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Archive for the ‘Ekklesia’ Category

Bibel

In der Bibel, speziell im neuen Testament kommen vielen Menschen einige Aussagen sehr kryptisch vor. Ich erinnere mich, dass ich auch mit vielem so meine Schwierigkeiten hatte, bevor ich mich zu Jesus bekehrt hatte. Ich nahm damals deshalb für mich nur die Aussagen an, die ich verstand und denen ich zustimmen könnte. Den Rest versah ich mit diverse Fragezeichen in der Hoffnung, ihn eines Tages zu verstehen.

Besonders die Briefe gaben mir persönlich Rätsel auf und ließen mich an der Wahrheit der Bibel zweifeln. Z.B. die Aussagen im 1. Brief an die Korinther, in denen Paulus den Frauen (angeblich allen) untersagt zu lehren und ihnen empfiehlt, in der Versammlung zu schweigen (1. Kor. 14, 34-35). Diese Schriftstelle werden gerne von dogmatischen Menschen her genommen, die darin eine Legitimation dafür sehen, Frauen in den Kirchen den Mund zu verbieten etc.. Diese Bibelstelle wurde von den Übersetzern unterschiedlich übersetzt, die Mehrheit übersetzt jedoch nicht „DIE Frauen“, sondern „EURE Frauen“. Das ist ein wesentlicher Unterschied, denn hier sind nur die Frauen der Korinther Gemeinde angesprochen!

Paulus wusste sicher nicht, dass seine Worte einmal so negativ interpretiert würden.

Man muss die Briefe in einem anderen Licht betrachten. Jeder Brief wurde zu einer bestimmten Zeit an eine bestimmte (Ur-Gemeinde) geschrieben. Dies waren die ersten Gemeinden, die sich nach Jesus gebildet hatten, und an deren Entstehung die Apostel (Jesu Jünger) und ihre Schüler stark beteiligt waren. Die Briefe gingen also an örtliche Gemeinden (zu einer bestimmten Zeit), an Menschen, die von ihren Sünden (schlechten Taten und Gedanken, wie Trunkenheit, Drogen, sexuelle Ausschweifungen, Diebstahl etc…) umgekehrt waren und ihr Leben in der Wassertaufe Jesus gegeben haben – woraufhin man ihnen die Hände auflegte und sie durch Gebet den Heiligen Geist erhielten.

Dies waren also Nachfolger Christi, die eine eindeutige Entscheidung für Jesus und für Gott getroffen hatten. Der Bibel-Leser, der nicht Jesus nachfolgt, liest hier die Empfehlungen an die „Heiligen“ (so nennt Paulus die Gläubigen aus den Gemeinden), die entschieden waren für Christus. Also Menschen, die daran glaubten, dass Jesus tatsächlich für sie gestorben war, um den Weg zu Gott frei zu machen. Sie waren also von ihrem alten Leben in Sünde umgekehrt, um sich von Gott in mehr und mehr Reinheit verwandeln zu lassen und hatten den Heiligen Geist. Dieser Heilige Geist ist die Instanz auf die man dann auch hören sollte, denn Er ermahnt und zeigt wo man schief läuft und in die falsche Richtung geht. Man kann ihn aber auch überhören und weiter seinen fleischlichen Impulsen folgen, denn jede Nachfolge ist und bleibt freiwillig – von daher auch eine ständige Herausforderung.

Von den Christen in Korinth wurde Paulus bekannt, dass dort allerlei schief lief im Hinblick auf Reinheit. Dort gab es Streitereien (man stritt sich, wer von den Aposteln die bessere Lehre bot), sexuelle Unreinheit (es gab unter anderem Beziehungen von einem mit seiner Stiefmutter), und es gab laute Versammlungen, in denen einige Frauen sich rechthaberisch in den Vordergrund schoben und die ganze Gruppe dominierten, so dass dort der Frieden gestört war.

Paulus als der Älteste dieser Gemeinden (er hatte sie überwiegend gegründet) musste ein Machtwort zu den Korinthern sprechen, nicht um zu herrschen, sondern um dort den Frieden wieder herzustellen und die Menschen daran zu erinnern, was Jesus gelehrt hatte. Deshalb ermahnte er ganz speziell die Gemeinde von Korinth. Deshalb finden sich in diesem Korintherbrief so viele Empfehlungen darüber, wie sich die Heiligen (Jesus-Nachfolger) eigentlich verhalten sollten und wie nicht. Es sind ganz spezielle Empfehlungen an diese damalige Gemeinde der Korinther. Denn Jesus hatte den Jüngern beigebracht, den Anderen höher zu schätzen als sich selbst – ob Frau oder Mann, und sich selbst zurück zu nehmen.

