder direkt auch auf dich gerichtet, in Erwartung, mehr noch: in freudiger Erwartung, voller Hoffnung. Er wartet darauf, dass wir Ihm antworten auf das was er mit der Schöpfung getan hat und täglich tut, damit, dass Er uns das Leben geschenkt hat und erhält, aber vor allem damit, dass Er uns seinen Sohn als Menschen auf die Erde schickte, um uns zu befreien – sofern wir diese Befreiung annehmen und glauben.

Wenn wir in die Stille lauschen ist das schön. Es tut uns gut, ruhig zu werden, es kann uns in einen gefühlt „heiligen“ Zustand bringen, und wir können uns ganz hinein fallen lassen. Es hat jedoch aus meiner heutigen Sicht etwas Einseitiges. Denn es ist die Frage: erwarten wir überhaupt von Gott zu hören? Können wir glauben, dass Jesus mit uns, mit mir kleinem Menschlein spricht? Erwarten wir Antworten? Die Wahrscheinlichkeit, Antworten zu hören und zu verstehen hängt vor allem davon ab, welchem Bild, welchem Gottesbegriff wir anhängen und was wir glauben.

Und die zweite Frage ist: Was für eine Rolle spielt die Stille in unserem Leben? Ist sie für uns lediglich ein „Genussmittel“, um in Frieden zu kommen? Oder verdrängen wir Negatives in uns mit ihrer Hilfe anstatt damit zu handeln? Oder haben wir die Stille zu einem „Götzen“ gemacht, zu einer Art Selbstzweck? Fühlen wir uns vielleicht gar als etwas Besonderes, weil wir im Gegensatz zu vielen Anderen einen leichten Zugang zur Stille haben? Klopfen wir uns dafür auf die Schulter? Wollen wir es auch anderen beibringen, wie das geht in die Stille zu kommen? Ihnen „helfen“? Dann sind wir schon lange nicht mehr mit Gott, sondern wir füttern unser „Fleisch“ damit.

Letztendlich ist ein solcher Umgang mit Stille zwar schön und eröffnet eigene Möglichkeiten, aber es ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Es mag vielleicht in seltenen Fällen sogar sein, dass uns der Heilige Geist begegnet, doch selbst wenn, so können wir Ihn nicht ausschöpfen, seine Segnungen nicht ergreifen, wenn wir nicht mit Ihm in echte Beziehung treten – von Mensch zu Gott.

Gott ist überaus sensibel und achtet unseren freien Willen mehr als alles andere. Und wenn wir uns entscheiden, nur auf Ihn zu lauschen, anstatt mit Ihm zu sprechen (laut), wird auch Er nicht mit uns sprechen. Er versucht es vielleicht ein paar Mal, doch wenn keine Antwort kommt, wird auch Er schweigen.

So viele Jahre habe ich in die Stille gerufen: „Gott, sprich mit mir!“ Doch es kam keine Antwort. Heute weiß ich warum: weil ich Ihn nie als geistliche Person sehen konnte, sondern einfach nur als Unendlichkeit, als Stille, als Zeitlosigkeit.  Und aus ihr kommt keine Antwort außer Stille, Unendlichkeit und Zeitlosigkeit. Das ist frustrierend, denn wir Menschen sind doch Beziehungstypen. Und Gott ist das auch! Gott möchte auch von uns hören! Er möchte „gesehen“ werden, wahr genommen werden – als das was Er ist! Ein Wesen, das uns tatsächlich ähnlich ist!

Wir wurden in Seinem Bild geschaffen, und wir sind Menschen mit Gefühlen und Gedanken, mit Sehnsucht und einem suchenden Herzen. Warum sprechen wir das Gott ab?

Er hat uns nicht umsonst die Sprache verliehen. Einen Mund. Eine Stimme. Das Wort, das Sprechen ist von immenser Wichtigkeit. Auch in der Spiritualität ist bekannt, welche Kraft Worte haben. Gott selbst sprach die Dinge ins Leben:

„1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.

3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Joh. 1

Gott sprach das Leben in Existenz. Nun können wir durch unser Sprechen unsere Beziehung zu Ihm zum Leben erwecken. Wir können unserem Glauben an Ihn Ausdruck verleihen. Wir können Ihn ansprechen und so in Verbindung treten. Sprechen wir nicht mit Ihm, so gibt es keine Beziehung. Sprechen wir nicht mit Ihm, wird Gott uns nicht er-hören.

Man sagt, die Stille sei das Heilsame, das woraus für uns Segen kommt. Doch weitaus größerer Segen fließt aus der lebendigen Beziehung mit IHM. Und eine Beziehung ist niemals nur etwas Einseitiges. Würde ich mich in einen Mann verlieben, jedoch niemals mit ihm sprechen, wäre ich ihn schnell wieder los. Genauso ist es mit Gott. Wir werden Ihn wieder los, wenn wir Ihn immer nur an schweigen.

Gott ist gütig und gnädig. Er liebt uns über die Maßen. Er möchte Seine Gnade ausschütten. Er sucht nach uns, Er geht hinter uns her, Er wirbt um uns wie um eine Braut! Er wartet auf uns und sehnt sich nach uns. Sprechen wir Ihn an, und Er neigt sich zu uns herab. „Bittet, und es wird euch gegeben werden.“ Er möchte uns und unsere Leben zum Guten verändern – aus Liebe. Doch auch wir müssen Ihn lieben und uns auf den Weg machen.

Ich möchte hier ein Gebet aufschreiben, das jeden, der es beten mag und es laut und aus ehrlichem Herzen ausspricht, in Beziehung mit Ihm bringen kann:

„Mein Vater, ich bete in Jesu Namen. Ich danke Dir, dass Du mich geschaffen hast, dass ich Dein Kind sein darf. Danke für all das was Du in meinem Leben tun willst. Ich habe begriffen, dass ich Dich bisher noch gar nicht kannte, doch ich möchte Dich kennen lernen! Wirklich und aus ganzem Herzen! Deshalb bitte ich Dich: komm zu mir,  mache Dich mir bekannt. Jesus Christus, komm in mein Leben! Ich möchte Dich wirklich endlich kennen lernen! Komme in meine Träume oder zeige Dich mir auf andere Weise, so dass ich es verstehen kann. Gott, ich vertraue auf Deine Liebe, und ich entscheide mich, ab sofort zu Dir in eine persönliche Beziehung zu treten. Bitte vergib mir, dass ich so lange Zeit an Dir vorbei gelebt habe, dass ich Dich nicht kannte und Dich am falschen Ort gesucht habe. Ab jetzt entscheide ich mich, Dein Kind zu sein, Deine Schöpfung, und Dich als meinen Schöpfer und Gott anzuerkennen. Amen“.

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Diese Lüge erzählt er uns, wenn uns etwas wie Erwachen oder Erleuchtung geschehen ist. Es ist eine von vielen, die uns dann im Kopf herum gehen. Wer glaubt, sein Ich verloren zu haben, oder sich nicht mehr damit zu identifizieren, der erlebt sich als Spielball dessen, was aus einer unortbaren Quelle heraus mit ihm und seinem Leben geschieht. Er sieht sich als Zuschauer und nicht als Wählender. Er ist ausgeliefert. Da er dies für Gott hält, will er sich diesem „großen Willen“ unterordnen und sich ihm hingeben. Dieser „große Wille“ des „großen Lebens“ wird als göttlich verherrlicht.

Gott ist jedoch viel, viel mehr als nur das, er ist eine Person!!! Eine Person im Geist. Es heißt nicht umsonst, dass Er uns in Seinem Bild erschaffen hat. Und diese Person wünscht sich von uns, dass wir unseren freien Willen einsetzen! Wozu? Um Entscheidungen zu treffen! Und die wichtigste Entscheidung unseres Lebens ist die, an Ihn, an Gott, an diesen persönlichen Gott zu glauben, mit Ihm in Beziehung zu treten, Ihn zu ehren und sein Leben Ihm zu widmen!

Das können wir am besten, wenn wir Seinem Sohn Jesus Christus nacheifern. Diesem Sohn, der hier auf der Erde war. Diesem Jesus Christus, der uns hier gezeigt hat, wie Gott tickt, der ein leuchtendes Vorbild war und ist an Sanftmut, Menschlichkeit und Weisheit, und der gesagt hat: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Der Gott des Lebens, des Lebendigen, der Gott der Fortpflanzung und Fruchtbarkeit, der Gott all dessen was auf diesem Planeten wimmelt und kreucht und fleucht, dieser Gott möchte es mit LEBENDIGEN Menschen zu tun haben und nicht mit Zombies. Er möchte mit uns das LEBEN feiern und nicht den Tod. Er möchte uns lebendig, frei und freudig. Und wir brauchen unseren freien Willen, um den Weg mit Ihm freiwillig zu gehen. Es braucht unsere glasklare Entscheidung für Ihn, für diesen Weg mit Ihm, für diesen Weg in Ihm und zu Ihm hin. Ein Weg in dem wir Akteure sind und nicht nur Zuschauer, in dem wir in Gott sein dürfen und gleichzeitig mit wirken und mit entscheiden.

Wir sind schließlich die Kinder Gottes. Wer sollte diese Entscheidung treffen, wenn nicht unser freier Wille?

In der Bibel sind der freie Wille und die Wahl von entscheidender Bedeutung. Der freie Wille ist unser mächtigstes Werkzeug. Nicht nur am Anfang dieses Weges sondern auch auf ihm von Anfang bis Ende. Wir können und müssen uns immer wieder entscheiden, z.B. nicht mehr auf die Einflüsterungen satans zu hören, sondern uns an das zu halten, was wir mit Jesus in uns selbst erleben.

Dazu braucht es jedoch die Beziehung zum echten und einzigen Jesus Christus von Nazareth, der als Mensch gekommen ist. Es gibt zahllose Fälschungen in der geistigen Welt, sowie individuelle Vorstellungen, die alle nichts mit dem wahren Jesus Christus zu tun haben. Sind wir mit Ihm, dem wahren Jesus Christus verbunden, genießen wir echte Führung von einem Gott, der Mensch war, und der uns besser kennt als wir uns selbst kennen. Und nicht nur das, ein Gott, dem wir ähnlich werden können, dem wir nachfolgen können, der verändert, und der uns zeigt, wie aus uns wirklich gute Menschen werden, die dienen ohne an ihren Vorteil zu denken, die lieben ohne zu verurteilen, die sich der Wahrheit verpflichten und sich nicht einlullen lassen.