Jesus hat die Frauen sehr, sehr wertgeschätzt, und es würde Seinen Lehren komplett widersprechen, wenn Paulus das Gegenteil getan hätte. Die Bibel aber ist logisch und konsequent in ihren Aussagen und muss richtig verstanden werden. Und Paulus war einer der Demütigsten derer, die Jesus Christus dienten, er hätte niemals eine eigene Lehre gelehrt.

Also bitte: niemand sollte sich das Recht herausnehmen zu behaupten, im Christentum dürften Frauen nicht sprechen und nicht lehren. Das ist eine sträfliche Verallgemeinerung. Vor Gott sind alle Menschen gleich. Und auch Frauen sollten sich davon nicht mundtot machen lassen.

Es gibt Stellen in der Bibel, die sind wörtlich zu nehmen, manches jedoch trifft nicht auf alle Menschen zu. Die Briefe des Neuen Testamentes gehen an die Nachfolger Christi und nicht an Otto-Normal-Verbraucher, der aus Gottes Sicht in Sünde lebt und sich nicht um Gottes Willen schert. Von daher gehen die Anweisungen an den engeren Kreis. Und: alles muss immer im Zusammenhang betrachtet werden und auch im jeweiligen Zeitgeist. Wo wurde geschrieben? Wann und an Wen?

Die Briefe des neuen Testaments richten sich durchweg an die „Heiligen“, also die Menschen, die Jesus Christus angenommen hatten – also an Menschen, von denen man mehr erwarten konnte als von anderen. denn sie hatten versprochen sich Jesus Christus als Vorbild zu nehmen. Der Prozess von Umkehr, Lebensübergabe und Taufe, sowie das Eintreten des Heiligen Geistes ist eine Erneuerung des Menschen, ist eine neue Grundlage, auf der er neu wachsen und gedeihen kann. Menschen, die diesen Prozess nicht machen, für die wird die Bibel weitgehend kryptisch bleiben (was jedoch ihrer Wirkung vom Wort her keinen Abbruch tut). Doch auch für die Heiligen, die umgekehrt sind, getauft wurden etc), die wieder in die alte Fleischlichkeit zurückfallen, wird sie wieder zum Geheimnis, wenn nicht erneute Umkehr statt findet.

Für ein tieferes Verständnis der Bibel, sowohl des neuen alsauch des alten Testamentes empfehle ich die Bücher von Frank Viola – durch ihn kam mir auch das alte Testament wesentlich näher – und natürlich VOR allem den Heiligen Geist…..

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In der Christenheit sind die meisten Christen der Ansicht, es sei genug, Buße zu tun, umzukehren und sich taufen zu lassen, und dann des Weiteren zu versuchen, alles möglichst richtig zu machen, um ein besserer Mensch zu werden. Wer jedoch Jesus nachfolgt wird mit der Zeit einsehen, dass wir dieser bessere Mensch nicht aus eigenem Bemühen heraus werden können, denn dazu brauchen wir unbedingt Gott. Versuchen wir es aus eigener Kraft, müssen wir in die Irre gehen, denn dann gehen wir ja wieder ohne Gott. Es geht nicht mehr darum, sich selbst auszuleben mit dem eigenen Bauchnabel als Zentrum, sondern es geht darum, den Willen Gottes zu erkennen, zu assimilieren und zu tun.

Gott will uns verändern, und zwar in das Bild Seines Sohnes. Dazu müssen wir uns damit einverstanden erklären und es Gott ausdrücklich erlauben, uns zu verändern. Das wird nicht ohne Schmerzen oder Probleme abgehen. Es ist ein langer Prozess, der unseren Charakter mehr und mehr verändert, aber seinen großen Lohn hat.

Gottes Erziehung

Wie arbeitet Gott an uns? Er schenkt uns Herausforderungen. Manchmal lässt er es richtig krachen zwischen den Menschen. Er schickt uns Menschen, die unser Blut reizen, die uns aufregen, unsere Knöpfe drücken, uns nervös machen, die genau die Schwächen haben, die wir keinesfalls ertragen können. So müssen wir erleben, dass wir noch keineswegs den Nächsten lieben wie uns selbst, dass wir noch keineswegs gut und untadelig sind. Wir hören unsere schwarzen Gedanken zu der Person, halten sie für wahr und geraten in eine Zwickmühle. Einerseits Sind unsere Emotionen aufgeputscht und voller Abwehr gegen Menschen, andererseits wissen wir genau, dass wir Gott gehorsam sein sollten, der doch in der Bibel (und auch in unseren Herzen) von uns verlangt einander zu lieben. So treibt Er uns in eine Entscheidungsnot hinein. Sollen wir uns von diesen Menschen trennen? Oder wie sollen wir mit unseren Gefühlen und Gedanken umgehen?

Er lässt uns die Wahl

Gott lässt uns die Wahl, und Er respektiert sie. Wir erleben dann allerdings auch die Folgen dieser Wahl, denn Trennungen, Parteiungen und Spaltungen verurteilt Er in Seinem Wort. Doch bevor wir uns entscheiden, sollten wir abwarten, das Gespräch mit Gott suchen und tief in uns gehen, um genauer zu erforschen, was Gottes Wille für uns wirklich ist, und auch, was die wahre Ursache unserer Widerspenstigkeit ist. Widerspenstigkeit besteht in den allermeisten oder sogar in allen Fällen aus Projektionen, die aus alten, schmerzlichen Erfahrungen als Schutzmechanismus aufsteigen.

Ablehnung und Trennung ist schon immer die Strategie des gottlosen Egos zum überleben. Meist kommt auch noch Stolz im Schlepptau. Wir tragen plötzlich wieder – getriggert durch das Verhalten eines Menschen – zahllose Urteile in uns und finden immer mehr am Anderen auszusetzen, je länger wir im Zustand der Ablehnung verharren. Je länger wir den negativen Gedanken zuhören, umso schlimmer wird es, um so höher wird die Mauer des Stolzes, und umso mehr glauben wir diese Gedanken.

Gott will uns verändern

Doch wir können den Anderen nicht ändern! Wir können noch so viel darüber nachdenken, warum er schuld ist, warum er blöd ist, warum er ein Idiot ist, warum das völlig inakzeptabel ist was er tut – wir können ihn nicht ändern. Wir können nur uns selbst ändern, und selbst das können wir nicht selbst tun, sondern wir müssen es Gott tun lassen. Der Weg ist Selbsterkenntnis! Wir gewinnen wir die? Wir sollten uns einige Fragen stellen: Sind wir in Übereinstimmung mit dem was Gott für uns will? Sind wir noch in der Spur der Bibel oder basteln wir uns gerade unsere eigene Wirklichkeit? Ist das alles wirklich wahr was wir denken und fühlen? Was ist die Wahrheit? Und vor allem: was ist Gottes Wahrheit dazu?

Wir brauchen den Heiligen Geist…

…um wirklich die Zusammenhänge zu verstehen, deshalb sollten wir Ihn einladen, uns von der Wahrheit zu überführen, uns in die Wahrheit hinein zu führen, mit uns zu sprechen und uns zu zeigen, wo wir falsch liegen. In tiefem Gebet, der Kommunikation mit Gott und im Abgleichen mit der Bibel werden wir erleuchtet und können plötzlich erkennen, wie falsch wir lagen. Wir sehen plötzlich, wie unfähig wir sind, wirklich Jesus nachzufolgen, wie schwach und ja, wie unrein wir sind. Welcher Pfuhl wohnt doch noch immer in uns aus Überheblichkeit und Stolz.

Auf diese Erkenntnis kann nur Buße folgen, Reue und Umkehr. Die Einsicht, wie unrein wir im Grunde sind, sowie die Ohnmacht, dies selbst zu ändern treibt uns mit Macht in Gottes Arme. Und wie bei der Geschichte mit dem verlorenen Sohn erleben wir das Unerwartete: Der Vater hat bereits auf uns gewartet und läuft uns entgegen.

Umkehr segnet

Das sind so kostbare Prozesse, die man allein im stillen Kämmerlein, aber noch besser vor Zeugen (Brüdern und Schwestern) erleben kann. Sind Andere dabei, so segnet unsere Buße und Umkehr auch sie und berührt ihre Herzen. Und die Einheit miteinander wird gestärkt im gemeinsamen Gebet und Erleben der Liebe Gottes. Wir dürfen jede Schwäche zugeben und uns ganz öffnen, wenn wir mit Menschen unseres Vertrauens zusammen sind, die ebenfalls Jesus nachfolgen. Die Rebellion weicht der süßen Gewissheit, dass Gott uns vergeben hat, dass Er da und wirksam ist. Denn unser Herz ist wieder weich geworden, und wir beginnen mit dem Menschen, den wir zunächst so sehr ablehnten, auf einer neuen Stufe in Liebe und Eintracht. Wir können dann auch ihn um Vergebung bitten und uns sozusagen neu verbrüdern.

Gott nimmt sich unserer an, Er tröstet uns und erfüllt uns mit Seiner Liebe und Seinem Frieden. Er liebt es, wenn wir unsere Schuld eingestehen und bekennen und uns Ihm überantworten.

Es geht also niemals darum, andere Menschen zu verändern oder zu belehren, sondern es geht immer nur um uns selbst und Gott, und sich selbst von Gott verändern zu lassen, sich Ihm hinzuhalten im Austausch, im Gebet, sich Ihm auszuliefern, Sein Wirken zu erwarten und auf Ihn zu hören.