Wir dürfen uns immer wieder für die Wahrheit entscheiden. Ohne freien Willen geht das nicht, und auch nicht ohne den Glauben an die Wahrheit und an den, der sie repräsentiert. Und auch dieser freie Wille ist etwas, für den man sich entscheiden kann, auch dann wenn man glaubt, man hätte ihn nicht. Denn unser Menschsein und dieses Geschenk des freien Willens kann uns niemand wirklich rauben. Er ist das, was uns aus dem tiefsten Loch wieder ans Licht tragen kann.

Der freie Wille, auch wenn er noch so vergraben ist, bewirkt ein sich aufrappeln, ein Aufstehen, ein sich aufrichten: Ja, hier bin ich. Ja, ich will.

Aufstehen_723394_web_R_B_by_twinlili_pixelio.deIch erkenne meine Größe und meine Kraft in dem Einzigen was ich sicher habe: meinen freien Wille und meine Entscheidungskraft.

Jeder Alkoholiker, jeder der einer Sucht verfallen ist, einem Zwang oder was auch immer – am Anfang einer Entwicklung zum Guten steht IMMER der freie Wille. Schalten wir Ihn ein und rufen wir Gott um Hilfe an, so sind wir schon zwei. Und von da an haben wir die größte Unterstützung, die man nur haben kann. Dann wendet sich der Weg zum Guten, und Gott hat unsere Erlaubnis einzugreifen und uns an der Hand zu nehmen. Bevor er nicht unsere definitive Entscheidung hat, tut er das nicht – aus Respekt vor unserem freien Willen.

 

 

Bildquelle: twinlili  / pixelio.de

 

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Wow, wie hat mich der Hl. Geist heute wieder überführt….. Die ganze Zeit schon kam ich bei der kleinsten Gelegenheit immer wieder in Rebellion gegen eine Freundin und ihre gefühlten „Vorschriften“, Ratschläge, was auch immer… Ich weiß sie meint das nicht so, doch ich konnte mein „Apell-Ohr“ einfach nicht ausschalten.

Diese Rebellion ist immer sein sehr unangenehmes Gefühl. Da steht alles in einem auf, man ist plötzlich auf Krawall gebürstet, will partout etwas ganz anders haben als jemand anderer, man fühlt sich angegriffen, bevormundet, meint sich wehren oder durchsetzen zu müssen, Gedankenketten steigen auf und puschen den Kreislauf hoch. 126338_web_R_K_B_by_110stefan_pixelio.de.jpgÄrger, Wut, man dreht sich im Kreis und steigert sich immer mehr hinein, und schon ist der Krawall da – wenn man dem Ausdruck gibt. Doch das wollte ich auf keinen Fall, denn ich kenne inzwischen diese Abläufe. Ich komme eh nicht drum herum, all das vor den Herrn zu bringen und mit Ihm zu reden.

Ich habe dem also nicht Ausdruck gegeben, obwohl ich mich zurück halten musste, sondern bin damit zu Jesus gegangen. Ich bat ihn um Überführung, ich bat Ihn mir zu zeigen worum es genau geht, denn mir war klar, dass da was Altes dahinter stecken musste. Da kam so ein Schwall übler Gefühle mit, dass ich tiefer rein gehen musste. Und schon kamen die Tränen mit ungeheurer Wucht… Plötzlich war ich wieder ein kleines Kind, das immer und immer wieder verbal und mit Schlägen nieder geknüppelt wurde, ein Kind das nicht sein durfte, das immer nur störte, das nicht geliebt wurde, das niemals etwas wollen durfte, das nie gehört wurde, dem immer über den Mund gefahren wurde. Eine solche Ohnmacht und Wut war da in mir, ich hätte kotzen können. So oft… so oft… hunderte Male hat mein Vater meinen Willen gebrochen und meine Seele verletzt. Ich fühlte wieder den Hass, den ich als Kind gefühlt hatte. Er war immer rücksichtslos und egoistisch, er dachte nur an sich, und er tat dies immer in einer grässlichen, markerschütternden Lautstärke und mit einem grimmigen Gesicht voller Hass. Man musste immer auf alles gefasst sein. So wie er mich hasste, so hasste ich ihn damals auch.

Und ich hatte geglaubt, ich hätte ihm schon längst und schon zig mal vergeben…. Pustekuchen. Heute hat Jesus all das nochmal an die Oberfläche geholt, und ich glaube, ich habe noch nie so geweint, so geschluchzt, es war ein Irrsinns-Schmerz. Immer wieder nieder geknüppelt zu werden, niemals sein zu dürfen, nichts wollen zu dürfen, immer erschlagen von der Macht der Erwachsenen, die sie schonungslos ausleben dürfen, und du als Kind darfst nichts! Nichts!!!

Mir wurde echt schlecht, ein Würgen kam hoch und Gähn-Anfälle noch und noch. Ich würgte, hustete, ja es sollte alles raus, all der Mist!

Ich hab mich Jesus an die Brust geworfen und geweint, dann brachte er mich zu (Gott)Vater, auf dessen Schoß es weiter ging. Ich war ca. 1-3 Jahre alt. Und nach langem Weinen konnte ich Ihm endlich sagen: „Ich brauche dich so sehr! Ich brauche dich doch! Ich brauche Dich!“ Dieses Brauchen hatte ich mir nie gestattet vor lauter Stolz. Niemals hätte ich meinem leiblichen Vater so etwas gesagt. Aber (Gott)Vater liebte mich und hielt mich fest im Arm und brummte sanft, und er duftete, wir hatten alle Zeit der Welt, und sein leuchtend weißes Leinenkleid war frisch gestärkt und strahlte solche Sicherheit und Geborgenheit aus…. Schließlich winkte Er Jesus heran, der die ganze Zeit dabei gestanden hatte und fragte mich, ob ich mit Ihm gehen wolle. Ja, das wollte ich. Jesus reichte mir die Hand, ich ergriff sie, und aus seinem offenen Mantel heraus strahlte feuriges, gleißendes Licht. GrößenänderungPferd_Morgen.jpg Ich hatte keine Angst, ich blieb davor stehen, und dann ging ich ganz langsam hinein…. und eine große Erleichterung erfasste mich. Es war endlich vorbei…

Meine Wut und Rebellion von heute Morgen haben sich komplett gelöst. Ja, wenn ich für mich eintreten muss werde ich das in Ruhe tun, aber der Trigger ist weg. Danke Herr für Deine Liebe und Deine Heilung!

 

Bildquelle: 110stefan  / pixelio.de

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Dieses Video passt hervorragend zu meinem letzten Beitrag: Der Gemischtwarenladen. Diese brillante, junge Frau hat die richtige Wahl getroffen und wurde geheilt!

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Der Gemischtwarenladen

Man könnte sich die geistige Welt so ähnlich vorstellen wie einen Gemischtwarenladen, wie man früher die Tante-Emma-Läden kannte. Es gibt alles. 519936_web_R_by_Angelina S........_pixelio.de.jpgMan betritt ihn und schaut sich die Auswahl an, man nimmt sich was man mag, tut es in seinen Warenkorb und geht zur Kasse. Dort wird bezahlt. Die Währung im geistigen Raum ist jedoch nicht Geld sondern Lebenskraft. Was auch immer wir tun, denken und fühlen – es kostet  unsere Lebenskraft – und die ist gar nicht „unsere“, sondern wir bekommen sie geschenkt von unserem Schöpfer. Es ist also SEINE Lebenskraft, die Er uns gibt.

Bei  unserer Geburt und schon vorher bekommen wir sie als ein Geschenk von Ihm, und zwar mit dem Auftrag, weise mit ihr umzugehen. Weise, gerecht und gut. Gottes Gesetze sind in unsere Herzen geschrieben, deshalb ist in den meisten Menschen eine grundlegende „Gutheit“ zu finden. Indem wir jedoch die Lebenskraft häufig mehr zur Zerstörung nutzen als zum Aufbau, auch zur Zerstörung unseres Körpers, unserer Seele und (nicht zuletzt) auch unseres Geistes, begehen wir eine Art „Frevel“.

Wer nicht mehr weiß was gut und was böse ist, findet in der Bibel Weisheit und gute Ratschläge.

Wir haben also unser Konto an dieser kostbaren Lebenskraft, die übrigens aus Liebe gemacht ist. In der Bibel wird Jesus (die Liebe) einerseits als Mensch beschrieben, andererseits aber auch als derjenige, „durch den alles geschaffen wurde“.

Kolosser 1, 15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 

Jesus war als „die Liebe“ bereits vor dem Beginn der Schöpfung da. Der Vater zeugte sie mit seinem Willen, der Sohn war und ist die Liebe, und der heilige Geist setzt den Willen Gottes in dieser Liebe um. Jesus kam durch den Willen des Vaters als Mensch geboren auf die Erde, und die Liebe inkarnierte (wurde Fleisch) als Mensch in der Person Jesus Christus.

Wir tun gut daran, diese Geschichte zu glauben, sie ist nämlich WAHR. Glauben wir an Lügen, gehen wir in die Irre, denn was wir glauben wirkt sich aus. Das ist nicht etwa ein kosmisches Gesetz, das irgendwie vom Himmel gefallen ist! Nein, unser Schöpfer schenkte uns den freien Willen, die frei Wahl, wir können wählen was wir glauben wollen. Und nicht nur das: Er lässt auch die Folgen zu, damit wir ERLEBEN was daraufhin geschieht, und damit wir uns immer wieder revidieren, korrigieren und neu entscheiden können. Deshalb sollten wir gut aufpassen, was wir aus dem Regal wählen und ergreifen.

Greifst du im Gemischtwarenladen der geistigen Welt nach Jesus, hast du eine gute Wahl getroffen, die beste die du treffen kannst.

Du ernährst dich mit den Produkten die du „kaufst“ (glaubst), du isst sie, sie formen deinen Geist, deine Seele und deinen Körper. Du wirst von ihnen geprägt, und das hat Folgen. Denn welche Früchte bringst du hervor, wenn du sie ergriffen hast? Ist es LEBEN, das daraus hervor kommt? Oder ist es Tod? Kommen positive Impulse dabei heraus, die auch andere Menschen positiv beeinflussen, oder wirst du letztlich krank oder depressiv oder einsam? Macht es dich frei, erfüllt es dich und dein Leben? Oder hast du Konzepte übernommen, die dich lähmen oder in Gesetzlichkeit und Unterdrückung gefangen halten? Sind Frieden, Liebe, Demut, Dankbarkeit und Freude die Früchte? Oder kämpfst du weiter um deinen Selbstwert und deine Bedeutung?