Das gottlose Ego* darf gehen

Wenn wir dies immer wieder praktizieren, so geschieht es, dass das gottlose Ego* mehr und mehr stirbt und wir sanftmütiger und stärker werden in Ihm. Deshalb sagt Gott in der Bibel, wir sollen nicht nur das Wort hören und lesen, sondern danach handeln (Jak. 1, 22)! Tun wir dies so ähnlich wie eben beschrieben, ist das herrliche Geschenk die Aussöhnung mit Gott, mit dem betreffenden Menschen und vor allem mit uns selbst. Wir werden befreit aus dem Gefängnis der Bitterkeit, des Ärgers, des Vorwurfs, fühlen uns nicht mehr getrennt von Gott sondern jungfräulich und sauber.

Es wird wieder Anfechtungen geben, doch wir lernen mehr und mehr, wie wir ihnen begegnen können, worauf es ankommt und wo es hin gehen soll. Immer öfter erleben wir Gott in unseren Herzen und in unserem Leben, und die Beziehungen entspannen sich und werden leicht.

Gott liebt die Demütigen

Gott liebt die Menschen so sehr, und noch viel mehr wenn sie ihren Stolz ablegen und sich vor Ihm als ohnmächtig und schwach bekennen. Nicht um den starken Macker zu machen, nicht weil er machthungrig ist, sondern um uns zu verändern in das Bild Seines Sohnes, der diese Liebe lebte bis in den Tod. Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen wendet Er sich zu. (Jak. 4, 6) Warum ist das so? Weil Er sich nicht mit der Unreinheit verbinden kann. Heiligkeit kann nur Heiligkeit in sich einschließen. Deshalb bringt uns nur wachsende Reinheit näher zu Ihm. Wachsende Reinheit, die nur Gott schenken kann und nicht aus eigenem Können erwächst.

Die Tatsache, dass Gott die Demütigen liebt, wird von den meisten Menschen falsch verstanden und deshalb abgelehnt. Wir projizieren unsere schlechten Erfahrungen mit unseren Eltern und Autoritätspersonen auf Gott und denken, Er sei streng und hart. Wir lehnen uns gegen Ihn auf, weil uns nicht gefällt, was Er uns in unserem Leben vor die Nase setzt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Gottes Erziehung geschieht immer nur aus Liebe zu uns. Das kann vielleicht nur verstehen, wer das in der Tiefe erlebt hat. Doch es lohnt sich mehr als alles Andere, diesen Weg zu gehen, weil er in die Tiefe führt und eine wahre und dauerhafte Herzöffnung bewirkt. Gott klopft uns weich.

Weich, aber kein Weichei

Sich gegen Trennung und für Liebe zu entscheiden bedeutet nicht, dass wir uns alles bieten oder gefallen lassen müssen. Doch alles was wir sagen und tun, sollten wir mit Gott abgleichen, mit Seinem Wort und mit dem was wir von Ihm hören. Dann können wir authentisch und gerade und vor allem wahr sein. Wir dürfen beurteilen, sollten jedoch nicht verurteilen. Die harten Gedanken sollten wir für uns behalten und dem Herrn hin legen, es mit Ihm klären und nicht im Außen. In diesem Ringen mit einander und mit sich selbst können wir unseren Standpunkt finden, in dem wir letztendlich die sein dürfen, die wir sind, und der Andere der sein darf, der er ist. Wir lernen miteinander und aneinander. So schleifen wir uns auch aneinander – wie Rohdiamanten, die immer glänzender werden. Und wir finden Wege, wie wir einander nicht nur ertragen, sondern lieben können, ohne Hass, Ärger oder Stolz zu kultivieren und statt dessen immer wieder eines Herzens in Gott zu sein.

*Anmerkung: Mit dem Begriff „gottloses Ego“ ist nicht das Ego gemeint, das spirituellen Philosophien nach aufgelöst oder abgelegt oder transzendiert werden soll. Vielmehr ist der Teil der Persönlichkeit gemeint, der es von Geburt an mehr und mehr gelernt hat, sein Leben eigenmächtig und ohne Gott zu bestimmen, Entscheidungen nach egoistischen Motiven selbst zu treffen, ohne die höhere Instanz Gott zu fragen, oder ohne an Ihn als höhere Macht zu glauben. Dieses Verhalten hat unsere Persönlichkeit geprägt und ist schwer abzulegen. Es ist schwer, aber nicht unmöglich. Es geht also nicht darum, sich in etwas Höherem aufzulösen oder Ähnliches, sondern sich seiner gottlosen Verhaltens- und Denkstrukturen bewusst zu werden und diese bewusst vor Gott zu legen, um mit Ihm gemeinsam neue Wege zu finden.

Fotos von Pixelio.de: 788823-Burkhard Vogt/ 596322-Jorma Bork/

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