„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Jeder kann sich seine eigenen Früchte betrachten, wenn er klar und wach ist, und vor allem ehrlich zu sich selbst und dann wieder neu entscheiden.

Indem du im Gemischtwarenladen nach einem Produkt greifst,

715325_web_R_K_B_by_uschi dreiucker_pixelio.de.jpgöffnest du dich der ganzen Dunstwolke, die mit dem Produkt im Zusammenhang steht. Greifst du nach Buddhismus, bekommst du Buddhismus mit allem was dazu gehört an Empfindungen, Sehnsüchten und Ausprägungen in Körper, Seele und Geist. Greifst du nach Macht oder Materiellem, bekommst du alles was dazu gehört an positiven wie auch negativen Auswirkungen. Du kaufst also einen regelrechten Kosmos mit. Diese Dunstwolke prägt dich dann mehr und mehr.

Jetzt kommt die gute Nachricht: wenn du im Laden nach Jesus greifst, dann trittst du in Seine Welt ein, und diese Welt ist geprägt von Seiner Kraft und Seiner Liebe und Seinem Segen. Hier kommen keine dunklen Wolken mit. Jesus ist die größte Macht im geistigen Reich. Er hat während Seines Lebens als Mensch Kranke geheilt, Er trieb Dämonen aus, Er führte Menschen ins Licht – und all das tut Er noch heute! Kommst du in Seinen „Space“, in Seine Umgebung, öffnest du dich Seinem Einfluss, breiten sich Reinheit aus und Helligkeit. Dein Leben kommt mehr und mehr in Ordnung. Die Dinge fügen sich, auch dein Körper und deine Seele kommen mehr und mehr in Ordnung. Du fühlst wie du getragen wirst und begleitet. Die Voraussetzung dazu ist, dass du nach ihm greifst, ihn sozusagen erwählst, und dass du lernst, mit Ihm zu kommunizieren. Und zwar IN WORTEN und mit dem Einsatz deiner Stimme im Gebet.

Das was ausgesprochen wird dringt hinein in die geistige Welt. Und da Jesus ein Wesen ist, eine Person, hört Er dich höchstpersönlich, wenn du Ihn ansprichst. Und da Jesus Liebe ist, wird Er antworten.

Wenn du dich in diesem Laden Jesus zuwendet, trittst du ein in eine geistige Realität, die allen „Dunstkreisen“ weit überlegen ist. Hier hast du Gott persönlich an deiner Seite. Dies ist das Echte. , das WAHRE. Hier wohnt die Kraft.

Als ich klein war, prahlte ich, wenn ich Angst vor jemandem hatte, immer mit meinem großen Bruder, den ich rufen würde. Wenn ich heute meinen großen Bruder Jesus anrufe, so kommt Er mir immer zu Hilfe! Er hat mir schon so viel Zuwendung und Aufmerksamkeit geschenkt… Er hat schon so viele negative Gedanken und Gefühle vertrieben… es genügt ein Fingerschnipser von Ihm. Ich muss nur eins tun: Ihn darum bitten!

Gott ist ansprechbar und erreichbar. Es  haben schon so viele Menschen innig nach Ihm gerufen, und ihr Sehnen bekam Antwort. So ist Er, unser Gott: ein Liebender UND ein Geliebter, ein Freund, ein Helfer und ein Heiliger, ein Partner in allen Lebenslagen

Er genügt. Er reicht aus. Und der ganze Gemischtwarenladen mit all seinen Auslagen und Sonderangeboten erübrigt sich von selbst.

 

 

Bildquelle: AngelinaS/Pixelio.de und uschi dreiucker  / pixelio.de

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Der Gott des Lebens

Wenn ich morgens in meiner „stillen Zeit“ bin – die ich früher „Meditation“ nannte, die jetzt aber Gebet und Austausch mit Gott beinhaltet – frage ich mich manchmal: Was ist eigentlich der Unterschied zu früher, als ich den ‚Gott des Erwachens‘ als meinen Gott angenommen hatte?

Wer ist der ‚Gott des Erwachens‘:  Alles und Nichts, die Weite, die Unendlichkeit, die Zeitlosigkeit, der Hintergrund auf dem sich alles abspielt. Das Sein, die Quelle, das Unsagbare, Unbeschreibliche, einfach Hiersein, einfach sein. Strahlenkranz

All diese Attribute hat mein jetziger (biblischer) Gott auch, doch da ist noch so viel mehr, was sich früher verborgen hatte.

Wenn ich damals betete, betete ich quasi zu mir selbst, da ich mich mit dem Alles und Nichts vollständig identifizierte, bzw. glaubte, darin völlig aufgegangen zu sein. Das Gebet bestand überwiegend aus Stille und Hingabe an diesen Hintergrund. Das brachte allerdings den Zwiespalt mit sich, nicht erklären zu können, weshalb die Dualität trotzdem da war, obwohl doch die Stille das eigentlich Wahre zu sein schien, und weshalb sie (oft auch negativ) auf mich einwirkte. Selbst wenn ich mir hundert Mal sagte: „Es ist nur ein Film, eine Erscheinung auf dem Hintergrund des Bewusstseins“, so waren doch die Erfahrungen und Gefühle echt und hatten Einfluss auf mich und mein Wohlbefinden.

Da ich mich selbst als anteilig an Gott erfuhr, und somit selbst Gott war, betete ich mich im Grunde selber an. Ich sprach mit mir selbst, und damit einher ging auch ein Gefühl von gestorben sein, von tot sein, von nicht wirklich vorhanden sein. Eine sanfte Wehmut fand sich immer in meinem Herzen. Ich fand in mir kein Ich, also war ich Teil des großen Ganzen. Nur was hatte all das für einen Sinn? So, einfach so leben? Was tun? Impulsen folgen, von denen niemand wusste woher sie kamen? Es musst ja dann alles von Gott sein, von meinem Gott der Weite und des Alles und Nichts…

Als meine Psyche in einer Partnerschaft durch meine verkorkste Struktur ernsthaft Schaden zu nehmen drohte, versuchte ich immer öfter und immer intensiver, in diesem Alles und Nichts Heilung zu bekommen. Doch meine Psyche wurde immer kränker, auch mein Körper hatte dauernd was anderes, Verdauung und Blase spielten immer öfter verrückt. Ich hatte Vergiftungen ohne sichtbaren Grund und ernsthaft lebensbedrohliche Zustände.  Ich nahm Antibiotika wegen nicht endender Blasenentzündungen und wurde während der Behandlung immer noch depressiver. Schließlich war ich völlig „auf den Hund“ gekommen.

Obwohl ich immer wieder alle Gefühle ins große Sein abgab, obwohl ich mich tausend Mal auf die Stille einstimmte, obwohl ich zum spirituellen Therapeuten lief, zu Heilpraktikern und Heilern… die Erfolge waren immer nur von kurzer Dauer.

Schließlich ging unter großen emotionalen Schmerzen unsere Partnerschaft auseinander, wir trennten wir uns, und ich kam nahezu gleichzeitig durch einen alten Freund in Kontakt mit dem biblischen Jesus. Nicht mit der „Christus-Energie“, die ich von früher kannte. Nein, nicht mit dieser Energie, sondern mit dem lebendigen Jesus, der wirklich da war und noch heute da ist. Ich wusste, da mir nichts und niemand helfen konnte: Er würde es können.  Ich brauchte Ihn.

Die Trennung machte mir schwer zu schaffen, ich war emotional am Ende, zumal ich damit auch nahezu aller Freunde ledig wurde.  Ich steckte in psychischem Schmerz. An meinem Bauch zogen diverse Schläuche (so fühlte es sich an) und saugten mich aus, und es gab keine Chance dem zu entkommen. Dazu hatte ich einen derartigen Schlafmangel, dass Glühbirnen in meinem Kopf zu platzen schienen. Dämonen machten mir die Nächte zur Hölle und foppten und quälten mich und lachten mich aus.

Ich setzte mich in mein Meditationszimmerchen und dachte an Jesus. Ich wollte eine Beziehung zu Ihm. Ich wollte Ihn hören, mit Ihm zusammen sein, seine Gunst haben, ich wollte Heilung von Ihm. Und ich begann zu Seiner Person zu beten, zu Jesus als Person, als Gott, als lebendigem Gott. Ich bat Ihn um Vergebung für alles was ich falsch gemacht hatte. Und ich befahl in Seinem Namen den Dämonen meinen Körper zu verlassen. Ich ließ mich tief in mein Inneres fallen und war klein und demütig vor Ihm und bat Ihn einfach nur um Hilfe.

Etwas stieg in mir hoch, tief aus dem Bauch heraus nach oben. Mir war als würde mir übel, ein Würgereiz, Rülpser und jede Menge Luft entwich. Ich würgte immer wieder während ich weiter betete und den Dämonen in Jesu Namen befahl. Ich gab mich dem was geschah hin und machte mit . Es fühlte sich gut an, reinigend. Ich spürte genau, dass irgendetwas mit mir passierte. Ich ging in tiefe Anbetung und war ganz in meinem Herzen. Und da war mit einem Mal ein so großer Frieden und in meinem Herzen eine wohlige Wärme, und plötzlich bemerkte ich, dass all meine seelischen und körperlichen Schmerzen verschwunden waren. Innerhalb von Minuten!

Und sie blieben verschwunden. Das war für mich ein Wunder. Das überzeugte mich vollends von Jesus – obwohl Überzeugung nicht wirklich nötig war. Solche Wunder habe ich seitdem zig-fach erlebt. Schlagartige Reinigung von negativen Gedanken und Gefühlen, Heilung von Wut und Aggression, Heilung auch von Beziehungen, und Heilung meines Körpers von Heuschnupfen, all den Blasenentzündungen usw. , Jesus wirkt wann immer ich etwas einsehe, bereue und vor Ihm ausbreite.

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Dieser Jesus lebt und ist wirksam, das ist für mich eine Tatsache. Und Er ist persönlich, sehr persönlich. Auch persönlich ansprechbar, und Er antwortet. Es ist Übungssache, Ihn zu hören. Es klappt nicht immer, oder manchmal schweigt er. Seine Antworten sind immer kurz und heilsam. Oft spricht Er in Bibelversen. Seine Stimme ist soooo sanft und liebevoll.

Wenn ich heute zu meinem Gott bete, dann geht das nur in tiefer Demut und in Anerkennung Seiner Größe und Allmacht. Ich bin wieder ein Mensch geworden, ich bin nicht mehr Gott. Eines Tages bat ich Jesus, mir dieses Gefühl wieder zu nehmen, gestorben zu sein. Denn ich wusste schließlich, dass ich lebe, und dass dieser Gedanke und diese Vorstellung eine Lüge war. Und zack, in einer Minute war diese Wehmütigkeit einer lebendig Gestorbenen verschwunden. Da war ich wieder, hallo Welt! Und ich fühlte mich wieder lebendig und glücklich! Ich hatte einer Lüge geglaubt.

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Dieser Gott ist ein Gott des Lebens und der Lebendigkeit. Mit dem Tod hat er nichts am Hut.

Ich kann nicht mehr beten, ohne mich klein zu machen, denn Gott hört mich nur dann, wenn ich mich unter Ihn stelle, wenn ich meinen Status kenne und Seinen. Dann wird das Herz riesengroß, und oft laufen einfach die Tränen vor Dankbarkeit und Berührung.  Dieser Gott ist im Gegensatz zun vorherigen tatsächlich wirksam. Er führt mich auf diesem Weg von Demut und Hingabe in Reinheit – immer wieder. Und Reinheit fühlt sich sehr, sehr gut an. Es macht hell, zufrieden und optimistisch.

Ich bleibe Mensch mit Fehlern und Schwächen, doch wie großartig ist es, dass dieser Gott mich trotzdem liebt? Dass er sich mir trotzdem zuwendet und mir antwortet? Wenn ich jetzt auf meinem Balkon sitze oder in meinem Garten, und ich die Unendlichkeit und das Sein genieße, dann genieße ich all das MIT meinem Gott. Dann weiß ich, dass Er all das geschaffen hat, dass Er sich darin ausdrückt, und dass Er in meinem Herzen wohnt. Und wenn ich mich durch mein Verhalten oder negative Gedanken von Ihm entfernt habe, dann weiß ich, dass ich zurück kommen kann wie der verlorene Sohn, und dass Er mich liebevoll wieder in Seine Arme schließen wird.

 

Bildquellenangabe:

Christina Bieber  / pixelio.de Image-ID 456863, Andreas Hermsdorf  / pixelio.de Image-ID 566361, Gerhard Knauf  / pixelio.de Image-ID 201829

 

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Definition, Bedeutung
  • Religiosität bezeichnet die unterschiedlichen Arten von Glaubenshaltungen und deren Ausdrucksweisen (Riten, Werte, moralische Handlungen). (www.fremdwort.de)

 

598825_web_R_B_by_LouPe_pixelio.deReligiosität gibt es in allen Weltreligionen, im Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus, aber auch in dem was die einzige Alternative zu sein scheint: der Spiritualität und der Mystik.

Religiosität bedeutet den Tod des lebendigen Glaubens und der lebendigen Beziehung mit unserem Schöpfer. Jede Form von Dogmatismus, Riten und schematischen Abläufen, jede Gewohnheit die Selbstzweck geworden ist, jeder Zwang und jede Betonung von Vorschriften und Gesetzen engt das Herz ein und lässt uns nicht mehr frei, dem Wahren in uns zu folgen. Dazu gehören auch Gruppenzwang, Gruppendruck, aber auch die Anbetung von Menschen, Führungspersönlichkeiten, Gurus und Heiligen (Aufzählung ist beispielhaft).

Religiosität engt das Herz ein, und wer feinfühlig ist, spürt dies als Unwohlsein oder mulmiges Gefühl im Bauch. Eine unbewusste Abwehr steigt auf, wenn man sich in einer solchen Umgebung befindet, und oft versucht man sich mit Gedanken zu beruhigen. Wenn man von etwas überzeugt ist und etwas unbedingt möchte, aber dennoch ein Unwohlsein aufsteigt, ist man geneigt, das zu übergehen, es mit Argumenten nieder zu halten, um die Überzeugungen nicht aufgeben zu müssen.

Ich spürte dieses Unwohlsein als Kind in der Kirche. MariaLaach_kleinIch spürte, dass das was dort geschah nicht wirklich echt war, nicht wirklich WAHR war. Es war so etwas wie „Getue“, und es hatte mit dem wonach ich in meinem Herzen Sehnsucht hatte nicht wirklich etwas zu tun. Ja, es schien etwas damit zu tun zu haben, weil sich all das auch mit Gott beschäftigte, doch irgendetwas stimmte nicht. Mir war klar, dass Gott es nicht brauchte, dass Riten und Zeremonien abgehalten werden. Also wozu all das? Er brauchte auch nicht Scheinheiligkeit und Frömmigkeit. So konnte Gott unmöglich sein.

Genau das gleiche Gefühl beschlich mich, als ich Jahre später in die Spiritualität und die Erwachens-Thematik eingetaucht war. Einmal wollte ich an einem Zen-Sesshin teil nehmen. Dort herrschte eine so gedrückte und strenge Stimmung im Meditationsraum, und währen der Abwesenheit des Zen-Meisters hörte ich in seinem Hotel-Zimmer den Fernseher laufen. Er kam nur zu den Gesprächen herunter und ließ die Schüler allein meditieren. Die Schüler, Menschen in schwarzen Gewändern, mit ernsten Gesichtern, waren eingespannt in die strengen Abläufe dieses Sesshins, und schienen mir versteinert auf ihrem Weg zur Erleuchtung. Ich ertrug diese Stimmung nicht und ging vorzeitig.

Später dann in spirituellen Seminaren oder Kongressen beschlich mich eine ähnliche Beklommenheit. Dort ging es darum, möglichst spirituell reif zu wirken, meditativ, konzentriert nach Innen, möglichst bewusst, innerlich still, nicht urteilend, dafür aber liebevoll und weise.  In Gesprächen vermied jeder zu urteilen oder über irgendjemanden oder etwas negativ zu sprechen. Doch dies war nicht echt (unter der Oberfläche spürte man es häufig kochen), sondern von einer inneren Gesetzlichkeit erzwungen, die aus einer Überzeugung erwuchs – nicht jedoch aus dem Lebendigen, Wahren in uns.

Was ist denn lebendig und WAHR in uns? Wir sind am Leben, wir tragen Sehnsucht im Herzen nach Beziehung, nach Liebe und angenommen sein. Und wir projizieren diese Sehnsucht auf Menschen und erwarten von ihnen, dass sie unsere seelischen und geistigen Bedürfnisse stillen. Dabei ist diese Sehnsucht so groß, so umfassend und so gewaltig, dass wir niemals, und ich betone NIEMALS durch menschliche Beziehungen wirklich glücklich werden können (auf Dauer). Viele verbringen jedoch ihr Leben damit, nach dem richtigen Menschen zu suchen, oder auch nach der richtigen Religion/Glaubensrichtung oder beides – so war es bei mir auch.

Wir brauchen einen Anker.  Unsere Überzeugungen und Glaubensvorstellungen sind Haltestäbe für die Psyche. 614551_web_R_by_Rike_pixelio.deSie sind unsere einzige Sicherheit. Wir brauchen von daher Überzeugungen, und es fällt uns schwer wenn es nicht gar unmöglich für viele ist einfach zu sagen: „Ich weiß es nicht“.

Nein, wir können es auch wirklich nicht wissen. Wir brauchen jemanden, der es uns sagt, der uns Fragen beantwortet, jemanden der untrüglich ist, integer und wahr, jemanden dem wir unser ganzes Vertrauen schenken können, der uns niemals im Stich lässt und immer zu uns steht. Wer könnte das sein?

Wenn wir an einen unpersönlichen Gott glauben, kann es ja niemand sein, höchstens ein Alles und Nichts, zu dem man jedoch keine Beziehung aufbauen kann. Für eine Beziehung braucht es ein Gegenüber. Der persönliche Gott der Christlichen Kirche ist jedoch für viele Menschen einfach nicht tragbar, weil die Kirche ihre Religiosität über Ihn gebreitet hat wie einen Mantel, der mehr verbirgt als dass er etwas zeigt.

Auf der Suche nach der Person, der ich bereit wäre mein Leben hin zu legen, fiel mir nur Jesus ein. Mir wurde in einem Kairos-Moment sonnenklar, dass ich IHN brauche. Wer sollte mich denn heilen, wenn nicht ER? Ich hatte mich selbst nicht heilen können, und auch das Alles und Nichts hatte mich nicht geheilt. Es hatte mich auch nicht besser gemacht. Nach wie vor spürte ich viel Hass in mir, der von meinem strengen Vater in mich eingepflanzt worden war.

Ab dem Moment an dem ich mich dem persönlichen Jesus zu wandte und zu Ihm begann zu beten, Ihn zu bitten, mit Ihm zu sprechen, laut, nicht nur innerlich, wendete sich das Blatt in meinem Leben. Ab diesem Moment geschahen Begegnungen und Fügungen, die meinen Weg ebneten, denn ich suchte nach Menschen, die eine direkte Beziehung zu Ihm hatten und mir helfen könnten – nicht aus Eigennutz, nicht um selbst im Zentrum zu stehen, sondern um Jesus ins Zentrum zu stellen.

Ich hatte das Glück sie zu finden und auch Jesus zu finden – in meinem eigenen Herzen – als Geliebter, als Gesprächspartner, als Ratgeber, als Heiler und als Vermittler zum Vater. Es brauchte eine eindeutige Entscheidung FÜR IHN, um eine Lawine los zu treten, die sanft mein altes Leben zudeckte und Raum für Neues machte. Für das Wahre und Echte, für Lebendigkeit in der Beziehung mit Gott, ohne jede Religiosität, ohne Riten, ohne Gesetze. Nur eins zählt für mich: das was Jesus mir ins Herz schreibt.

Jesus selbst verändert uns und prägt uns Sein Wesen auf, wenn wir nah an Ihm sind und bleiben. Er nimmt das Dunkle heraus und tut Sein Wesen hinein. Ich habe Ihm mein Leben gegeben und tue es immer wieder. Es war die beste Entscheidung meines Lebens.

Die lebendige Beziehung zu Jesus braucht keine Kirchen, keine Kathedralen, keine Gottesdienste und auch keine Meditation. Sie braucht keine Riten, keine Niederwerfungen und keine Geldspenden. Jesus  will das lebendige Herz, denn Er ist das LEBEN und der WEG und die WAHRHEIT.  Nur dort kann er sich aufhalten und wirken, dort berührt uns Gott.

Fotos: © Gpalm Maria Laach, LouPe  / pixelio.de, Rike  / pixelio.de,

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